Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on linkedin

German Watch – Das letzte Update vor den Playoffs 1/2

Die Playoffs stehen vor der Tür! In seiner monatlichen Kolumne für The Vibes Magazine nimmt Philip Wohlfarth aka „Phillie Fiffla“ die deutschen Akteure in der NBA unter die Lupe. Philip ist Host des Podcasts „NBA mit deutscher Brille“ und auf Instagram unter gleichem Namen zu finden. Der Mann weiß also, was bei Dennis Schröder, Maxi Kleber, Daniel Theis & Co. abgeht. In Teil eins des NBA German Watch Updates geht es um die Wagner-Brüder, Isaiah Hartenstein und Dennis Schröder. 

Dennis Schröder: Gefällt die neue Rolle?

Für die Houston Rockets ging es in diesem Jahr nicht mehr ums Gewinnen oder gar um die Playoffs, das war schon länger klar. Vielmehr ging es um die Weiterentwicklung der Talente Green, Sengün und Co., eine schlechte Bilanz hilft ja dazu noch für eine bessere Position im kommenden Draft. Dennis Schröder hat man dennoch als Stabilisator und Veteranen geholt, damit gerade die jungen Guards Kevin Porter Jr. und Jalen Green vom Braunschweiger lernen können. Außerdem könnte er vielleicht auch helfen, dass ein oder andere Spiel zu gewinnen, denn so ganz ohne Erfolgserlebnisse leidet die Motivation. Im Februar gewann man gerade mal ein Spiel, doch Schröder konnte das zunächst auch nicht ändern. Nach ein paar Spielen Verletzungspause Anfang März ging es dann wieder mal gegen sein Ex-Team aus Los Angeles. Schröder kam in diesem Spiel wie auch den Rest der Saison von der Bank und half dabei die Lakers mit 139-130 in Overtime zu schlagen. Solide 12 Punkte und 6 Assists bei nur einem Turnover waren sein Beitrag in diesem Spiel. Nach ein paar Niederlagen gab es dann noch mal 3 Siege aus 4 Spielen. Die Rockets besiegten innerhalb einer Woche die Washington Wizards und zweimal die Portland Trail Blazers, und das mit jeweils mindestens 17 Punkten deutlich. Leider war das zweite Spiel in Portland gleichzeitig auch Schröders letztes Saisonspiel. Aufgrund von Schulterbeschwerden setzte er den Rest der Saison aus. Auch bei den Veteranen Christian Wood und Eric Gordon entschied man sich kein weiteres Risiko einzugehen und dafür den Full Tanking Modus zu starten. In der Folge gewannen die Rockets kein einziges Spiel mehr und beendeten die Saison mit der schlechtesten Bilanz (20-62) ligaweit. Die Playoffs können sie also nur am Fernseher verfolgen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Doch wie hat sich Schröder in diesen letzten Spielen präsentiert? Auf den ersten Blick sehen seine Zahlen eher unterdurchschnittlich aus. In seinen letzten 9 Spielen (nach der Knöchelblessur) legte Schröder 10,9 Punkte, 2,6 Rebounds und 4,8 Assists auf. Die Wurfquoten waren allerdings mit 44,6% Feldwurfquote, 40% Dreier und 87% von der Freiwurflinie über seinem Karriereschnitt und außerdem hatte er bei gleichzeitig nur 2 Turnovern pro Spiel ein gutes Assist/Turnover-Verhältnis. Es wäre sogar noch besser gewesen, wenn seine Mitspieler seine Vorlagen etwas besser verwertet hätten. Doch auch beim zugucken konnte man einen veränderten Schwerpunkt von Schröders Spielweise erkennen. Schröder trat mehr als Playmaker und weniger als Scorer auf. Entweder versucht er einen seiner durchaus potenten Dreierschützen freizuspielen oder er geht vorzugsweise in das Pick-and-Roll mit Center Sengün. Schröders Erfahrung gepaart mit Sengüns hohem Basketball-IQ generierten einige erfolgreiche Plays, die nicht selten in ansehnlichen Highlights des jungen Türken endeten (s. Video oben).

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

In den gerade mal 15 Spielen für die Rockets konnte Schröder somit durchaus seinen Wert für die jungen Rockets aufzeigen. Immer wieder nimmt er sich Green an die Seite und erklärt ihm, wie er seine Explosivität bestmöglich zum Punkten nutzen kann.  Green schwärmte zuletzt von Schröders Energie und Führungsverhalten. Auch Kevin Porter Jr und Coach Silas haben nur gute Worte für Schröder übrig. Porter Jr sieht den Deutschen als „große Hilfe im Lernprozess“ und Silas schätzt den Wert und die Erfahrung Schröders.  Schröder selbst scheint diese neue Rolle auch zu gefallen. Er sieht die jungen Spieler als lernwillig und kann sich eine schnelle Entwicklung vorstellen. Schröder sagte bereits, dass er sich eine Vertragsverlängerung in Houston vorstellen könne, wenn sich ein paar Dinge ändern. Sicherlich möchte er einen Fortschritt im Kader sehen, denn bei aller Liebe zum neuen Job als Entwicklungshelfer will er sicherlich nicht wieder auf dem letzten Tabellenplatz stehen, sondern zukünftig wieder eine Rolle in den Playoffs spielen.

Das Front-Office der Rockets hat im Sommer ohnehin einige Aufgaben zu bewältigen: Was passiert mit John Wall und wen wird man mit einem frühen Lottery-Pick wählen? Eins scheint jedoch sicher: Schröder wird sich zu Beginn der Free-Agency mit den Rockets zusammensetzen und sich ihr Angebot anhören.

Die Wagner-Brüder: Eine ereignisreiche Saison geht zu Ende

Wie in Houston stand auch beim Team der Wagner-Brüder die Entwicklung der Spieler im Vordergrund. Die Orlando Magic konnten den positiven Trend nach dem All-Star-Break zunächst fortsetzen. Aus den ersten 13 Spielen nach dem Familienausflug der Wagners nach Cleveland, konnten die Magic 7 Spiele gewinnen. Vor allem mit dem Sieg gegen Golden State machte Orlando auf sich aufmerksam. Zuhause gewann man 94-90 und Franz hatte wichtigen Anteil daran. Er hatte nicht nur einen starken Start ins Spiel, sondern machte auch die entscheidenden Punkte in der Crunchtime (s.Video). Bruder Moritz konnte nach seiner ausgestandenen Rippenverletzung auch wieder überzeugen. Er legte 3 Double-Doubles auf und beim Sieg gegen Lieblingsgegner Minnesota hatte er 18 Punkte und 6 Rebounds in gerade mal 13 Minuten. Außerdem tauchte er auch immer wieder mit seinen krachenden Dunks in den Top Plays der Liga auf.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Nach diesem Aufwind stellte sich der Erfolg aber plötzlich ein. Vor allem die Offensive der Magic klickte nur noch selten. Es folgten sechs Niederlagen in Folge und man schloss die Saison mit einer Bilanz von 22 Siegen und 60 Niederlagen ab. Immerhin gab es in der letzten Spielwoche noch 2 Siege gegen Cleveland und die zweite Garde der Miami Heat. Mit der Entwicklung der Spieler in dieser Saison können die Magic jedoch zufrieden sein. Cole Anthony, Mo Bamba und Wendell Carter Jr. haben gezeigt was in Ihnen steckt. Rookie Jalen Suggs hatte noch große Probleme mit seinem Wurf, zeigte aber in der Defense sein Potenzial. Anfängerschwierigkeiten zeigte Rookie-Kollege Franz hingegen überhaupt nicht. Auch wenn die individuellen Statistiken zum Saisonende etwas nachließen, spielte Franz eine wahnsinnig gute und konstante Saison. Lange Zeit war er neben Mikal Bridges (Phoenix) und Saddiq Bey (Detroit) der einzige Starter in der Liga, der jedes Spiel absolvierte. Kurz vor Saisonende wurde diese Serie durch eine Verletzung im Spiel gegen Toronto gestoppt. In der Folge musste Franz ein paar Spiele aussetzen. Dennoch war Franz vielleicht der konstanteste Rookie seines Jahrgangs und mit 15,2 Punkten, 4,5 Rebounds und 2,9 Assists (Wurfquote 46,8%) sollte er es in das All-Rookie 1st Team schaffen. Zur Erinnerung: Damit wäre er der erste Deutsche, der es überhaupt in ein All-Rookie-Team schafft. Alles in allem eine sehr starke Saison von Franz. Doch auch Moritz hatte seine wohl konstanteste und beste Saison absolviert. Vor der Saison konnte man sich nicht sicher sein, wie viel Spielanteile der 24-jährige bekommt. Die Verletzungsprobleme der Magic haben ihm sicherlich mehr Chancen verschafft, aber Moritz hat diese eben auch genutzt. Auch wenn der Dreier am Ende der Saison nicht mehr so gut fiel (Saison: 32,8%), steht am Ende der Saison dennoch ein guter True-Shooting-Wert von 62,3% in den Büchern. Auch wenn der Vergleich natürlich etwas hinkt, aber Superstars wie Joel Embiid oder Lebron James haben z.B. einen niedrigeren Wert.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Nun können sich die Wagner-Brüder erstmal entspannt die Playoffs anschauen und davon träumen zukünftig auch in dern Playoffs zu spielen. Ende Juni werden dann die Weichen für die nächste Saison gelegt: Zunächst steht der Draft an, bei dem die Magic mit dem mindestens sechsten Pick ihrem Kader ein weiteres Talent hinzufügen können. Nur eine Woche später (30.6) wird Moritz‘ Vertrag für die kommende Saison garantiert, sofern die Magic ihn nicht vorher entlassen. Aufgrund der ordentlichen Leistungen und dem günstigen Vertrag ist allerdings nicht davon auszugehen, dass sich die Magic von Moritz trennen wollen. Anfang September könnten wir hoffen, Franz und Moritz im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen. Am 1. September startet nämlich die Europameisterschaft, die u.a. in Köln und Berlin ausgespielt wird. Die Brüder haben bislang weder zu noch abgesagt, aber es ist bislang auch unklar, inwiefern der neue Nationalmannschaftstrainer Gordon Herbert mit den beiden Berlinern plant. Er wird sie aber sicher auf dem Schirm haben.

Isaiah Hartenstein: Auch in den Playoffs erfolgreich?

Die Saison der Los Angeles Clippers war von Anfang an von Verletzungen geprägt. Die Ellenbogenverletzung von Paul George zog sich fast bis zum Ende der regulären Saison, doch George und auch Norman Powell kehrten kurz vor Saisonschluss zurück und halfen dabei die Saison mit fünf Siegen in Serie abzuschließen. Die Rollenspieler hatten die Franchise in Abwesenheit der Stars im Mittelfeld der Western Conference gehalten und so konnte man nach dem Schlussspurt eine positive Bilanz von 42 Siegen und 40 Niederlagen aufweisen. Die Clippers haben damit im elften Jahr in Folge eine positive Saisonbilanz, was gleichzeitig die längste Serie der gesamten Liga bedeutet. Mit Platz 8 müssen sie sich allerdings über das Play-In-Tournament für die Playoffs qualifizieren. Um in den Playoffs erfolgreich zu sein, benötigt es in der Regel Starpower, doch leider gibt es keine wirklich vielversprechenden Hinweise, dass Kawhi Leonard in diesen Playoffs zurückkehrt. Dafür können die Clippers ohne Druck aufspielen und junge Spieler wie Hartenstein auf möglichst viel Spielzeit in entscheidenden Spielen hoffen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Hartenstein hat sich nämlich auch im letzten Saisonabschnitt bewährt. Nach seiner Verletzung im Januar verpasste er kein Spiel mehr, spielte nach dem All-Star-Break im Schnitt 21,8 Minuten und legte 10,2 Punkte, 6 Rebounds, 3,5 Assists und 1,1 Blocks pro Spiel auf. In nur 5 dieser 21 Spiele beendete Hartenstein das Spiel mit weniger als zehn Punkten. Dabei ist er mit einer Wurfquote von 63,4% einer der effizientesten Punktesammler des Teams. Highlight war sicherlich das Heimspiel gegen Utah, was gleichzeitig Georges erstes Spiel nach seiner Verletzung war. Der Deutsch-Amerikaner hatte einen richtig guten Abend (14 Punkte, 7 Rebounds, 6 Assists) und überzeugte vor allem auch in der Crunchtime gegen den mehrfachen „Defensive Player of the year“ Rudy Gobert. Hartenstein konnte unter dem eigenen Korb dagegenhalten und glänzte vorne mit guten Pässen und den entscheidenden Punkten (s. Video oben). Zum Ende der Saison hat er zudem seinen Dreipunktwurf vermehrt ausgepackt und diesen auch mehr als nur ordentlich getroffen. In den letzten fünf Spielen nahm er insgesamt 13 Dreipunktversuche und traf davon achtmal von Downtown (s. Video unten).

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Doch die Playoffs haben ihre eigenen Gesetze und daher war es nicht klar, wie viel Spielanteile Hartenstein fortan sehen würde. Das erste Spiel im Play-In-Tournament in Minnesota war ein wenig ernüchternd. Isaiah kam nur für sieben Minuten zum Einsatz. Punkte konnte er nicht sammeln, lediglich 2 Rebounds und einen Assist. In Halbzeit Zwei verzichtete Coach Lue auf Hartenstein und setzte auf Zubac sowie auf Small Ball mit Marcus Morris. Jedoch ohne Erfolg: Die Clippers verspielten eine 10-Punkte-Führung im Schlussabschnitt und müssen nun im Entscheidungsspiel gegen die New Orleans Pelicans ran. Kein einfacher Gegner, denn die Pelicans sind seit der Akquirierung von CJ McCollum ein ernstzunehmender Gegner. Auf der Center-Position wartet Hüne Jonas Valanciunas, gegen den Hartenstein wohl keine Minuten sehen wird. Gegen Hayes und Nance Jr. könnte Hartenstein aber vielleicht wieder zum Zug kommen, es sei denn, Lue setzt in diesem entscheidenden Spiel eher auf die erfahreneren Spieler. Falls die Clippers das Spiel gewinnen, warten in der 1. Runde die Phoenix Suns. Den konnte man letztes Jahr in den Conference Finals auch ohne Leonard das Leben schwer machen (4-2). Gegen Center-Backup JaVale McGee dürften auch ein paar wertvolle Minuten für Hartenstein anfallen. Man kann ihm nur wünschen, dass er dieses Jahr möglichst viel Erfahrung in den Playoffs sammeln kann, und wer weiß, vielleicht kehrt die Klaue Leonard doch noch zurück und ändert alles!

Lust auf mehr NBA Content? Folge uns auf Twitter und Instagram!

Ähnliche Artikel