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Die übermächtigen Chicago Bulls von 1995-98 – Throwback Thursday

Chicago Bulls Michael Jordan The Last Dance

Die übermächtigen Chicago Bulls von 1995-98 – Throwback Thursday

Am „Throwback Thursday“ möchten wir euch jeden Donnerstag Teams aus der Vergangenheit vorstellen, die besonders in Erinnerung geblieben sind. Dabei geht es aber nicht zwangsläufig nur um Teams, die sich am Ende auch die Championship- Ringe angesteckt haben, sondern auch um jene, die es versäumt haben, sich die Krone aufzusetzen. In der heutigen Ausgabe schauen wir wohl auf eines der besten Teams in NBA Geschichte und zwar den unaufhaltsamen Chicago Bulls von 1995-98.

Wie kam es zu diesem Superteam um Michael Jordan?

Wer während dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr „The Last Dance“ gesehen hat, wird wahrscheinlich wissen, dass die Bulls sich nicht einfach so zu einem Superteam geformt haben. Denn auch schon vor 1995 waren die Chicago Bulls eines der besten Teams der Liga.

Michael Jordan, der unangefochtenen Franchise Player Chicagos, gewann mit seinem Team von 1991-93 den ersten Three Peat. In den 91ern Finals schickte die Bulls ein alterndes Lakers-Team um Magic Johnson in 5 Spielen nach Hause, in der Endspielserie von 1992 besiegten sie die Portland Trail Blazers in 6 Spielen und beim 3. Titel in Folge schlugen sie machtlose Suns in 6 Spielen.

Die Bulls waren am Zenit ihres Erfolges angekommen. Woher sollte man die Motivation nehmen, auch noch nach der 4. Championship in Folge zu streben. Richtig, es gab keine und von daher entschied sich der GOAT himself – Michael Jordan – eine Pause vom Basketball zu nehmen und für ca. anderthalb Jahre in der MLB Baseball zu spielen.

Aufgrund eines Streiks im Jahr 1995 ließ Jordan verlauten, dass er gerne zu den Bulls zurückkehren würde. Das tat er auch und schon nach ein paar Spielen auf der großen Basketballbühne gab MJ jedem zu verstehen, dass es keinen besseren als ihn gibt.

Doch in den 1995er Playoffs sollte dann doch Schluss für die Bulls sein. In den East Semis unterlagen sie einem jungen aufstrebenden Team aus Orlando, die später in die NBA Finals einzogen.

Nachdem man aus den Playoffs ausgeschieden war, mussten sich die Bulls überlegen, wie sie wieder zu alter Stärke kommen können. Im Sommer 1995 sicherte sich Chicago die Rechte an Rebound Monster und Jordan Stopper Dennis Rodman, der die nächsten drei Spielzeiten für die Bulls auf dem Feld stand.

Mit Jordan, Pippen und Rodman war eine neue Big 3 gegründet, die ihr Unwesen in der NBA trieben. Dahinter verfügten die Bulls über gute Rollenspieler wie: Toni Kukoc, Ron Harper, Luc Longley, Steve Kerr, Jud Buechler, John Salley oder Bill Wennington. Die Bulls waren extrem gut aufgestellt und bereit Angst und Schrecken in der gesamten Liga zu verbreiten.

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Was machte die Chicago Bulls so stark?

Die Chicago Bulls waren berühmt und berüchtigt, auf und neben dem Basketballplatz. Jeder wollte Bulls Spiele schauen, sei es auf dem Fernsehgerät oder live in der Halle. Die Bulls besaßen eine magische Anziehungskraft, welches die Fans auf Wolke 7 schweben ließ, wenn sie sich Bulls Spiele anschauen. Aber warum war das so? Warum waren die Bulls so dominant und gut? Hatte es nur mit Michael Jordan zu tun oder gab es auch andere Gründe?

Ja und ja lautet die Antwort, denn na klar war MJ ohne Zweifel, zu dem Zeitpunkt, mit Abstand der beste Spieler der Liga, doch es hatte auch andere Gründe warum die Bulls alles in Grund und Boden rissen.

Und zwar war es die Mischung aus offensiver Stärke und defensiver Härte. In der 1995/96er Saison wiesen die Bulls ein offensive Rating von 105,2 PPG auf, welches das beste in der NBA war. Und auf defensiver Seite gelang der Franchise aus Illinois ein beeindruckendes defensive Rating von 92,9 OPPG, womit sie die drittbeste der Liga stellten. Das bedeutet: Die Bulls waren sowohl auf offensiver, als auch auf defensiver Seite eines der besten Teams der Liga. Keine schlechten Voraussetzungen, wenn man das Ziel besitzt in den kommenden Jahren eine Dynasty zu erschaffen.

Doch was die Bulls ebenfalls ausgezeichnet hat, war die Teamchemistry und das System in dem sie spielten. Die Bulls waren ein eingeschweißtes Team. Mit Michael Jordan als Leader, Scottie Pippen als perfekten Sidekick, Dennis Rodman als harter Arbeiter und dem Rest der Mannschaft, die jedes Spiel über 110% gaben, waren die Bulls praktisch unschlagbar.

Das gesamte Team respektierte die unmenschliche Work Ethic von Michael und zogen mit ihm an einem Strang. Das Team war fast schon besessen davon, seine Gegner in Grund und Boden zu spielen.

Dazu kam, dass die Bulls mit Phil Jackson den wahrscheinlich besten Coach der Ligageschichte besaßen. Er war es, der zu Beginn der 90er Jahre die sogenannte „Triangle Offense“ ins Spiel der Bulls integrierte. Dieses Spielsystem beruhte darauf, dass sich der Ball und die Spieler bewegen, das jeder seine Touches bekommt und die Defense in Verwirrung kommt. In Form eines Dreiecks sortierten sich die Spieler in der Offense ein und bewegten sich in diesem Dreieck so lange, bis einer frei zum Abschluss kam.

Ein so eingespieltes und talentiertes Team, wie es die Bulls waren, findet man in der NBA Geschichte nicht oft.

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Unaufhaltsame Bulls marschieren zu Back to Back Titeln!

Nachdem sich die Bulls in der 1995/96er Saison zusammengefunden haben, waren die Erwartungen an das damalige Superteam natürlich hoch. Alle Fans erwarteten sich, nach dem Comeback von MJ, weitere Titel und Erfolge einzufahren. Denn wenn Michael tatsächlich „the Greatest of All Time“ sein sollte, dann müsse er auch beweisen, dass er in der Lage ist seine Bulls zu weiteren Championships zu führen.

Und das tat er auch! In der 1995/96er Saison gelang den Bulls das schier Unmögliche und zwar beendeten die Bulls die Saison mit einem Record von 72-10. Ein NBA Rekord, eine Saison die in den Geschichtsbüchern ihren Platz findet. Lediglich die 2015/16er Golden State Warriors konnten mit einem Record von 73-9 eine bessere Spielzeit hinlegen.

Die Bulls waren in dieser Saison praktisch unschlagbar! In den Playoffs vermöbelten sie chancenlose Heat mit 3-0, schickten die Knicks mit einem Gentlemen Sweep (4-1) nach Hause, rächten sich an den Orlando Magic, fürs vorjährige Rauswerfen, mit einem Sweep und besiegten schließlich die Sonics mit 4-2 in den NBA Finals. Michael Jordan wurde, mit Statistiken von 27,3 Punkten, 5,3 Rebound und 4,2 Assists, vollkommen zurecht zum Finals MVP gewählt.

Auch in der darauffolgenden Saison waren die Bulls keinesfalls müde, im Gegenteil, sie strebten nach der nächsten Meisterschaft. Und so war es, dass Chicago auch in dieser Saison über 60 Spiele gewann. Der genaue Record lautete 69-13, auch diese Saison war für die Geschichtsbücher.

Und so ging es für die Bulls mal wieder als 1st seed in die NBA Playoffs. In der ersten Runde sweepten sie wehrlose Wizards mit 3-0, in den West Semis bekamen die Hawks einen Gentlemen Sweep beigebracht, bevor auch die Heat lediglich nur ein Spiel stealen konnten.

In den Finals ging es gegen den Western Conference Champions und zwar den Utah Jazz. Die Jazz besaßen mit Karl Malone und John Stockton ihr ganz eigenes Superteam. In dieser Serie ist so einiges legendäres geschehen, wie dem „Flu Game“ von Michael Jordan in Game 5 der Finals.

Nachdem sich Jordan am Abend zuvor in Utah eine Pizza liefern ließ und sie aß, bekam der mehfache MVP am morgen darauf heftige Magenschmerzen. Doch davon ließ sich MJ nicht aufhalten und erzielte dennoch starke 38 Punkte, wohlgemerkt im gegnerischen Delta Center, trotz seiner starken Schmerzen. Die Bulls gewannen Game 5 und anschließend Game 6 im beheimateten Chicago, womit sie ihren 5 Titel in 7 Jahren feiern konnten.

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„The Last Dance“

Vor Beginn der 1997/98er Saison entwickelten sich bei den Bulls einige Probleme. Aber warum? Man hatte doch alles was man wollte: Die Bulls waren mit weitem Abstand das beste Team der NBA, die Mannschaft gewann Meisterschaften am laufenden Band und die Stimmung innerhalb des Teams war grandios.

Ja richtig, doch GM Jerry Krause und Coach Phil Jackson hatten mit Problemen zu kämpfen. Daher entschied sich Krause, dass Coach Jackson sein letztes Jahr bei den Bulls absolvieren würde, bevor es für ihn Zuende geht. Doch wie sollte es nach der Saison weitergehen? Jordan und Pippen stellten klar, dass sie für keinen anderen Coach als Phil spielen würden. Aus diesem Grund würde das wohl die letzte Saison der Chicago Bulls in diesem Konstrukt werden.

Ebenfalls problematisch war, dass Pippen zu Beginn der Saison viele Spiele, aufgrund einer Fußverletzung verpasste. Trotzdem schafften es die Bulls mit großer Leichtigkeit, in die 1998er Postseason. In der ersten Runde sweepten sie die New Jersey Nets mit 3-0, anschließend sorgten sie mit einem 4-1 Gentlemen Sweep für klare Verhältnisse und in den Eastern Conference Finals lieferten sich die Bulls und die Pacers eine erbitterte Schlacht über 7 Spiele. Die Bulls setzten sich gegen Indiana durch und erhielten somit die Chance ihren zweiten Three Peat einzufahren.

Der Gegner hieß, wie auch im letzten Jahr Utah. Diese Finals versprachen äußerst spannend zu werden, nachdem es schon im letzten Jahr heiß herging. Chicago war nach 5 Spielen mit 3-1 vorne, doch die Jazz gaben nicht auf und besiegten die Bulls in einem hochdramatischen Game 5 mit 83-81.

Es war der 14. Juni 1998, ein wunderschöner Tag im Delta Center, Utah. Im Falle eines Jazz Sieges würde es für ein entscheidenes Game 7 nach Chicago gehen. Doch die Bulls hatten etwas dagegen und hielten trotz übler Kopfschmerzen von Co Star Scottie Pippen gut mit. Jordan war mal wieder herausragend gut und legte an diesem Abend sensationelle 45 Punkte aufs Parkett.

Die wichtigsten Punkte seiner Karriere erzielte MJ kurz vorm Ende des Spiels. Malone hatte dem Ball in Post, die Chance für Utah, zum scoren, war gegeben, doch dann klaute Jordan den Ball von Malone, lief nach vorne und verwandelte den letzten Wurf, oder auch „the Last Shot“, zur Führung.

Die Jazz konnten nicht mehr antworten und die Bulls gewannen die nächste NBA Championship. Einer der wohl legendärsten Würfe in NBA History. Das bedeutete die 6. Meisterschaft in 8 Jahren für Chicago. Und der zweite Three Peat innerhalb eines Jahrzehnts.

Das Ende einer Ära

Nach dem Gewinn der Meisterschaft stellte sich für alle die Frage, ob es denn jetzt wirklich „The Last Dance“ war oder ob es mit der selben Truppe in die nächsten Saison geht. Zur Trauer aller Basketballfans wurde bekanntgegeben, dass die Bulls in dieser Form nicht noch einmal zusammen auflaufen werden.

Michael Jordan ging in den Ruhestand, Scottie Pippen wurde nach Houston getradet und Dennis Rodman verschiffte man nach Los Angeles zu den Lakers. Nur einzelne Spieler des Meisterkaders (Toni Kukoc, Ron Harper, Bill Wennington) blieben den Bulls erhalten.

Das war das Ende einer Ära – eines der besten Basketballteams aller Zeiten wird uns für immer in Erinnerung bleiben.

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