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German Watch – Das letzte Update vor den Playoffs 2/2

NBA Playoffs 2022

Die Playoffs stehen vor der Tür! In seiner monatlichen Kolumne für The Vibes Magazine nimmt Philip Wohlfarth aka „Phillie Fiffla“ die deutschen Akteure in der NBA unter die Lupe. Philip ist Host des Podcasts „NBA mit deutscher Brille“ und auf Instagram unter gleichem Namen zu finden. Der Mann weiß also, was bei Dennis Schröder, Maxi Kleber, Daniel Theis & Co. abgeht. In Teil zwei des NBA German Watch Updates geht es um Kleber, Theis und Bonga. Hier geht es zum ersten Teil.

Isaac Bonga: Ein verschenktes Jahr?

Der Aufwärtstrend der Toronto Raptors hat sich auch zum Saisonende fortgeführt. Aus den letzten 18 Spielen gewann man 14 und somit landeten die Kanadier am Ende der Saison sogar auf Platz 5 und ziehen damit direkt in die Playoffs ein. Coach Nick Nurse setzte dabei weiter auf eine schmale Rotation an Veteranen, angeführt von den ehemaligen Champions Fred VanVleet und Pascal Siakam. Die jungen Talente Banton, Champagnie und auch Bonga bekamen kaum noch Einsatzmöglichkeiten. Bonga kam seit Februar nur noch auf 2 Kurzeinsätze in der Garbage Time. Immerhin ermöglichten die Raptors dem Nachwuchs viel Einsatzzeit beim Farmteam Raptors 905. Dort konnten sie die ein oder andere Duftmarke setzen, aber vor allem als Team überzeugen. Die Raptors 905 beendeten die Saison als bestes Team der Liga ab und zogen in die Playoffs ein. Isaac Bonga hatte immer wieder mal richtig starke Auftritte dabei, zum Beispiel zuletzt gegen die Grand Rapids Gold als er 22 Punkte und 15 Rebounds auflegte. Insgesamte spielte Bonga 24 der 32 Spiele in der G-League-Saison und hatte im Schnitt 13,2 Punkte, 9,6 Rebounds, 3,8 Assists in 28 Minuten Einsatzzeit. Die Feldwurfquote von 44,2% ist passabel, der Dreier bleibt mit 30,3% jedoch weiterhin die Schwachstelle.

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Zum Ende der Saison verletzte sich Bonga leider am Zeh. Mit dieser Verletzung musste er in die G-League-Playoffs starten. Anscheinend hat ihn diese Verletzung gestört, Bonga war im ersten Spiel der Playoffs gegen die Captial City Go-Go ziemlich passiv und nahm in 25 Minuten nur 5 Würfe, wovon er nur einen traf. Am Ende standen lediglich 7 Punkte und 6 Rebounds auf der Anzeigetafel. Doch Bongas Team gewann dieses „Win-or-go-home“-Spiel in Overtime und zog in die Eastern Conference Finals ein. Dort traf man auf die Delaware Blue Coats, gegen die man in der Regular Season schon drei von vier Partien verlor. Bonga nahm diesmal deutlich mehr Würfe, traf allerdings nur 4 aus 16. Er hatte durchaus seine Momente, hatte einen starken Block und wichtige Punkte im vierten Viertel und macht sowieso immer viel abseits vom Box Score, aber die Blue Coats setzten sich am Ende mit 143-139 durch (s. Video).

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Nun ist die G-League aber ja nicht das Ziel von Bonga und man kann sich fragen, wie es weiter geht mit dem 22-jährigen. Theoretisch könnte Bonga in den Playoffs spielen, doch mehr als Garbage Time scheint aufgrund der Entwicklung in den letzten Monaten unwahrscheinlich. Die Raptors haben aber die ganze Saison an Bonga festgehalten, während andere Spieler entlassen wurden. Im Sommer wird der gebürtige Neuwieder wieder Free Agent. Eine Zukunft bei den Raptors scheint eher unwahrscheinlich, da die Raptors überraschenderweise doch eher Contender als Entwicklungsteam sind. Der Traum NBA ist jedoch noch nicht gestorben, aber ein weiteres Jahr in der G-League soll es wohl nicht werden. Dieses Jahr war eher Rückschritt als Fortschritt, doch im Gegensatz zu letztem Jahr stand er immerhin viel auf dem Parkett, auch wenn es nicht die große NBA-Bühne war. Die Free Agency startet am 2. August und bis zur Europameisterschaft im September wird wohl feststehen, ob Bonga weiter in Amerika bleibt, oder vielleicht doch nach Europa zurückkehrt.

Daniel Theis: Mit mächtig Aufwind in die Playoffs

Nach einem wechselhaften Start hat sich Daniel Theis in Boston mittlerweile sehr gut eingefunden. Anfangs war seine Rolle und Spielzeit zumindest für Außenstehende unklar und er spielte nur sehr unregelmäßig. Nach ein paar Spielen ohne oder mit nur ganz wenig Spielzeit verbesserte sich die Situation ab Mitte März. Theis hatte nun eine klare Rolle von der Bank und zeigte sich auch deutlich verbessert. Die Celtics rollten weiter und gewannen sechs Spiele in Folge. Theis hatte gegen Sacramento und gegen Utah jeweils 11 Punkte. Vor allem beim Blowout gegen Utah hatte Theis einen besonderen Auftritt. Im zweiten Viertel machte Theis vorne gleich mehrere Punkte hintereinander und hatte hinten einen Wahnsinns-Block gegen Jordan Clarkson. Der TD Garden feierte Theis für seine Aktionen und bei seiner Auswechslung gab es Standing Ovation und nochmal Extra-Jubel (s. Video). Nach schwierigen Monaten in Houston muss das Balsam für seine Seele gewesen sein.

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Im folgenden Spiel gegen Minnesota am 27. März gab es dann aber auch Grund zur Sorge für die Celtics-Fans. Robert Williams, der bislang ein überragendes Jahr gespielt hatte, verletzte sich am Knie. Die Diagnose lautete Meniskusriss und nur wenige Tage später wurde er schon operiert. Die Celtics haben einen starken Kader, allerdings ist er in der Tiefe relativ schwach besetzt. Grant Williams und Daniel Theis sind da die einzigen ernsthaften Alternativen auf den großen Positionen. Man konnte davon ausgehen, dass Theis nun nochmal deutlich mehr Minuten ranmüsse, und so kam es auch. Er übernahm den Starter-Job und im nächsten Spiel in Toronto fehlten zudem noch weitere Spieler, und dann ging das Spiel auch noch in Overtime. Theis musste gleich 41 Minuten ran, mit Abstand die meisten in der ganzen Saison. Dieses und auch das folgende Spiel gegen Miami gingen verloren, aber die Celtics konnten auch ohne den „Timelord“ Williams überzeugen und gewannen vier der letzten fünf Spiele. Bei der Niederlage gegen die Bucks stellte Theis nochmal seinen Saisonbestwert von 22 Punkten ein. Am Ende standen er und seine Teamkollegen auf dem 2. Platz der Eastern Conference, was umso beindruckender ist, wenn man auf den schwachen Saisonstart zurückblickt. Ärgerlich nur, dass man damit in der 1. Runde auf die Brooklyn Nets trifft.

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In den 21 Spielen, die Theis diese Saison für die Celtics auf dem Parkett stand konnte er 7,9 Punkte, 4,7 Rebounds und einen Assist in 18,7 Minuten pro Spiel verbuchen. Diese Zahlen sind vergleichbar mit denen aus seiner Zeit in Houston, allerdings weist Theis deutlich bessere Quoten im grünen Trikot auf. Seine Feldwurfquote stieg von 46,9% auf 59,8%, die Dreierquote von 29,1% auf 35,7%. Das zeigt klar, wieviel effizienter Theis im Celtics-Dress aufspielt. Die Playoffs gegen die Nets sind aber sicherlich nochmal eine größere Hausnummer. Robert Williams kann in diesen Playoffs noch zurückkehren, allerdings müssen die Celtics die 1. Runde wohl ohne ihn überstehen. So wird Theis auch in den Playoffs als Starter ranmüssen und die meiste Zeit Durant, Irving und Drummond gegenüberstehen. Keine leichte Aufgabe, wie man in Spiel 1 schon erkennen konnte, doch in der Bubble 2020 konnten die Celtics mit Theis als Starter auch schon in die Eastern Conference Finals einziehen. Die Formation mit Horford und Theis auf dem Feld bietet durchaus seine Vorzüge, da man ein Bollwerk unter dem Korb zementieren kann, jedoch können kleine Lineups mit guten Werfern den Schnelligkeitsvorteil ausnutzen. Dies taten die Nets auch. Vor allem Irving suchte gerne das Matchup mit Theis und spielte ihn das ein oder andere Mal schwindelig. Irving erwischte aber auch mal wieder einen Sahneabend und traf auch die schwierigsten Würfe über seine Gegner. Auf der anderen Seite konnten die Celtics ihre Größe am Brett ausnutzen. Horford (6) und Theis (4) holten zusammen 10 Offensiv-Rebounds, insgesamt gewannen die Kelten das Duell an den Brettern mit 43:29. Der entscheidende Faktor für den Sieg, da die Nets ihre Würfe zwar besser trafen (53,8% vs. 47,2%), aber durch die mangelnden Rebounds deutlich weniger Abschlüsse hatten (78 vs. 89). Theis traf seine Würfe leider auch nicht (1/6), dennoch kann er mit dem Abend zufrieden sein. Auch wenn er vor allem seine Probleme mit Irving hatte und Coach Udoka deswegen zum Ende auf ein kleineres Lineup mit Derrick White und Horford als Center setzte, half er dabei mit, vor allem Durant und auch Drummond nicht ins Spiel finden zu lassen. Viel wichtiger noch, dass Boston durch einen famosen Game-Winner von Tatum das wichtige erste Spiel gewann. Bei Theis standen am Ende 4 Punkte, 6 Rebounds und 1 Steal im Box Score, aber seine Leistung ist ja auch ohnehin insbesondere von intelligenter Team-Defense und Einsatz geprägt, was er definitiv wieder zeigte. Man darf ja auch nicht vergessen, dass Theis noch vor wenigen Wochen auf der Bank in Houston versauerte und daher auch noch nicht in Topform sein kann. Da sich Grant Williams in Spiel 1 aber auch weiterhin formschwach zeigte, kann man davon ausgehen, dass Theis auch weiterhin von Anfang an aufläuft. Theis wird sicherlich weiter seine Momente haben und kann ein wichtiger Schlüsselspieler für die Celtics sein, vor allem wenn er sich noch weiter steigern kann. Nach seinem Formaufschwung in den letzten Wochen, sollte da aber auch nichts gegen sprechen.

Maxi Kleber: Wurfflaute und Verletzungen vor den Playoffs!

Im letzten Artikel zu Maxi gab es fast ausschließlich Positives zu berichten, das letzte Saisonviertel verlief für ihn persönlich aber eher bescheiden. Während die Mavericks weiterhin erfolgreich spielten und nach dem All-Star-Break die zweitbeste Bilanz der Liga hatten (17-6), traf Maxi nur noch 18,8% seiner Dreierwürfe. Damit kommt er auf einen Saisonwert von gerade mal 32,5% (Vorsaison 41%). Leider war ihm das fehlende Selbstbewusstsein in der Offensive anzusehen. Er wirkte verunsichert, was sich auch an der Freiwurflinie bemerkbar machte (52,9% seit dem All-Star-Break). In der Defensive stand er weiter seinen Mann und man kann auch argumentieren, dass sein Dreier als nun klarer Center eine weniger wichtige Rolle spielt. Dennoch sind diese Zahlen natürlich recht ernüchternd und gerade im Hinblick auf die Playoffs erhofft man sich dort Besserung. Zum Ende der Saison setzte Maxi dann auch noch die letzten 4 Spiele mit Knöchelbeschwerden aus. In einem Interview (s. Video) deutete der gebürtige Würzburger dann aber einen Zusammenhang zwischen Knöchel und Wurf an. Diese Knöchelbeschwerden schleppe er schon eine längere Zeit mit sich herum und auch wenn er diese nicht als Entschuldigung für seine Wurfflaute gelten lassen möchte, wäre dies eine logische Erklärung. Da die Mavericks den Heimvorteil schon so gut wie klar hatten, beschloss man Maxi die letzten Spiele lieber zu schonen und den Knöchel intensiver zu behandeln.

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Am Ende der Saison hatten die Mavs 52 Siege bei 30 Niederlagen auf dem Konto. Das reichte für Platz 4 und das erste Mal seit der Championship 2011 gingen die Mavs mit dem Heimvorteil in die 1. Playoff-Runde. Maxi gab schon frühzeitig bekannt, dass er zu den Playoffs wieder einsatzbereit ist und so war es auch. Nur leider verletzte sich ausgerechnet Luka Doncic im letzten Saisonspiel an der Wade und war für Spiel 1 nicht einsatzbereit. Nach hartem Kampf mussten sich die Mavericks mit 93-99 geschlagen geben. Die Defensive stand auch dank Maxi überwiegend gut, aber in der Offensive fehlte eben dieser slowenische Superstar. Brunson (24P) und Dinwiddie (22P) übernahmen zwar die Hauptverantwortung in der Offensive, aber effizient konnten sie dies gegen die Defensive rund um Rudy Gobert  nicht umsetzen (zusammen 15/39 FGs). Maxi traf immerhin zwei seiner fünf Dreierversuche, unterm Korb konnte er seine zwei Versuche allerdings auch nicht verwerten. Insbesondere im vierten Viertel machte Maxi ein gutes Spiel. Erst traf er vier Freiwürfe hintereinander und dann zwei Minuten vor Schluss einen wichtigen Dreier, der die Mavs auf einen Punkt heranbrachte. Leider verfehlte er einen weiteren Dreier, der die Mavs das erste Mal in Halbzeit Zwei in Führung gebracht hätte. Anschließend konnte Dallas nicht mehr entscheidend punkten und die Jazz klauten den Heimvorteil bereits in Spiel 1. Kleber zeigte seinen Wert vor allem in der Defensive wieder und es ist gut möglich, dass er in Spiel 2 mehr als 24 Minuten (wie in Spiel 1) spielt. Man kann nur hoffen, dass die Wurfflaute und die Knöchelbeschwerden ebenfalls überstanden sind und Maxi mit dem ein oder anderen Dreier die Defensive der Jazz auseinanderziehen kann, um auch weitere Freiräume für die Mitspieler zu generieren. Noch wichtiger ist allerdings die baldige Rückkehr von Luka Doncic, der aktuell immer noch fraglich ist. Ohne ihren Superstar sind die Mavericks wohl chancenlos.

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