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Bayern top, ALBA flop? – EuroLeague Recap 2020/21

Bayern top, ALBA flop? – EuroLeague Recap 2020/21

Unterschiedlicher hätten die Saisons der beiden deutschen Teams in der EuroLeague auf den ersten Blick kaum sein können: Der FC Bayern Basketball beendete die reguläre Saison mit 21 Siegen aus 34 Spielen als Fünfter. Als erstes deutsches Team überhaupt zogen die Münchner in die Playoffs ein und verpassten das Erreichen des Final Four erst im entscheidenden fünften Spiel gegen Olympia Milano denkbar knapp. ALBA Berlin hingegen schnitt als viertletztes Team mit nur 12 Siegen im Vergleich um einiges schlechter ab.

Aber woran lag das? War der FC Bayern Basketball wirklich so gut und ALBA so schlecht in der vergangenen EuroLeague-Saison? Oder war Bayern in Wahrheit schlechter und das Team hat einfach overperformt?

Die direkten Duelle der deutschen Teams

Während der regulären Saison trafen die beiden Schwergewichte des deutschen Basketballs zweimal aufeinander. Auch diese beiden Spiele hätten kaum unterschiedlicher sein können.

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Zwar gewannen die Süddeutschen sowohl das Duell in Berlin im Oktober, als auch jenes im Februar im heimischen Audi-Dome, jedoch war die Art und Weise jeweils eine andere: Während man die Partie im Oktober deutlich mit 90:72 gewann, konnte man sich im Februar erst nach Overtime mit 101:95 gegen die Albatrosse durchsetzen, obwohl man zwischenzeitlich mit 16 Punkten zurücklag.

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ALBA Berlin – eigentlich besser als es die
Tabelle zeigt?

Wenige Wochen nach der ersten Partie gegen den FC Bayern musste die gesamte Berliner Mannschaft aufgrund von sieben positiven Covid-Tests in Quarantäne – dies straffte nicht nur den ohnehin schon engen Terminkalender, auch die Belastung für die Spieler nahm zu. Zusätzlich hatten wichtige Spieler mit Langzeitfolgen ihrer Covid-Erkrankungen
zu kämpfen. Die Konsequenz (ALBA absolvierte sowohl im Dezember als auch im Januar jeweils 12 Partien) war, dass bei den Hauptstädtern immer wieder wichtige Leistungsträger aufgrund von Verletzungen teils wochenlang ausfielen. Schwerwiegend waren vor allem die Verletzungen von Luke Sikma, Niels Giffey und Marcus Eriksson, aber auch Ben Lammers fiel für einige Zeit aus. Bei den drei zuvor genannten sowie bei Jayson Granger, der im Februar kurzzeitig ausfiel, versuchte man jedoch, die Verletzungen innerhalb des eigenen, eigentlich tief besetzten Kaders aufzufangen. So standen ALBA außer Granger in Maodo Lo und Peyton Siva noch zwei weitere Point Guards auf EuroLeague-Niveau zur Verfügung.

Peyton Siva - ALBA Berlin - EB19
Quelle: eurocupbasketball.com

„Mein Körper hat sich einfach nicht normal angefühlt. Erst seit ein paar Tagen nehme ich ein Gefühl von Normalität in meinem Körper war“ Peyton Siva etwa sieben Wochen nach seiner Covid-Erkrankung im Gespräch mit der FIVE. (Zitat aus der FIVE #175)

 

 

 

Zum Teil mussten auch junge und noch relativ unerfahrene Talente während der Saison größere Rollen übernehmen. Dies traf besonders auf Louis Olinde (23, Forward) und Malte Delow (20, Guard/Wing) zu. Beide hatten zwar schon bereits vor der vergangenen Saison ihr EuroLeague-Debüt gefeiert, hatten jedoch eine deutlich kleinere Rolle. So spielte Olinde bereits 2017/18 für Brose Bamberg 15 Spiele und kam dabei auf etwa 7:30 Minuten pro Partie. In der abgelaufenen Saison waren es dann etwa 16 Minuten pro Partie in 25 absolvierten Spielen. Delow kam in der Saison 2019/20 auf etwas mehr als 4 Minuten pro Spiel (er absolvierte 6 Spiele). In der Saison 2020/21 absolvierte er dann in 23 Einsätzen etwa 8 Minuten pro Partie.

Licht und Schatten während der regulären Saison

Auch sportlich waren die Leistungen von ALBA sehr unterschiedlich und durchwachsen. Auf herbe Pleiten gegen Topteams, z.B. ein 72:93 in eigener Halle gegen Anadolu Efes oder den FC Barcelona (67:103), folgten furiose Siege gegen Fenerbahçe Istanbul (89:63) oder Baskonia (95:91).

Im Laufe der Saison pendelten sich die Ergebnisse dann ein wenig ein, allerdings reichte es in vielen Spielen, insbesondere gegen (deutlich) bessere Teams nicht zum Sieg. Zudem fehlte in vielen knappen Spielen am Ende oftmals das Quäntchen Glück. Obwohl bei ALBA der Fokus eher auf dem Team liegt, fiel in Abwesenheit der Stars vor allem einer auf: Simone Fontecchio.

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Der Italiener, der im Sommer 2020 aus der heimischen Serie A gekommen war, zeigte immer wieder, was ihn so wertvoll für das Spiel der Albatrosse machte: die Fähigkeit, abseits des Balles zu spielen. Fontecchio überzeugte immer wieder als cleverer Cutter. Dabei profitierte er auch von den Playmaking-Qualitäten seiner Mitspieler, allen voran von Luke Sikma, aber auch von Jayson Granger oder Peyton Siva und Maodo Lo. Er trat vor allem als gefährlicher Shooter (38,8% getroffene Dreier, damit drittbester bei ALBA) in Erscheinung. Gelegentlich konnte er sich aber auch den eigenen Wurf kreieren oder gegnerische Spieler aus dem Dribbling schlagen, um dann am Korb mit einem ganzen Arsenal an Möglichkeiten abzuschließen. Ihm fehlte jedoch (noch) die Konstanz, über mehrere Spiele hinweg gute Leistungen zu zeigen.

München schreibt Geschichte

Die vergangene Saison des FC Bayern Basketball war das komplette Kontrastprogramm zu der von ALBA: Als erstes deutsches Team seit der Umstrukturierung der EuroLeague im Jahr 2000 schafften es die Münchner in die Playoffs. Das Spiel, durch das der Playoff-Einzug besiegelt wurde, war hierbei sinnbildlich für die gesamte Saison: mit einem 71:70 über Zalgiris Kaunas aus Litauen schrieben die Bayern Geschichte. Nicht nur in dieser Partie, sondern auch zuvor (und danach) demonstrierten das Team seine Willensstärke.

Nach der überraschend guten regulären Saison stand ein Duell mit einem echten Schwergewicht des europäischen Basketballs auf dem Programm: Olympia Milano war der Gegner für die erste Runde der Playoffs. Auch in diesem Duell zeigte sich über die ganze Serie hinweg die Willensstärke der Münchner. Nach zwei Spielen lag man 0:2 zurück eine weitere Niederlage hätte das Ausscheiden bedeutet. Aber wie waren die Münchner überhaupt soweit gekommen?

Bayern zum Großteil ohne Verletzungspech

Auch der FC Bayern Basketball hatte in der vergangenen Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Anders als bei ALBA war unter den Verletzten mit Vladimir Lučić aber nur ein elementarer Stammspieler. Außer ihm fielen
noch Leon Radosevic phasenweise und Nick Weiler-Babb in der Playoffserie gegen Mailand aus. Ansonsten blieb man jedoch
weitestgehend von Verletzungspech und Covid-Fällen verschont. Dennoch war auch bei den Münchnern der Terminkalender eng getaktet, ähnlich wie Berlin spielte man regelmäßig zwei, manchmal sogar drei Spiele pro Woche.

Die Comeback-Kings von der Isar

Die Mannschaft des vor der Saison neu verpflichteten Startrainers Andrea Trinchieri zeigte direkt zum Auftakt der EuroLeague-Saison, dass man mit den europäischen Spitzenteams mithalten konnte. Erst nach Overtime verlor man mit 81:79 gegen Olympia Milano. Bereits zu Beginn der Saison fuhren die Münchner wichtige Siege ein – zum Teil auch gegen Topteams wie Fenerbahçe Istanbul (75:71), Anadolu Efes (74:71) oder ZSKA Moskau (69:66). Insgesamt war ein Großteil der Spiele knapp, es gab in beide Richt nur wenige Blowouts. Bemerkenswert waren jedoch die Comeback-Qualitäten, die die Bayern immer wieder unter Beweis stellten: 11 ihrer 23 Siege gelangen noch nach 10 und mehr Punkten Rückstand.

Diese Qualitäten musste das Team von der Isar auch in den Playoffs gegen Mailand zeigen: Spiel 1 verlor man in buchstäblich letzter Sekunde mit 79:78, nachdem die Italiener nach einer Auszeit einen Alley-Oop verwerteten.

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Spiel 2 wurde relativ eindeutig mit 80:69 verloren. Es ging also mit einem 0:2 nach München. Im dritten Spiel lag man etwa zwei Minuten vor dem Ende bereits mit zwölf Punkten vorne, gewann das Spiel am Ende aber „nur“ mit sechs Punkten Vorsprung mit 85:79. Spiel 4 und Spiel 5 waren dann an Dramatik kaum zu überbieten: In den letzten Minuten des 4. Viertels lag München mit wenigen Punkten zurück, bevor Paul Zipser beim Stand von 80:82 aus Sicht der Münchner in der Transition einen Alley-Oop auf Vladimir Lucic spielt, der per Dunk abschließt.

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Anschließend gewinnen die Süddeutschen das Spiel mit 85:82 und erzwingen so ein entscheidendes fünftes Spiel in Mailand. Auch diese Partie war bis in die Schlusssekunden eng: Nachdem Wade Baldwin von Kyle Hines in den letzen Sekunden allerdings geblockt wurde und Paul Zipser anschließend einen Dreier von der Mittellinie vergab, um eine Overtime zu erzwingen, schied der FC Bayern Basketball hauchdünn in der ersten Playoffsrunde aus – für Mailand endete die Reise beim Final Four in Köln im Halbfinale und einem anschließenden dritten Platz.

„Spieler“ im Fokus: das Team

Es fällt schwer, einen Spieler auszuwählen. Daher ist an dieser Stelle die Leistung des Teams zu würdigen – ein Team, das aus einer sprichwörtlich gutgeölten Offensive und einer zum Teil knallharten Defensive bestand. Ein Team, dass angeführt von Spielern wie Zipser und Lucic, ergänzt durch Spieler wie Baldwin, Reynolds oder Seeley ein funktionierendes Team bildeten. Zwar hat dieses Team ohne Zweifel deutlich besser performt als erwartet, jedoch muss man die Leistung dieser Mannschaft (Trainer Trinchieri eingeschloßen) auch schlichtweg anerkennen.

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