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3 Zutaten für die perfekte Starting Five

Zur Starting Five einer Mannschaft zu gehören, ist etwas besonderes für jeden Basketballer auf der Welt. Egal ob in der Kreisliga, der Bundesliga oder in der NBA. Das Trainerteam schwört sein Team noch ein letztes Mal auf die anstehende Aufgabe ein, dann folgen zum Beispiel der Chalk-Toss von LeBron, kuriose und einfallsreiche Dap-Ups, der Sprint von Steph Curry in Richtung Korb oder etwa Pull-Ups am Ring von Dwayne Wade bevor die Refs den Kampf um den Tipoff eröffnen. Man könnte meinen die zehn besten Spieler beider Teams machen unter sich aus wer die ersten Punkte erzielt oder den ersten Run starten kann. Aber ist dem so? Mit welchen Zutaten bestücken Head Coaches ihre Starting Five? Aufschluss soll der Blick auf die Starting Lineups der letzten zehn NBA Champions geben.

1. Zutat: Stars in ihren besten Jahren

Kaum verwunderlich spielt das Alter der Spieler eine entscheidende Rolle im Kampf und Titel. Das durchschnittliche Alter der Starting Five der vergangenen zehn NBA-Champs liegt bei knapp 29 Jahren (28,88) und befindet sich somit genau in dem Rahmen, in dem man den NBA Stars ihre persönliche Prime nachsagt. Natürlich gibt es dabei Ausreißer wie LeBron James, der im Alter von 37 Jahren zur absoluten Weltelite gehört. Außerdem sagt das durchschnittliche Alter nicht besonders viel über das Alter jedes Spielers aus. Eine gesunde Mischung erkennt man allerdings in jedem Titelträger des letzten Jahrzehnts. So sah man zum Beispiel einen 22-jährigen Kawhi Leonard gemeinsam mit dem 37-jährigen Tim Duncan in der Starting Five in den Playoffs der Saison 2013/14. Dazu gesellten sich Tony Parker (31), Danny Green (26) und Tiago Splitter (29). Es braucht also sowohl Veteran-Leadership, aber auch junge Beine, um dem Verschleiß einer Saison die Stirn zu bieten.

Eine Ausnahme in diesem Bezug stellten die Golden State Warriors dar, die bei ihrem ersten Titel ihrer Dynastie in der Saison 2014/15 eine Starting Five auf das Parkett schickten, die im Durchschnitt gerade einmal 25 Jahre alt war. Das zeigt, dass fehlende Erfahrung auch von der Bank kommen kann.

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2. Zutat: Scoring

»What these Young Bloods have to understand [is] that this Game has always been and will always be about buckets«. Diesen Ratschlag nehmen sich Head Coaches der NBA im Prinzip mehr als alles andere zu Herzen. Im Schnitt stehen gleich vier der fünf besten Scorer des Teams in der Starting Five der Champions des letzten Jahrzehnts. Nur vier und nicht gleich alle fünf der besten Scorer deines Teams starten zu lassen ergibt mit Hinblick auf die Bedeutung des »sechsten Mannes« durchaus Sinn. Der Blick auf die Field Goal Attempts bestätigt dieses Bild erwartungsgemäß. Alle Titelgewinner der letzten zehn Jahre, mit Ausnahme der Spurs, hatten auch die Spieler zu Beginn der Partie auf dem Court, die letztendlich auch die meisten Würfe nahmen.

Nicht umsonst gibt es Auszeichnungen wie den Sixth-Man-of-the-Year Award. Es ist ein offenes Geheimnis, dass auch die Spieler von der Bank spielentscheidend sein können. Denn vor allem in den Playoffs ist es entscheidend was passiert, wenn die Superstars eine Pause brauchen. Die Spurs hatten mit Manu Ginobili vielleicht den besten Sixth Man aller Zeiten, die Raptors von 2018/19 bekamen tief in den Playoffs einen Impact von der Bank in Person von Fred VanVleet und Andre Iguodala startete in der Saison 14/15 zwar drei Spiele in den Finals und wurde als LeBron-Stopper zum Finals-MVP, aber vor allem war er als sechster Mann der Dubs bekannt und füllte diese Rolle auch in den darauf folgenden par excellence Jahren aus. Ein weiteres Beispiel für Instant-Offense von der Bank ist Jason Terry, der als 6th Man der zweitbeste Scorer der Championship-Mavs war.

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3. Zutat: Rollenspieler

Im Kern besteht die Starting Five natürlich aus dem Superstar beziehungsweise den Superstars des Teams. Sofern wir nicht vom All-Star Game sprechen hat aber kein Team der Welt gleich fünf dieser Ausnahmekönner aufzuweisen. Selbst die Superteams der jüngeren Vergangenheit wie die Hamptons-Five der Warriors beziehungsweise LeBron, Wade und Bosh in Miami waren auf ihre Rollenspieler angewiesen. Die Rollenspieler sollen mit ihrem individuellen Skillset das Talent der Superstars komplettieren und unter Umständen deren Schwächen kaschieren. Dabei fällt die Wahl häufig auf zwei Modelle:

3.1 Big Men

Hat man einen Backcourt à la Stephen Curry und Klay Thompson dann braucht es nicht zwangsläufig einen weiteren Ballhandler auf dem Platz. Die Warriors haben in Vergangenheit als Ergänzung auf defensivstarke, toughe und fähige Rebounder gesetzt. Zur Zeit ihrer ersten Championship spielte Andrew Bogut diese Rolle so stark wie kaum ein anderer Big Man in der NBA. Mit seiner Spielintelligent, als Rim Protector und seinem Passspiel, passt er perfekt das System der Warriors. Tristan Thompson als mobiler sowie reboundstarker Big oder Tiago Splitter als Mann für die Drecksarbeit bei den San Antonio Spurs hatten ihre Anteile am Gewinn neuer Ringe. Erik Spoelstra startete 2011/12 (verletzungsbedingt) einige Playoffspiele mit Udonis Haslem und Shane Battier, die hinter ihren Superstars aufräumten. Auch Brook Lopez gilt als defensiver Anker neben Giannis Antetekounmpo im Frontcourt der Bucks.

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Defensivstarke Bigs werden auch in Zukunft ihre Nische in der Liga finden und gleichzeitig immer ein legitime Option für einen Platz unter den Startern haben. Bringen sie neben der Defense und verlässlichem Rebounding noch mehr Skillsets mit, werden sie darüber hinaus schnell zum Material für den nächsten Championship Contender. Kein Wunder warum Center wie JaVale McGee, Tyson Chandler, Udonis Haslem oder Zaza Pachulia ihren Impact auf dem Court geliefert haben oder immernoch liefern, obwohl sie nicht mit dem Talent eines NBA-Superstars gesegnet sind.

3.2 Guards und Wings

Was für die großen und schweren Jungs der Association gilt, hat natürlich auch bei den Guards und Forwards seine Berechtigung. Coaches spicken ihren Backcourt gerne mit Defensivspezialisten, die zusätzlich den Dreier zuverlässig treffen können. Danny Green hat sich in diesem Bereich zu einer Art Vorzeigespieler entwickelt. Er war Starter bei gleich drei Championship-Teams des letzten Jahrzehnts und bediente die Rolle des Three-and-D Spielers wie kaum ein anderer. Eine ähnliche Rolle füllte J.R. Smith für die Cavs aus, indem er defensiv die besten Guards des Gegners verteidigen konnte, den Dreier netzte und zusätzlich sogar noch Plays aus dem Dribbling für sich selbst kreieren konnte.

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Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Coaches ihre Lineups möglichst ausgewogen gestalten wollen. Rund drei Spieler der Starting Five waren im Durchschnitt auch unter den Top Five im Player Efficiency Rating ihres Teams. Die Bucks aus der vergangenen Spielzeit, die Bubble-Lakers, die Cavs 2016 oder die Raptors von 2019 hatten gleich vier ihrer fünf effektivsten Spieler in ihrer Starting Five. Interessant dabei ist, dass der Blick auf die Usage-Rate zeigt, dass im Schnitt nur drei der fünf Spieler mit der höchsten Usage in der Starting Five standen. Head Coaches sind demzufolge auf der Suche nach Spielern, die zwar einen Beitrag für das Team leisten können, dabei in der Offensive weniger Abschlüsse nehmen, womit wir wieder im Kernbereich von Rollenspielern der Marke Andre Iguodala, P.J. Tucker, Tiago Splitter oder Danny Green sind.

Das Rezept

Die Hauptzutat ist und bleibt natürlich eine ordentliche Prise Superstars für jede Starting Five. Natürlich gibt es wie angesprochen Ausnahmen in Stars wie Ginobili oder Terry. Dennoch sollen die besten Spieler auch die längsten Minuten spielen. Warum also nicht auch die Minuten, in denen sie noch am frischesten sind. Neben den Stars benötigt es dann die Typ Spieler, die das Team braucht. Spezialisten in dem was sie machen sollten sie auf jeden Fall sein. Shooter bzw. starke Defender sind in der aktuellen NBA besonders beliebt. Ist ein Spieler in der Lage gleich beide Skillsets auf den Tisch zu legen, wird der Anruf eines Contenders nicht lange auf sich warten lassen. Darüber hinaus ist eine Starting Five eine Mischung aus Erfahrung und Jugend. Letztlich sollte eine Lineup schon ein gewisses Level an Erfahrung mitbringen, wobei die Warriors gezeigt haben, dass Veteran Presence in der Starting Five auch überbewertet sein kann. Mit ausschließlich Young Guns hat in der NBA allerdings noch kein Team auch nur einen Blumentopf gewonnen.

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