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Der Kampf um den Westen – Golden State Warriors vs. Dallas Mavericks

Der Kampf um den Westen- Golden State Warriors vs Dallas Mavericks

Der Kampf um den Westen – Golden State Warriors vs. Dallas Mavericks

Die Conference Finals sind in vollem Gange. Die Boston Celtics und die Miami Heat kämpfen um die Krone im Osten, während die Golden State Warriors und die Dallas Mavericks den Westen unter sich ausmachen. Dort kommt es zum Duell eines sehr Playoff erfahrenen Teams, welches innerhalb von vier Jahren drei NBA-Championships gewann und einem jungen, unerfahrenem Team, das seit 2011 das erste Mal wieder eine Serie gewinnen konnten.

Unser Warriors-Experte Pete Kirsten und unser Mavs-Experte Sandro Zähle setzten sich zusammen an diesen Artikel, um beide Seiten der Medaille zu begutachten.

2:0 – nun geht es nach Texas

Das Team aus San Francisco konnte die ersten beiden Partien für sich entscheiden – und dies sogar relativ deutlich. Das erste Spiel gewannen die Hausherren mit 87:112, das Zweite mit 117:126 – nach einem 19 Punkte-Rückstand!

Zu 14,5% treffen die Warriors ihre Würfe besser, als die Dallas Mavericks, die gerade einmal 41,5% ihrer Field Goals durch die Reuse schicken. Die Dreier fallen auf Seiten der Texaner ebenfalls schlechter: Sie verwerten nur 34% ihrer Perimeter Würfe, die Warriors starke 42%. Dies spiegelt sich auch beim Offensiv-Rating wieder. Die Gastgeber legen ihr bestes Offensiv-Rating der diesjährigen Playoffs auf (122,1), während die Mavs ihre schlechteste Offensivleistung abliefern (104,6).

Was müssen die Mavericks besser machen?

Schaut man sich die beiden Spiele an, fällt auf, dass die meiste Last – wie gewohnt – auf den Schultern Luka Doncic‘ lasten. Dieser wird aber via Fullcourt-Defense von Andrew Wiggins mit Erfolg am Angreifen gehindert. Wenn der Warriors-Forward den Mavs-Franchisestar verteidigt, versuchen die Texaner, zu switchen, um Wiggins von Doncic oder Brunson loszueisen. Die Pick & Rolls werden aber größtenteils neutralisiert, wodurch die Offense der Gäste immer wieder ins Stocken geriet und schwere Abschlüsse die Folge sind.

Wenn die Switches funktioniert haben, griffen die Texaner oft entweder den Center Kevon Looney oder Guard Jordan Poole an. Vor allem Looney pickten sie sich heraus, um ihm aus der Zone zu locken und im Eins-gegen-Eins zu schlagen.

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Der Platz unter dem Korb wurde von den Warriors sehr gut verteidigt, wodurch Brunson seine Stärke beim Drive kaum auf das Parkett bringen konnte. Dies lag auch daran, dass Draymond Green, der im diesjährigen All-Defensive Second Team vorzufinden ist, den Guard überraschenderweise verteidigte – in Game 1 mit Erfolg. Der Big Man der Kalifornier hatte aber früh im zweiten Spiel mit Foulproblemen zu kämpfen (nach 28 Spielminuten bereits vier Fouls), wodurch die Mavs besser im Angriff agierten – die Bälle fanden aber nur selten den Weg durch den Korb.

Die Texaner müssen versuchen, die Big Mans der Golden State Warriors aus der Zone zu locken, damit Doncic und Brunson zu ihren Drives zurückgreifen, aber auch, damit Kleber, Finney-Smith und Bullock mit Cuts agieren und die Defense der Warriors durcheinanderwirbeln können. Einfache Punkte in der Zone waren in den diesjährigen Playoffs nämlich die Stärke der Mavs.

Ist Kleber die Lösung?

Im ersten Aufeinandertreffen in den Conference Finals konnte Maxi Kleber gerade einmal 19 Minuten auf dem Feld stehen, da er mit Foulproblemen zu kämpfen hatte. Viele leichte und unnötige Fouls verbuchte er in dieser Spielzeit, und fehlte seinem Team enorm. Da Dwight Powell bereits die ganze Postseason unspielbar ist (bereits in fünf Spielen als Starting Center ohne einen einzigen Punkt), muss Kleber offensiv, als auch defensiv mehr leisten. Besonders das Five out-Lineup bestehend aus Doncic, Brunson, Bullock, Finney-Smith und dem Deutschen birgt offensiv für Gefahr, da die drei Spieler im Frontcourt in der Regular Season alle 40+% vom Perimeter getroffen haben. Hinzu kommen Doncic und Brunson, die durch ihre Variabilität in der Offensive ebenfalls für Furore sorgen. Nicht ohne Grund hat dieses Lineup in den bisherigen Playoffs ein +/- -Rating von +13,4.

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Steve Kerr reagierte aber auf diese Aufstellung, die weder von den Utah Jazz, noch von den Phoenix Suns verteidigt werden konnte, mit einer Zone-Defense. Diese ist zwar anfällig für Dreier, dafür gibt es aber wenig Penetration und daraus resultierend kaum Ballmovement. Da die Zone dicht gemacht wird, können die Mavericks-Akteure auch nur bedingt Offball agieren, da die Drive-Lanes zugestellt werden. Dies hat zur Folge, dass die Texaner wenig miteinander spielen (nur 36 Assists in den zwei Partien) und eher am Perimeter auf eine Aktion ihres primären Ballhandlers warten.

Mavs zu abhängig vom Dreier

Fällt der Wurf von draußen hochprozentig, ist alles in bester Ordnung. Sobald dies aber nicht mehr der Fall ist, brechen sie ein. Das Paradebeispiel lieferten sie in Spiel zwei, als sie kurz vor der Pause mit 19 Punkten führten, die Partie aber noch aus der Hand gaben, weil ab Halbzeit zwei kaum ein Wurf das Ziel fand. So starteten sie mit 1/9 Field Goals in die zweite Hälfte, und ließen die Warriors den Rückstand bis auf -2 verkürzen im dritten Viertel. Dies lag auch daran, dass die Warriors mehr Druck ausübten und die Mavs die Würfe bis spät in die Shotclock verzögerten.

Da halfen auch die 42 Punkte von Luka Doncic in diesem Spiel nicht.

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Lösungsansätze

Um diese Probleme beiseite zu legen, müssen die Mavericks offensiv variabler spielen. Sie müssen öfter mit Double Screens arbeiten, Looney noch mehr angreifen um die athletischen Vorteile ihm gegenüber auszunutzen und verstärkt Offball agieren. An Letzterem muss auch Doncic arbeiten. Er sollte den Wilson vermehrt Brunson oder Dinwiddie überlassen und sich dann mittels eines Screens einen Vorteil in Form eines freien Raumes herausspielen.

Diese Warriors Defense ist legit

Vor allem in Spiel 1 konnte die Warriors Defense überzeugen. Andrew Wiggins macht bisher einen klasse Job gegen Mavericks Star Luka Doncic. Seine überragenden athletischen Fähigkeiten erlauben es ihm im Drive mitzuhalten und sich nicht so leicht schlagen zu lassen. Zwar verzeichnet der Slowene in dieser Serie starke 31,0 Punkte, 6,0 Rebounds und 6,0 Assists, bei 40% von der Dreierlinie, allerdings ist die Warriors Defense auch nicht darauf ausgelegt den mehrfachen All-Star zu stoppen.

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Die Dubs möchten Doncic zwar das Leben schwer machen, doch den Warriors wird es ein großes Anliegen sein, die Rollenspieler der Mavs nicht zum Zug kommen zu lassen und sie bei schlechten Wurfquoten zu halten. Genau das hat in Spiel 1 und in der zweiten Halbzeit von Spiel 2 sehr gut funktioniert. Die schon angesprochene Zonenverteidigung funktioniert bisher ausgezeichnet. Doch in Spiel 3 wird ein variablerer Gameplan von Nöten sein, wenn sich die Dubs auch in fremder Halle belohnen wollen. Bekanntermaßen treffen die Rollenspieler in eigener Halle ihren Dreier besser. Bedeutet also, dass Steve Kerr möglicherweise einige Adjustments vornehmen, wie z.B es den Mavs von der Dreierlinie so schwer wie möglich zu machen.

Die Shooting Power der Warriors dominiert

Die Warriors waren in schon in den vergangenen Jahren ein exzellentes Shooting Team. Auch in dieser Saison und vor allem in dieser Playoff Serie schießen die Warriors alle Lichter aus. Mit ihrer „Death Lineup“, bestehend aus Curry, Thompson, Poole, Wiggins und Green, strahlen die Dubs eine Menge Gefahr von außen aus. Stephen Curry spielt bislang eine exzellente Serie und legt starke 26,5 Punkte und 10,0 Rebounds und 4,5 Assists, bei 48,6% aus dem Feld und 47,4% von der Dreierlinie, auf. Vor allem in Spiel 2 zeigte der Chefkoch was in ihm steckt. Das ständige Double Team der Mavericks stört den zweifachen MVP in keinster Weise, denn das ist er, aufgrund seiner offensiven Gefahr, schon seit Jahren gewohnt.

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Zwar ist sein Splashbrother Klay Thompson noch nicht so ganz in der Serie angekommen (15,0 Pkt, bei 25% Dreier), doch die Warriors haben so viele offensive Waffen, inklusive Kevon Looney, der bislang eine fantastische Serie spielt, dann wiegt das Schwächeln einen einzelnen Stars nicht ganz so schwer. Die Dubs legen in den ersten zwei Spielen ein wahnsinnig beeindruckendes Offensivrating von 123,4 auf. Trotz einer starken Defense in den ersten beiden Playoffrunden, wird es ihnen wohl kaum gelingen die Warriors komplett aus dem Spiel zu nehmen. Dafür sind die Kalifornier schlichtuntergreifend zu breit aufgestellt. Trotz alledem ist die Warriors Offense keinesfalls perfekt. Sie fabrizieren zu viele einfache Turnover (14,0), wodurch die Texaner immer wieder zu einfachen Transition Buckets eingeladen werden. Wenn die Mavericks eine Chance in dieser Serie haben wollen, dann sollten sie in der Defense noch aggressiver und druckvoller agieren und die Warriors zu einfachen Ballverlusten zwingen.

Championship DNA

Die Golden State Warriors dominierten von 2015-2019 das Geschehen in der NBA. In der Zeit wurden sie dreimal zum NBA Champion gekürt und spielten noch zwei weitere Finals. Der Kern der Warriors ist in der Zeit immer der selbe geblieben. Stephen Curry, Klay Thompson und Draymond Green bilden schon seit 10 Jahren Jahren die Big 3 der Dubs.

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Zusammen sind sie durch dick und dünn gegangen und genau aus diesem Grund sind die Kalifornier mehr als bereit für den Titel. Die Rollenspieler sind perfekt in das System der Warriors integriert, die Teamchemie könnte nicht besser sein und die erfahrenen Veteranen der Dubs binden das Teamkonstrukt perfekt ab. Die Warriors spielen zwar nicht immer ihren besten Basketball, doch ihre Erfahrung und Championship DNA sorgen dafür, dass sie selbst „schlechte Spiele“ ins Ziel fahren können. Das fehlt den Mavericks möglicherweise noch. Sie sind jung, talentiert und vor allem engagiert, doch in den Playoffs spielt die Erfahrung eine große Rolle. Nicht umsonst ist ein Jordan Poole schon in seinem dritten Jahr so ein guter Spieler geworden. Denn zu einer erfolgreichen Entwicklung gehört es dazu, dass das Umfeld stimmt. Und ist bei den Warriors definitiv der Fall.

Unser Fazit

Die Warriors sind das eindeutig bessere Team. Sie sind qualitativ und vor allem tiefer besetzt, als die Texaner. Offensiv sind die Warriors bisher nicht aufzuhalten. Und auch in der Defense erledigen sie bislang einen guten Job.  Ihr exzellentes Ballmovement sorgt für freie Abschlüsse, die von den Warriors bislang hochprozentig verwertet werden. Das wird sich in Spiel 3&4 sicherlich ein bisschen legen, denn diese werden in Dallas stattfinden und die Mavs Fans werden ihr Team nach vorne peitschen. Diese Serie ist noch lange nicht durch. Eine Playoff Serie beginnt nämlich erst, wenn das erste Auswärtsspiel des bevorteilten Teams gespielt wurde. Wenn die Warriors Spiel 3 für sich entscheiden sollten, dann wäre das Ding durch. Denn kein Team konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt eine 3-0 Führung drehen. Allerdings ist es nicht gerade unwahrscheinlich, dass die Mavericks ihre beiden Heimspiele gewinnen. Die Suns haben das am eigenen Leib zu spüren bekommen. Die Mavs sind extrem heimstark. Jason Kidd wird mit Sicherheit einige Adjustments vornehmen, um die Warriors Offense zum Stocken zu bringen. Die Dubs befinden sich sicherlich in einer besseren Ausgangssituation, doch die Kalifornier sind noch lange nicht durch. Diese Dallas Mavericks sind niemals abzuschreiben.

NBA Playoffs Preview: Celtics (2) vs Heat (1)

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