Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on linkedin

Der wichtigste Sommer der Dallas Mavericks?

Dallas Mavericks Sommer 2021

Der wichtigste Sommer der Dallas Mavericks?

Turbulenter Start in die Offseason

Die Dallas Mavericks schafften es wie im Vorjahr nicht, über die 1. Playoff-Runde hinauszukommen. Die Gründe dafür lagen auf der Hand.

Aus diesem Grund gab es einige Veränderungen im Coaching Staff und im Front Office. Erst endete das Arbeitsverhältnis von GM Donnie Nelson – nach 24 Jahren in der Franchise. Einen Tag später wurde bekanntgegeben, dass Headcoach Rick Carlisle die Mavericks verlässt. Kurz darauf wurde Dirk Nowitzki als Berater eingestellt um den Texanern bei der Suche nach einem neuen Trainer und einem neuen General Manager zu helfen. Der neue Headcoach wurde ein alter Weggefährte von Nowitzki: Jason Kidd.

Kidd, der 1994 von den Dallas Mavericks gepickt wurde und 2011 mit ihnen die Meisterschaft feiern durfte, kommt nun also zurück nach Big D. Diese Personalentscheidung wurde nicht von allen Seiten positiv aufgenommen. Grund sind dafür Eklats von Kidd und den Mavs. Erst vor einigen Jahren kam auf, dass in der Franchise Frauen sexuell belästigt wurden. Nun holt man sich einen Coach, der seine Frau geschlagen hat. Das passt nicht ganz zusammen. Als Headcoach in der NBA war er zudem bisher nicht erfolgreich, v.a. am defensiven Ende musste er viel dazulernen. In den letzten zwei Jahren war er aber Assistant Coach bei den Lakers, und lernte unter dem defensivorientierten Frank Vogel.

Als GM wurde Nico Harrison verpflichtet. Harrison war jahrelang Executive bei der Sportmarke Nike und leitete dort die Basketballabteilung. Er verhandelte einige Verträge mit NBA-Spielern aus und steht aus diesem Grund auch in einem guten Verhältnis zu einigen Akteuren, was nur positiv für die Franchise sein kann.

Die Probleme der Mavs in den letzten Jahren

Nach der letztjährigen Saison war klar, woran es lag, dass das Team um Superstar Luka Doncic nur auf Platz 7 im Westen landete und nach sechs Spielen gegen die LA Clippers in der Postseason rausflogen. Offensiv stellten sie eine historische Saison. Im Defensiv-Rating waren sie hingegen nur auf Platz 18 zu finden. In diesem Part des Basketballspiels sollte Verbesserung her. Das taten die Mavs mit dem Trade, der Seth Curry nach Philadelphia schickte und Josh Richardson sowie den 36. Pick des NBA-Drafts 2020 (Tyler Bey) nach Dallas holte. Richardson, ein 3&D-Guard, sollte also die Guard-Verteidigung übernehmen. Doch dieser Trade stellte sich aus Mavs-Sicht als verloren dar. Richardson konnte weder am offensiven, noch am defensiven Part überzeugen und war einer der Gründe, warum die Mavericks im Defensiv-Rating sogar noch zwei Plätze nach unten rutschten.

Die besten Verteidiger im Mavs-Kader sind Dorian Finney-Smith, Maxi Kleber und eigentlich noch Josh Richardson sowie Kristaps Porzingis.

Der Einzige von den eben aufgezählten Spielern, der auch in den Playoffs ablieferte, war Finney-Smith. Kleber enttäuschte vollends in der Serie, auch wenn er stark begann. Richardson und Porzingis konnten schon die ganze Saison nicht überzeugen, was Paul George auch als Einladung während der Postseason nahm. Der Clippers-Star sagte in einem Interview, dass die Mavericks keinen Ringbeschützer besitzen – und das obwohl sie zwei 2,20m große Riesen in ihrem Kader haben. Besonders Porzingis wollte er damit angreifen.

Ganz unrecht hat George damit nicht. Der Lette lieferte in puncto Block- sowie Steal-Percentage seine schlechteste NBA-Saison ab. Dies lag v.a. an seiner Unsicherheit, die auch offensiv zu spüren war. Aus diesem Grund wurde er in der Erstrunden-Serie nur wie ein Rollenspieler, und nicht wie ein Max-Contract-Player, eingesetzt.

Was kann den Mavericks weiterhelfen?

Die Mavs brauchen einen Spieler, der Wurfgefahr mitbringt und seinen Gegner defensiv gut in Zaum halten kann. Einen Dreier bringt der folgende Spieler nicht mit, dafür einen verdammt gefährlichen Midranger. Die Rede ist von DeMar DeRozan. Der Spur nahm diese Saison 92% seiner Würfe aus dem Zweipunktebereich, und traf seine Wurfversuche aus der Midrange zu 48%.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Ein Playmaker, der die Aufmerksamkeit von Doncic nimmt, würde die Franchise aus Dallas ebenfalls weiterbringen. In Person von Jalen Brunson verfügen die Mavs über so einen Spieler, aber wenn er startet fehlt jemand für die Bank. Außerdem ist er nicht konstant genug, was man besonders in den letzten Partien der Saison sehen konnte. Trotz der Schwächephase zum Saisonende harmonieren die beiden perfekt. 162,3 Punkte auf 100 Possessions erzielt die Franchise, wenn beide zusammen auf dem Court stehen.

Brunson ist wie Porzingis eine schwierige Personalie. Brunson will und kann starten, ist aber zu inkonstant und für die Bank zuständig. Das Problem ist nur: Reicht ihm das langfristig oder will er zu einer Franchise gehen, wo er regelmäßig startet?

GM Harrison & Co. müssen also den Markt nach fähigen Playmakern durchforsten, oder sie trauen auf den 2018 gepickten Brunson. Mit Jason Kidd hat er ja nun einen Headcoach, der ebenfalls in der NBA auf hohem Niveau als Point Guard agierte.

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

Zuallererst wird aber wohl die Vetragsverlängerung von Franchise-Star Luka Doncic im Raum stehen, der ihm eine beträchtliche Summe einhandeln wird.

 

Luka Doncic Extension
Instagram: @OpenCourt_de

Die Gerüchteküche läuft heiß

Wie in jeder Offseason kursieren immer wieder Gerüchte. Allein in dieser kurzen Zeit wurden die Mavs mit Kawhi Leonard, Damian Lillard, DeMar DeRozan und zuletzt Mike Conley in Verbindung gebracht. Lillard dementierte bereits, dass er Portland verlassen möchte, und Leonard wird wohl zu teuer werden. Außer sie traden Porzingis für mehrere gute Rollenspieler – aber welches Team macht da mit?

DeRozan und Conley sind zwei Akteure, die den Mavericks weiterhelfen könnten. Conley als Playmaker neben Doncic, DeRozan als Small Forward, der die vorhin erwähnte Midrange-Gefahr abliefert.

Welche Free Agents sollten die Mavs halten?

Sechs Spieler der Texaner sind im Sommer womöglich vertragsfrei. Josh Richardson besitzt eine Spieleroption, bei Willie Cauley-Stein entscheidet die Franchise, ob sie seine Club Option ziehen. Dazu kommen die Unrestricted Free Agents JJ Redick, Boban Marjanovic und Tim Hardaway Jr. sowie die Restricted Free Agents Tyler Bey, Nate Hinton (beides Rookies) und Nicolo Melli.

Richardson wird wohl seine Option ziehen und versuchen, im nächsten Jahr eine Schippe draufzulegen um 2022 einen größeren Vertrag einzuhandeln als er in diesem Sommer bekäme. Trotzdem hat Harrison hier die Aufgabe – wenn der Guard seine Option zieht – nach einem Trade Ausschau zu halten. Bei den Centern Cauley-Stein und Marjanovic wird es sich wohl zwischen diesen beiden entscheiden. Erstgenannter konnte nicht konstant abliefern, Marjanovic kam in der Regular Season kaum zu Einsätzen, war in den Playoffs aber wichtig. Redick und Melli konnten nach ihrem Trade nicht überzeugen und sollten wohl keinen neuen Vertrag angeboten bekommen. Bey und Hinton werden wahrscheinlich wieder einen Two-way contract vor sich liegen sehen.

Welchen Spieler die Mavericks unbedingt in Dallas halten sollten, ist Tim Hardaway Jr. Beim Porzingis-Trade als Cap-Filler mit nach Big D verschifft, entpuppt er sich als der beste Spieler in diesem Tausch mit den Knicks. Besonders seine Dreiergefahr und das damit verbundene Spacing ist für das Team wichtig.

Fazit

Die Dallas Mavericks stehen vor einer der wichtigsten Offseasons in ihrer Geschichte. Nun beginnt der Prozess richtig, ein Team um Doncic aufzubauen, das ihn und seine Franchise in die Finals und früher oder später zu einem Titel führt. Bei Trades können sie nicht viel anbieten, da sie bis 2027 keinen Erstrundenpick abgeben dürfen. Es müssen also Spieler gehen. Zum Glück gibt es einige gute bis sehr gute Spieler auf dem Free Agent-Markt, und mit Harrison verfügen sie nun über einen GM, der hoffentlich mehr rausholt als Donnie Nelson in den letzten Jahren.

Ein aufregender Sommer liegt vor uns.

Lust auf mehr NBA Content? Folge uns auf Twitter und Instagram!

Ähnliche Artikel