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EuroLeague Stars bei den Nationalmannschaften?

EuroLeague Stars bei den Nationalmannschaften?

Die Nationalmannschaften der FIBA leben in diesem Jahrhundert in einer echten Achterbahn. Man will sich natürlich für Turniere im Sommer qualifizieren. Dafür benötigt man die besten Spieler des Landes, aber die können in den meisten Fällen gar nicht eingreifen. NBA Stars sind kein Thema für Qualifikationsspiele in der laufenden Saison, selbst in der Offseason kommt es häufig zu absagen. Doch in der EuroLeague verhält sich die Sache anders. Die Spieler wären zumindest geographisch deutlicher näher am Geschehen und somit theoretisch in der Lage sich mit ihren Nationalmannschaften für eine Europa- oder Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Wenn es doch so einfach wäre. Ein Überblick über einen nun schon über 20 Jahre alten Streit zwischen der FIBA und der EuroLeague.

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Worum geht es in dem Konflikt?

Der Konflikt beruht auf der Existenz der autonomen EuroLeague, die seit dem Jahr 2000 unabhängig von der FIBA ihre Geschäfte macht und vor allem ihren eigenen Terminkalender besitzt. Die EuroLeague wie wir sie heute kennen gibt es erst seit diesem Jahrtausend. Vorher gab es den internationalen Klub Wettbewerb allerdings auch schon. Von 1958 bis eben zum Jahrtausendwechsel schmückte die EuroLeague das Inventar der FIBA. Genauer: der FIBA Europe. Ab der Saison 2000/01 machte die heutige EuroLeague dann ihr eigenes Ding. Grund für die Etablierung eines eigenständigen Wettbewerbes war die finanzielle Entwicklung der Vereine, was unter heutigen Umständen aktueller denn je erscheint.

Diese Entkopplung vom Dachverband des internationalen Basketballs wurde natürlich auf dessen Seite nicht reaktionslos hingenommen. Zunächst versuchte man die EuroLeague mit der Suproleague zu ersetzen, was allerdings nach einem Jahr wieder eingestellt wurde. Die FIBA versuchte anschließend die EuroLeague wieder zurückzugewinnen, was ihr jedoch bis heute nicht gelungen ist. Stattdessen ist vor allem im letzten Jahrzehnt die Situation eskaliert.

Mehr Wettbewerbe, Mehr Chaos

Nach dem gescheiterten Versuch die EuroLeague zurück in die eigenen vier Wände zu verfrachten, versuchte die FIBA durch die Inbetriebnahme der „Basketball Champions League“ im Jahr 2016 und dem „FIBA Europe Cup“ im Jahr 2015 der EuroLeague und dem dazugehörigen „EuroCup“ das Wasser zu reichen. Somit gibt es stand heute gleich vier internationale Klub Wettbewerbe, die zur einen Hälfte der FIBA untergeordnet sind und zur anderen zu der EuroLeague gehören. Um den Druck auf die EuroLeague zu erhöhen drohte die FIBA insgesamt 14 nationale Verbände von der EuroBasket 2017 auszuschließen, wenn sich die Teams zur EuroLeague bekennen würden und mit dieser einen Vertrag eingehen würden. Diese Drohung wurde letztendlich fallengelassen.

Dementsprechend undurchsichtig ist die Teilnahme von Teams an europäischen Wettbewerben. In Deutschland ist es so, dass der FC Bayern Basketball mittlerweile eine A-Lizenz der EuroLeague besitzt und dementsprechend ein dauerhaftes Mitglied der EuroLeague ist. ALBA Berlin wird in naher Zukunft wohl auch eine A-Lizenz bekommen wodurch die beiden besten deutschen Teams langfristig an die EuroLeague gebunden wären. Im dazugehörigen EuroCup sind in dieser Saison ratiopharm Ulm und die Hamburg Towers auf deutscher Seite vertreten. In den Wettbewerben der FIBA sind dagegen die HAKRO Merlins Crailsheim und Medi Bayreuth (EuropeCup) sowie die MHP Riesen Ludwigsburg (Basketball Champions League) vertreten.

Es spielen also sieben deutsche Teams in vier unterschiedlichen internationalen Wettbewerben. Welcher Fan da noch einen genauen Überblick hat, kann man diskutieren.

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Talfahrt der Nationalmannschaften

Mit der Einführung der Qualifikationsfenster der FIBA erlebte der Basketball im Rahmen der Nationalmannschaften einen Bruch. Zuvor wurden die Qualifikationen nach den Vereinswettbewerben ausgetragen, um sicherzustellen, dass alle internationalen Topstars bei diesen Events auflaufen konnten. Durch die Fenster, die während der Saison der Klubs ausgetragen werden, spitzte sich der Streit zwischen FIBA und EuroLeague zu. Die EuroLeague Teams weigern sich ihre Nationalspieler abzustellen, da der EuroLeague Spielplan keine Unterbrechung durch die Nationalmannschaften vorsieht. Da die NBA Stars auch keine Möglichkeit haben ihre Vereine zu verlassen kommt es bei den Nominierungen der Nationaltrainer zu einer echten Zwei-Klassen-Gesellschaft. Zur Qualifikation werden jene Spieler nominiert die zeitlich zur Verfügung stehen, nicht solche, die den eigentlichen Kern der Mannschaft bei den Turnieren stellen.

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Durch die gegebenen Umstände stehen die Verbände regelmäßig in dem moralischen Zwiespalt, die Nationalspieler nicht für die Turniere zu nominieren, die letztendlich die Qualifikation geschafft haben.

Neue Entwicklung im Konflikt

DBB Präsident Ingo Weiss gab in dieser Woche bekannt, dass es Bewegung im Konflikt gebe. So sei die FIBA bereit eines der Fenster zu streichen, wenn im Umkehrschluss die EuroLeague Teams ihre Spieler zu den Nationalmannschaften abstellen werden. Durch die Abwahl von EuroLeague CEO Jordi Bartomeu, der nur noch bis zum 30. Juni 2022 im Amt sein wird, kommt scheinbar wieder Bewegung in die Geschichte. Auch die Tatsache, dass zuletzt mehrere EuroLeague Spieler zumindest von ihren Nationalmannschaften nominiert wurden zeigt, dass die Nationalmannschaften für Fans in Europa bald wieder ein größeres Thema sein könnten.

 

 

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