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James Harden & die Houston Rockets | Throwback Thursday

James Harden Houston Rockets

James Harden & die Houston Rockets | Throwback Thursday

Am „Throwback Thursday“ möchten wir euch von nun an jeden Donnerstag Teams aus der Vergangenheit vorstellen, die besonders in Erinnerung geblieben sind. Dabei geht es aber nicht zwangsläufig nur um die Teams, die sich am Ende auch die Championship-Ringe angesteckt haben, sondern auch um jene, die es versäumt haben, sich die Krone aufzusetzen. Nachdem letzte Woche die Suns mit D’Antoni und Nash Thema waren, behalten wir das Schema D’Antoni plus Playmaker einfach bei. 

Money Rules Everything

Die Geschichte startet aber nicht mit einer Draft, einem Trade oder einem anderen Drama, sondern direkt in den NBA Finals. Wir sind im Juni 2012 und LeBron James versucht die Schmach gegen die Mavs aus dem Vorjahr vergessen zu machen. Er trifft auf die Oklahoma City Thunder, die wohl über eines der vielversprechendsten Trios der NBA verfügen. In ihren Reihen wirbeln Russell Westbrook, Kevin Durant und Sixth Man Of The Year James Harden. Lange Rede kurzer Sinn: LeBron gewinnt seinen ersten Ring und die Thunder verpassen die große Chance der Small Market Franchise den ersten Titel nach Oklahoma zu holen. Das es in diesem Jahr nicht klappt ist zwar ärgerlich, allerdings werden die drei Stars ihre Prime erst noch erreichen. Alles palletti sollte man also meinen. In der anschließenden Offseason versuchen die Thunder ihre erste Option von der Bank langfristig zu binden, indem sie Harden einen Vertrag mit einer Laufzeit von vier Jahren und einer Aufwandsentschädigung von 55 Millionen Dollar anbieten. Wenn man sich heutigen Gehälter von aufstrebenden jungen Stars anschaut, sind die 55 Millionen natürlich Peanuts. Gleiches denkt sich „The Beard“ in der Offseason 2012, denn er schlägt das Vertragsangebot aus und die Thunder müssen sich nun nach einem Trade umschauen. 

In diesem Moment kommen zum ersten Mal die Houston Rockets ins Spiel. Sie sind an einem Ort in der NBA, den es dringend zu vermeiden gilt: graues Mittelmaß. Die Hochzeiten um Olajuwon, Yao Ming oder T-Mac sind verblasst und die Franchise sehnt sich nach Erfolg. Doch weder nahmen sie an den letzten eben erwähnten Playoffs teil, noch sind sie in einer Position für einen guten Draft Pick. Ihre Offseason besteht bislang aus einem Trade der Kyle Lowry zu den Raptors bringt, sie waiven Luis Scola und traden Courtney Lee. Das einzige nennenswerte Upgrade, dass sie vorweisen können, ist Jeremy Lin und selbst der ist eine Wundertüte. Zwar explodierte Lin im Vorjahr in New York, doch ob er diese Leistungen bestätigen kann und er ein Spieler ist, der die Playoffs zurück nach Houston bringt, ist äußerst fraglich. Doch dann öffnet sich eben diese Tür in Oklahoma, wo ein junger Spieler auf dem Trade Markt verfügbar ist. GM Daryl Morey klopft an dieser Tür an und erkundigt sich nach dem ikonischen Bart. Er schafft es das Front Office der Thunder von einem Trade zu überzeugen und lotst James Harden noch vor dem Saisonstart nach Texas. Jetzt lasst euch diesen Trade auf der Zunge zergehen: Die Thunder bekommen Jeremy Lamb, Kevin Martin, Zwei First Round Picks (Steven Adams, Mitch McGary) und einen Second Round Pick (Alex Abrines). Die Rockets bekommen Cole Aldrich, Daequan Cook, Lazard Hayward und James Harden. Wer hat diesen Trade gewonnen? Daryl Morey und Sam Presti kennen die Antwort heute. 

Ein Einzug in die Playoffs mit einem Kern bestehend aus Lin, Harden, Sophomore Parsons, Asik, Patterson und Carlos Delfino ist alles, aber nicht garantiert im Westen. In Coach Kevin McHales Plan spielt Harden die zentrale Rolle. Anders als in OKC, wo er bloß die dritte Geige spielen durfte. Harden steigerte seine Statistiken im ersten Jahr in Houston von 16,8 auf 25,9 Punkte bei insgesamt sieben Attempts pro Spiel mehr. Nun, wo er von der Leine gelassen wird, schafft er es in seinem dritten Jahr in der NBA ins All Star Team und wird ins All NBA 3rd Team gewählt. Die Rockets schaffen es in die Playoffs. Dort wartet allerdings Hardens Ex und die macht keine Anstalten es sachte angehen zu lassen. Die Thunder gewinnen die Serie souverän mit vier zu eins und die Sommerpause der Rockets fällt erneut üppig aus. 

In der heutigen NBA gewinnt ein Star alleine keine Playoff Spiele, außer er heißt LeBron James. Das hat sich Daryl Morey auch gedacht, denn der Roster der Rockets war für einen tiefen Run zu schwach besetzt. Ein Star der 2013 auf den Markt kommt, scheint zwar kein Spieler mehr zu sein, um den man seine Franchise baut, doch um ihn an die Seite eines Playmakers wie Harden zu stellen ist er ideal. Morey holt diesen Star, der auf den Namen Dwight Howard hört, aus Los Angeles von den Lakers. Dort hat Howard ein Jahr zum Vergessen hinter sich und entschied sich vor den Ansprüchen von Kobe Bryant zu fliehen. Howard sorgt zwar dafür, dass die Rockets insgesamt etwas langsamer spielen als noch im Jahr zuvor, doch sein Zusammenspiel mit Harden scheint durchaus zu funktionieren. 18 Punkte und 12 Rebounds pro Partie und zusätzlich das beste Defensive Rating im Team sorgen dafür, dass Houston seit langer Zeit wieder zwei Spieler zum All-Star Game schicken darf. Das Duo verbreitet im ersten Jahr durchaus berechtigte Hoffnungen auf einen tieferen Run in der Postseason als noch im Vorjahr. 54 Siege im zweiten Harden Jahr sind gar nicht mal so übel und schicken die Rockets mit Heimrecht in die erste Runde gegen die fünftplatzierten TrailBlazers. Wie diese Serie endet? Naja, schaut es euch an. 

 

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Morey Moves und James Hardens Entwicklung

Der Hype um Linsanity ist mittlerweile verflogen und nicht mehr in Houston zu Hause, sondern bei den Lakers. Patrick Beverly ist nun der Vollzeit Point Guard bei den Texanern und Trevor Ariza ist aus Washington gekommen. Außerdem hat man still und heimlich einen gewissen Clint Capela mittelfristig gebunden, Morey hat also auch in dieser Offseason zurückblickend mehrere gute Moves gemacht. Gute Moves die Früchte tragen, denn das Team ist zum zweiten Mal in Folge stark verbessert. Howard verpasst zwar die halbe Saison, doch diese Lücke wird vom Schützen Donatas Motiejunas, Veteran Josh Smith und Terrence Jones gefüllt. Harden entwickelt sich in dieser Saison endgültig zum Superstar und erzielt durchschnittlich 27,4 Punkte pro Spiel. Außerdem entwickelt sich ein Spielstil, der die Rockets langfristig auszeichnen sollte. Sie nehmen und treffen die meisten Dreier der Liga, treffen die fünftmeisten Freiwürfe und haben dafür die zweitmeisten Versuche der Liga. Die Differenz könnte unter anderem an Josh Smith und Howard liegen, die gerade so die 50% von der Linie knacken. Außerdem sind die Rockets in der Top 10 der Assists (9.), was ein weiterer Indikator für ihr penetrate-and-kick Game ist. Dafür haben sie die richtigen Spieler in Jason Terry der 39% seiner Dreier netzt, Motiejunas als Stretch-Big trifft knapp 37%, Harden 37,5%, Ariza 35% und Beverly 35,6%. Das sind keine Werte, die einen umhauen, allerdings sind sie alle auf einem Niveau, dass später einmal eine Rolle spielen sollte. Harden führt Houston auf den zweiten Platz im Westen und soll die Franchise über die erste Runde hinausführen. Dort treffen sie auf die Mavericks und die Hoffnung steigt, dass in diesem Jahr wirklich etwas möglich ist. Wer den Throwback Thursday über die Lob City Clippers noch im Kopf hat, der weiß, wie die zweite Runde ausgehen wird. Harden schlägt die Clippers nach sieben Spielen und zieht zum zweiten Mal in seiner Karriere in die Western Conference Finals ein. Der Franchise Player spielt ähnlich stark wie in der Regular Season, doch um in den Playoffs erfolgreich zu sein, müssen die Stars ihre Leistungen noch steigern. Das gelingt den Rockets nicht und sie verlieren ein Schritt vor den NBA Finals gegen die Golden State Warriors. Eine Serie, welche die Zukunft der Western Conference prägen sollte. 

Harden und Co gehen mit hohen Ambitionen in die Spielzeit 2015/16 doch es lohnt sich nicht einen detaillierten Blick auf diese Spielzeit zu werfen. Kevin McHale wird nach nur 11 Spielen entlassen und J.B. Bickerstaff übernimmt den Rest der Saison.

Sie retten sich immerhin noch in die Playoffs, aber an dieser Stelle sei einfach erwähnt, dass die 73-9 Warriors in der ersten Runde auf die Rockets treffen. Enough Said. 

Der Sommer 2016 ist dafür mal wieder turbulent in Houston. Mike D’Antoni kommt aus New York und übernimmt das Ruder. Dwight Howard verlässt die Franchise in seine Heimat Atlanta. Ryan Anderson und Eric Gordon kommen aus New Orleans. Mike D’Antoni mit einem Playmaker? Da war doch was. Doch D’Antoni spielte nicht den Stil der Suns damals, denn er hatte aus seinen Fehlern gelernt. Dieses Jahr hört er auf die Statistiken und nicht auf die Kritiker und diese Statistiken besagen, dass auf 100 Ballbesitze eine 35% Dreierqoute mehr Punkte bringt als eine 50% Quote in der 2-Point-Range.  Die Rockets spielen mit einem Line Up aus vier Werfern und Capela im Prinzip als Pick and Roll Spieler und Rebounder in der Offense. D’Antonis Team nimmt und trifft die meisten Dreier der Liga mit großem Abstand zum zweitplatzierten Team aus Milwaukee. Am 29. November 2016 treffen die Rockets mehr als zehn Dreier in 17 Spielen hintereinander. NBA Rekord. Die Serie wächst weiter auf insgesamt 27 Spiele. Vier Tage vor dem Rekord am 25. November schmissen sie insgesamt 50 Longballs auf die Anlage. NBA Rekord. Zuvor aufgestellt im Jahr 1996. Die Spielweise bringt Harden ins All NBA 1st Team und er wird zweiter im MVP Voting mit durchschnittlich 29 Punkte und 11 Assists. Die Rockets werden dritter im Westen und nehmen in der ersten Runde Revanche an Oklahoma und der Niederlage in der ersten Runde vier Jahre zuvor. Aber im Ernst wisst ihr was jetzt kommt? Natürlich musste es so kommen. Denn keine Playoff Geschichte in den 2000er Jahren spielt ohne die San Antonio Spurs. Die Spurs gewinnen die Serie unter anderem wegen Plays wie diesem hier: 

 

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Ultimativer Win Now Modus

Also kann auch D’Antoni die Rockets nicht auf Anhieb auf den Thron setzen. Deswegen kommt erneut Daryl Morey ins Spiel. Per Trade holt er mit Chris Paul einen weiteren zukünftigen Hall of Famer an die Seite von Harden. Außerdem kommt mit PJ Tucker ein absoluter Spezialist für das defensive Ende. D’Antoni gibt nun ähnlich wie damals in Phoenix die Kompetenzen in die Hände der beiden Superstars. Harden nutzt die Gelegenheit und staubt den MVP Titel ab. Der Houston Rockets Iso-Ball ist hochkontrovers. Von manchen wird er wegen der Effizienz gefeiert und andere verteufeln ihn, weil er langweilig und einfallslos sei. Chris Paul ist im Podcast von JJ Redick auf diesen Spielstil eingegangen: “We played the whole season learning how to switch screens and the iso ball that everybody hated. We played that way because we knew we got to do that in order to beat Golden State.” Das macht die Zielsetzung für die Saison 2017/18 klar: Die Larry O’Brien Trophy soll nach Houston kommen. Die Rockets dominieren die Regular Season. Sie erzielen die meisten Punkte pro Partie, stellen das beste Offensive Rating und das beste Net Rating. Sechs Spieler scoren double-digits.  Noch viel erstaunlicher ist eine andere Statistik, die man in einem Team von James Harden und von Mike D’Antoni wohl nicht zwingend erwartet. Sie sind sechster im Defensive Rating. Das gelingt ihnen durch ihr Switching, das sie die ganze Saison über durchziehen. Sie gewinnen die erste Runde gegen Minnesota klar mit vier zu eins. Gleiches tun sie in der zweiten Runde gegen die Utah Jazz. Es kommt also tatsächlich zum Matchup, auf das sich eine ganze Saison vorbereitet wurde. Die Rockets spielen gegen die Golden State Warriors, die mit Stephen Curry, Klay Thompson, Kevin Durant und Draymond Green versuchen ihren Titel zu verteidigen. Die Rockets scheinen eine Chance zu haben, denn sie führen zu einem Zeitpunkt mit drei zu zwei in der Serie und sind nur ein Spiel davon entfernt, die Warriors zu schlagen und in die Finals einzuziehen. In Spiel fünf verletzt sich Chris Paul allerdings wenige Augenblicke vor dem Ende und fällt für den Rest der Serie aus. Spiel sechs wird dominiert von den Warriors und es kommt zum alles entscheidenden Spiel und den zwei Lieblingsworten eines jeden Basketballfans. Game Seven! Dort wird den Rockets ihr eigener Spielstil, der sie an diesen Punkt gebracht hat, zum Verhängnis. „Rockets miss 27 consecutive Threes in Game 7“ lautet die Schlagzeile nach dem Spiel und die Titelträume von Harden, Paul und D’Antoni sind erneut begraben, obwohl sie so nah dran waren. Bis heute eine der größten „What If“ Geschichten. Was wäre gewesen, hätte sich CP3 nicht verletzt. Vielleicht wäre die heutige NBA eine andere. Unabhängig vom Ausgang ist diese Serie wohl eine der epischsten der vergangenen Jahre. 

 

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Während der Offseason 2018 verlieren die Rockets mit Trevor Ariza und Luc Mbah a Moute zwei Eckpunkte ihres Systems. Ihr Defensive Rating rutscht von Platz sechs auf Platz siebzehn ab. James Harden powert die Rockets als erster Spieler seit Michael Jordan mit unfassbaren 36 Punkten pro Partie auf den 4. Platz im Westen. Dabei trifft er unter anderem im Regular Season Matchup gegen Golden State einen unmenschlichen Game Winner. 

 

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Durch den vierten Platz nach der Regular Season erwarten die Rockets die Jazz, die wie im Jahr zuvor keine Chance haben. In der zweiten Runde warten wieder die Warriors und auch in diesem Jahr besteht die Chance auf das Weiterkommen. Durant verletzt sich in Spiel fünf, doch die Rockets schaffen es nicht das Momentum zu nutzen und so geht das Spiel an die Warriors, die mit einem weiteren Sieg erneut in die Finals einziehen könnten. Obwohl das Spiel in Houston stattfindet, bezwingen die Warriors das Team von CP3 und Harden durch eine starke Performance von Curry und Thompson in der Crunchtime. 

 

Verzweiflung macht sich breit

Im Anschluss traden die Rockets Chris Paul für Russell Westbrook und vereinen die beiden ehemaligen OKC-Stars erneut. Es heißt Paul und Harden hätten sich nicht verstanden. D’Antoni entwickelt den Small Ball in einen Micro Ball und verzichtet komplett auf einen Center. Daraus resultiert eine respektable Bilanz von 44 Siegen und 28 Niederlagen, in einem Jahr, das durch die Pandemie unterbrochen wurde. Zwar sieht der erste Blick auf die Statistiken durchaus gut aus, aber die Rockets gelten im Laufe der Saison nie so richtig als einer der absoluten Contender. Im Westen sprechen alle über die Clippers und die Lakers. Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, die lange Saisonunterbrechung durch die Pandemie. Harden ist wieder im MVP Gespräch, aber das Team insgesamt ist zu schwach besetzt, ähnlich wie in den Anfangsjahren von James Harden in Houston. Damals hatte dieser aber noch die Zeit auf seiner Seite, heute spielt sie gegen ihn. Er war noch nie in den NBA Finals und das ändert sich auch in der Bubble nicht. Der Micro Ball bringt sie immerhin in die zweite Runde, doch dort sind sie gegen den späteren Champion aus L.A. chancenlos, verlieren vier zu eins und sind somit erneut frühzeitig ausgeschieden, obwohl der Franchiseplayer erneut alles in die Waagschale geworfen hat. Ihm hängt zwar das Image an, er würde in den Playoffs untertauchen, allerdings sind die Rockets mit James Harden in jedem Jahr in die Playoffs eingezogen, unabhängig davon wie tief die Mannschaft besetzt war. Mit etwas Glück wäre seine Legacy heute eine andere. 

Nun ja, wie das Kapitel beendet wurde haben wohl alle noch im Kopf. So lange ist es schließlich nicht her. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte, weshalb dieser Rückblick auch an dieser Stelle endet. 

 

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