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EuroLeague Final Four Preview: El Clásico

von: David Gibson

El Clasico, der Titelverteidiger, griechische Fans – nur noch wenige Tage bis zum Turkish Airlines EuroLeague Final Four! Die diesjährige Auflage des größten Highlights der europäischen Basketballsaison findet in diesem Jahr nicht wie ursprünglich geplant in Berlin, sondern in Belgrad statt. Die beiden Semifinals werden erstmals am Donnerstag ausgetragen, sodass das Spiel um Platz drei sowie das Finale am Samstag Abend ausgetragen werden können. In den Previews zu den Halbfinalbegegnungen möchten wir euch auf das Spektakel einstimmen. Im zweiten Halbfinale kommt es zum El Clásico – der FC Barcelona trifft auf Real Madrid.

Das direkte Duell

11. Februar 2022

Real Madrid 68:86 FC Barcelona

10. Dezember 2021

FC Barcelona 93:80 Real Madrid

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Die Ausgangslage für den FC Barcelona

Der FC Barcelona war die insgesamt konstanteste und stärkste Mannschaft der Regular Season. Mit 21 Siegen bei nur 7 Niederlagen schloss man die reguläre Saison auch folgerichtig auf dem ersten Tabellenplatz ab. Der Kader ist bestückt mit großen Namen auf allen Positionen. Auf der Position des Shooting Guards war der nachverpflichtete Dante Exum einer der Lichtblicke der Saison. Barcelona reagierte bei seiner Verpflichtung auf den langfristigen Ausfall von Cory Higgins, der eine der tragenden Säulen des Kaders ist. Das Talent Exums‘ stand nie zur Debatte. Es gab jedoch berechtigte Sorgen, wie schnell sich der langjährige NBA Profi an den europäischen Basketball gewöhnen kann. Er zeigte jedoch eine erstaunliche Entwicklung, erarbeitete sich im Saisonverlauf mehr und mehr Spielzeit, und überzeugte durch seine defensive und offensive Vielseitigkeit. Auch der Frontcourt ist gewohnt tief besetzt. Hier stechen vor allem Superstar Nikola Mirotic und Mentalitätsmonster Brandon Davies mit ihrer Qualität heraus. Diese kaderlichen Voraussetzungen machten Barcelona vor Saisonbeginn zum großen Titelfavoriten – eine Erwartungshaltung, die die Mannschaft in der regulären Saison beeindruckend bestätigte. In den Playoffs traf man auf den Achtplatzierten FC Bayern München. Die Serie ging, für viele überraschend, über die gesamte Länge von 5 Spielen. Die Bayern waren in der Lage je ein Heim- und Auswärtsspiel zu gewinnen. Beide Partien verlor Barcelona deutlich. Die Serie zeigte, dass der FC Barcelona trotz der dominanten regulären Saison durchaus schlagbar ist. Gleichzeitig stellte man im entscheidenden fünften Spiel wieder einmal unter Beweis, dass auf die Mannschaft in den größten Spielen und Momenten Verlass ist. Deshalb geht der FC Barcelona als leichter Favorit in das Halbfinale gegen den Erzrivalen.

Ticket sales for the EuroLeague Final Four in Belgrade
Foto: fcbarcelona.com

Die Ausgangslage für Real Madrid

Die Saison von Real Madrid verlief weniger stabil und geradlinig als die des FC Barcelona. Über weite Teile der regulären Saison war man gewohnt dominant (20 Siege aus den ersten 23 Spielen). Danach verloren die Madrilenen jedoch acht der verbleibenden zehn Spiele. Besonders uncharakteristisch an den Niederlagen waren lange Schwächephasen und das Verspielen großer Führungen. Die Mannschaft schien in ein tiefes Loch gefallen zu sein, wirkte alt und überspielt. In der Abschlusstabelle stand am Ende Platz vier und eine Bilanz von 18 Siegen bei 10 Niederlagen. Aufgrund des schwachen Saisonendes rechneten viele mit Problemen für Real Madrid in den Playoffs. Man traf auf das brandheiße Maccabi Tel Aviv, das die reguläre Saison mit sechs Siegen am Stück beendete. In der Serie stellte Real Madrid dann aber ihre außergewöhnliche Qualität unter Beweis. Der Kern der Mannschaft spielt schon seit vielen Jahren zusammen. All diese Erfahrung zahlte sich in den Playoffs aus. Real Madrid war in der Lage war die reguläre Saison hinter sich zu lassen. Stattdessen war die Mannschaft vollkommen darauf fokussiert ihren besten Basketball in der entscheidenden Phase der Saison zu spielen. Das gelang eindrucksvoll: Man lies Maccabi in drei Spielen nicht den Hauch einer Chance. So reist Madrid mit einem Sweep und einer Menge Selbstvertrauen im Gepäck nach Belgrad.

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Player to Watch FC Barcelona: Nicolas Laprovittola

In einem so breit besetzten Kader wie dem des FC Barcelona einen einzigen Spieler hervorzuheben ist schwierig. Besonders weil das System von Coach Jasikevicius trotz der vielen großen Namen voll und ganz auf dem Kollektiv fundiert. Trotzdem ist Nicolas Laprovittola einer der absoluten Schlüsselspieler in diesem Halbfinale. Er blühte in den letzten Saisonwochen besonders auf und war Barcelonas bester Spieler in der Serie gegen Bayern München. Vor allem sein Scoring (Playoffs: 13,4 PPG) und Shooting (Playoffs: 50% 3FG) sind für Barcelona aktuell unverzichtbar. Dazu kommt, dass ein El Clásico im Final Four ein Spiel von besonderem Kaliber ist. Es braucht daher besondere Spieler, die ein solches Spiel entscheiden können. Sie müssen die großen Würfe treffen und selbst unter größtem Druck Lösungen finden. Im Kader des FC Barcelona ist diese Rolle eigentlich Cory Higgins zugeschrieben, der bereits unzählige große Feld- und Freiwürfe auf Final Four Bühne verwandelt hat. In Spiel fünf der Playoffs hat Nicolas Laprovittola angedeutet, dass er die Qualität für diese Rolle haben könnte. Mit 26 Punkten, fünf verwandelten Dreiern und einer überragenden Leistung in der zweiten Halbzeit war er der beste Spieler auf dem Parkett in einem Spiel, in dem sein Verein mit dem Rücken zur Wand stand. Kann er ein solches Niveau auch in seinem persönlich ersten Final Four abrufen? Die Antwort auf diese Frage könnte für den Ausgang des El Clásico entscheidend werden.

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Player to Watch Real Madrid: Walter Tavares

Zwar hat auch Real Madrid einen tief besetzten Kader mit viel Qualität, es gibt jedoch eindeutig eine größere Abhängigkeit von einem Einzelspieler als beim Erzrivalen. Walter Tavares ist DIE Schlüsselfigur in Real Madrids Defensive. Durch seine unfassbare Länge (2,20m) gepaart mit hoher Spielintelligenz und unterschätzter Athletik, ist er der mit Abstand dominanteste Ringbeschützer des Kontinents. Entscheidend ist nicht die Anzahl seiner Blocks (1,7 BPG), wenn auch wertvoll, sondern vor allem die Anzahl der Abschlüsse des Gegners, die er entweder verändert oder sogar ganz verhindert. Den FC Barcelona zeichnet seine exzellente Ballbewegung aus, die Lücken in die Defense des Gegners reißt. Diese Lücken werden dann permanent mit aggressiven Drives zum Korb attackiert. Wenn Tavares es schafft Foulprobleme zu vermeiden und Barcelonas Punkte in der Zone durch seine Präsenz zu reduzieren, hat Real Madrid eine gute Chance für eine kleine Überraschung im El Clásico zu sorgen und sich für das Finale zu qualifizieren.

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Was kann man vom Spiel erwarten? 

Es bahnt sich eine intensive, physische und emotionale Partie an. Die enorme Bedeutung des Spiels kombiniert mit der außergewöhnlichen Rivalität zwischen beiden Mannschaften kann schnell zur explosiven Mischung werden. Daher wird zunächst wichtig sein, welche Mannschaft ein besseres Gespür für die Linie der Schiedsrichter entwickelt. Welche Mannschaft wird mehr an Foulproblemen leiden? Bei dieser Frage wird wieder Walter Tavares im Mittelpunkt stehen. Wie wird Barcelonas Game Plan gegen ihn aussehen? Wenn man vergangene El Clásico unter Coach Jasikevicius als Indikator nimmt, kann man einen Game Plan erwarten, der sehr auf Tavares zugeschnitten ist. Dies wird sich vermutlich in gezielten Pick&Roll Attacken, phasenweise kleinen Lineups mit 5-Out Spacing, und Post-Ups widerspiegeln. Auf all diese taktischen Elemente könnte Jasikevicius zurückgreifen, um Tavares‘ Einfluss als Ringbeschützer zu reduzieren und ihn am besten durch Foulprobleme komplett aus dem Spiel zu nehmen.

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Wie wird der Game Plan auf gegnerischer Seite aussehen? Vermutlich wird Pablo Laso auf Transition und Early Offense setzen, um Barcelonas dominanter Halbfeldverteidigung aus dem Weg zu gehen und möglichst viele offene Dreier zu generieren. Welcher Plan wird besser aufgehen? Die Antwort auf diese Frage kann nur das El Clásico selbst geben.

EurohooPOD Ep. 8: Barcelona - Real Madrid EuroLeague Clasico, revenge game(s) loading - Eurohoops
Foto: eurohoops.net
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