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Sollte Kristaps Porzingis der 2. Star eines (baldigen) Contenders sein?

Kristaps Porzingis - Co-Star

Sollte Kristaps Porzingis der 2. Star eines (baldigen) Contenders sein?

Die Personalie Kristaps Porzingis spaltet die Gemüter der Fans seit Jahren. Oftmals zwischen Genie und Wahnsinn wandelnd, wurde er bei den Dallas Mavericks als zweiter Star auserkoren, steht aber dennoch häufig in der Kritik. Die Gründe dafür, ob er womöglich besser als sein Ruf ist und wie groß die Rolle des Letten bei einem Contender wirklich sein sollte, wird im heutigen Artikel beantwortet.

Kurz zu meiner Person

Mein Name ist Sandro Zähle und seit neuestem bin ich Redakteur bei thevibesmagazine. Ich beschäftige mich schon seit knapp zwei Jahren auf Instagram mit der Franchise aus Dallas, und darf mich auch hier mit diesem fantastischen Team auseinandersetzen.
Für weitere Fragen oder Artikelwünsche meldet euch gerne bei @dallasmavs_germany.

Porzingis Verletzungshistorie

Zeit seiner NBA-Karriere plagt sich Porzingis mit Verletzungen, schafft es selten, über eine ganze Saison fit zu bleiben, und besonders seine Knie bereiten ihm immer wieder Probleme.

Im Dezember 2017 begannen seine Beschwerden im linken Kniegelenk, deswegen fiel er das ein oder andere Spiel aus und riss sich im gleichen Gelenk drei Monate später das vordere Kreuzband, als die New York Knicks am 6. Februar gegen die Milwaukee Bucks spielten.

Daraufhin setzte er für die gesamte Saison 2018/19 aus, und bestritt erst am 23. Oktober 2019 seine nächste Partie, dort dann aber in einem anderen Jersey.

Während der Spielzeit, in der er keine einzige Partie bestritten hatte, wurde er am 31. Januar 2019 getradet. Die New York Knicks bekamen Wes Matthews, DeAndre Jordan, Dennis Smith Jr. sowie den First Round-Pick des 2021er Drafts und den Top 10 geschützten 2023-er First Round-Pick. Mit dem ,,Einhorn“ wurden Courtney Lee, Trey Burke und Tim Hardaway Jr. nach Texas geholt.

Was war das Ziel aus Mavs-Sicht? Einen zweiten Star neben Luka Doncic.

Diesen Erwartungen läuft er aber seit seinem Debüt hinterher.

Warum?

Kristaps Porzinigs Probleme – Die Defense

Durch seine Verletzungen hatte der Lette meist nur wenig Zeit, sich in ein neues System einzugewöhnen bzw. erstmal fit zu werden.
In den letzten drei Sommern konnte er nur an einem Trainingscamp teilnehmen, ansonsten war er mit Reha beschäftigt. Er kam dementsprechend fast immer kalt in die Saison, und musste sofort funktionieren.

Vor allem in dieser Saison hat man anfangs seine Limitierungen gesehen. Nachdem er sich im 1. Playoff-Spiel in der 1. Runde gegen die LA Clippers im August seinen Meniskus im rechten Kniegelenk riss, trotzdem noch Spiel zwei und drei bestritt, fiel er wieder aus.
Der medizinische Stab versuchte es erst konservativ, was die Mavericks damit begründeten, dass sie dachten, die neue Saison würde erst später starten (Start war kurz vor Weihnachten 2020). Diese Methode stellte sich dann aber nicht für richtig heraus, wodurch einiges an Zeit verschenkt wurde, und KP letztendlich doch unter das Messer musste.

Nach fünfmonatiger Pause durfte er dann am 14. Januar diesen Jahres gegen die Charlotte Hornets wieder spielen.

Für die Mavs war es eine schwierige Phase, da einige Tage vorher fünf potentielle Starter in Quarantäne gehen mussten. Das merkte man dem Team an, was aber keine Ausrede sein soll.

Porzingis war sowohl offensiv, als auch defensiv, anfällig. Der gewünschte Big, der um Rebounds kämpft und in Zweikämpfe geht, war nicht vorhanden. Er wirkte sehr zögerlich, kam immer einen Schritt zu spät und machte den Eindruck, als ob er Angst habe, in direkte Duelle zu gehen. Sein Net-Rating in der Zeit von seinem 1. Spiel in diesem Jahr und dem 6.2.2021 betrug -4,8, er holte sich für seine Größe nur 20% der defensiven Rebounds (im Vergleich: Boban Marjanovic holte sich knapp 31% mit der gleichen Größe) und sein Defensiv-Rating stieg im Vergleich zur Vorsaison um mehr als sechs Punkte an.

Auch jetzt, wo er wieder fit ist, hat er Probleme im Eins-gegen-eins, besonders gegen kräftigere Center. Das liegt vor allem an seiner schmalen Statur und dem hohen Körperschwerpunkt, wodurch er sich leicht wegschieben lässt und es ihm schwerer macht, gegen stärkere Bigs einen Rebound zu holen. Trotzdem liegt er bei den defensiven Rebounds im 70. Perzentil und bei den offensiven Rebounds knapp hinter Anthony Davis (40. Perzentil).

So viel zu seiner Defensive. Kommen wir zum offensiven Part.

Kristaps Porzinigs Probleme – Die Offense

Porzingis nahm sich besonders zu Saisonbeginn zu viele sinnlose Dreier. Manchmal mit 17 Sekunden auf der Shotclock, oder fast vom Parkplatz. Insgesamt waren seine Würfe kaum vorbereitet.

Eine weitere Schwäche ist das eben angesprochene Post-Game: Hier hat er es wieder aufgrund seiner Körperstatur und seines hohen Körperschwerpunkts nicht leicht.

Das ist aber nicht der einzige Grund. Seine Wurfvorbereitung ist fast gar nicht vorhanden, da er den Ball fängt, sich dreht und mit einem (Fadeaway-) Jumpshot abschließt. Er legt sich, auch wenn noch die eins/zwei Sekunden auf der Uhr wären, seinen Gegner nicht zurecht, drückt seinen Gegenspieler kaum weg und schafft sich dadurch eigentlich überhaupt keinen Raum zum Werfen. Besonders zu Saisonbeginn sah er im Post sehr unbeholfen aus und manchmal hatte ich den Eindruck, dass er einfach geworfen hat, ohne groß zu wissen, wo der Korb genau hängt.

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Ein weiteres offensives Problem liegt beim Letten in der Shot Creation: Kristaps Porzingis und Playmaking. Das wird wohl nie eine gegenseitige Liebe. Er kann weder für sich, noch für andere kreieren, wodurch der Lette sehr abhängig von anderen ist. Letzte Saison waren nur 19% seiner Abschlüsse nicht assistiert, diese Saison sind es 20% (80. Perzentil). Im Zweipunktebereich wurden diese Spielzeit 72,5% seiner Würfe vorbereitet, bei den Dreiern sind es sogar 97%.

Kristaps Porzingis Stärken

Ich werde mich hier auf zwei Stärken beschränken.

Um im offensiven Bereich zu bleiben, reden wir erstmal über sein Spacing. Auch wenn Porzingis 89% seiner Spielzeit als Center aufläuft, findet man ihn im Angriff nur selten in Korbnähe. Oft zieht er nach einem Pick&Pop raus hinter die Dreierlinie, oder stellt sich direkt in die Long Midrange, um das Feld auseinanderzuziehen und damit Platz für Luka Doncics Drives zu machen.

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Seine zweite Stärke ist die Rim Protection. Er blockt 1,6 Würfe pro Spiel und befindet sich damit im 76. Perzentil. Sein Defensivrating liegt bei 113, was aber seinem desaströsen Saisonstart zu verdanken ist (bis zum 6.2.: 115,9).

Man sieht Veränderungen und Verbesserungen in seinem Spiel während der Saison, an der ein oder anderen Stelle sollte er sich allerdings noch weiterentwickeln.

KP´s Baustellen

Er muss einerseits Selbstsicherheit und Vertrauen in seinen eigenen Körper bekommen, damit er wieder hundertprozentigen Einsatz wie in der Orlando Bubble zeigen kann. Zusätzlich sollte er effizienter als Cutter und als Off-Ball-Screener agieren. An seinem Playmaking und Postspiel ist noch Verbesserungsbedarf vorhanden, und mit seiner Größe sollte er auch öfter am Rim stehen und abschließen, wo er nur 27% seiner Wurfversuche nimmt (Dreier: 35%). Das soll nicht heißen, dass er die ganze Zeit unter dem Korb stehen soll, da er ein zu guter Dreierschütze ist. Es würde seinen Spiel jedoch extrem helfen, wenn er etwas variabler in seinem Offensivspiel werden würde.

Das Fazit

Als zweiter Star eines baldigen Contenders ist er zu sehr von seinen Mitspielern abhängig, und setzt zu viele Spiele aus. In back-to-backs fehlt er fast immer in einem Spiel, was als zweiter Franchisespieler eigentlich nicht der Fall sein dürfte bzw. sollte.

Sollte man versuchen ihn im Sommer zu traden? Nur wenn eine Chance besteht, einen All Star-Center mit Wurf zu bekommen. Ist ein Trade also realistisch? Nein. Das liegt nicht daran, dass die Mavs keine Angebote für ihn bekommen werden, sondern dass es höchstwahrscheinlich keine wirklich guten sind und die Mavericks allgemein nicht als Franchise bekannt sind, die am Kader viel verändern.

Wie können die Mavs mit KP Erfolg haben?

Die Franchise muss ihm klarmachen, dass er nicht die Nummer zwei, sondern bestenfalls die Nummer drei sein kann, auch wenn ihm das wohl nicht leichtfallen wird. Die Mavericks brauchen noch einen weiteren Star, der Playmaking-Skills mitbringt und auch für Luka Doncic kreieren kann. Besonders in Crunchtime-Situationen merkt man, dass sobald die Gegner den Slowenen aus dem Spiel nehmen, nicht mehr viel Ballmovement stattfindet.

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