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NBA German Watch Update November 1/2

NBA German Watch November Update 1/2

NBA German Watch Update November

In seiner monatlichen Kolumne für The Vibes Magazine nimmt Philip Wohlfarth aka „Phillie Fiffla“ die deutschen Akteure in der NBA unter die Lupe. Philip ist Host des Podcasts „NBA mit deutscher Brille“ und auf Instagram unter gleichem Namen zu finden. Der Mann weiß also, was bei Dennis Schröder, Maxi Kleber, Daniel Theis & Co. abgeht. Los geht’s mit Teil 1 des German Watch Updates zur laufenden Saison.

Maxi Kleber: Auf dem Weg zurück zum Starter?

Die Vorzeichen für Maxi Kleber waren vor der Saison nicht die Besten. Unter dem neuen Trainer Jason Kidd hatte er zunächst einen schweren Stand. In der Preseason und in den ersten Saisonspielen waren seine Einsatzminuten von der Bank kommend ziemlich limitiert. Spielte er letzte Saison im Schnitt 26,8 Minuten, waren es in den ersten 3 Saisonspielen gerade mal knapp 18 Minuten pro Partie. Maxi schien zunächst etwas verunsichert und innerhalb des Bench-Lineups nicht richtig zurechtzukommen. Das Blatt wendete sich aber schnell, da Maxi zum einen seine Leistung deutlich steigerte und zum anderen die anderen Big Men im Kader strauchelten. Beeindruckend waren seine 6 Blocks gegen die San Antonio Spurs, mit denen er seinen Karrierebestwert einstellte. Als Porzingis dann mit Rückenproblemen ausfiel, rückte Maxi am 7. Spieltag gegen die Sacramento Kings in die Startformation. Er begann stark, legte ohne Fehlwurf gleich zu Beginn 7 Punkte auf, verletzte sich dann aber beim Reboundversuch ebenfalls am Rücken. Das Resultat war: Drei komplette Wochen Pause.

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Am 22. November feierte er gegen die L.A. Clippers sein Comeback. In den 4 Spielen nach seiner Rückkehr bewies er wieder seinen Nutzen. Auch wenn sein Wurf von der Dreier-Linie in den letzten Spielen etwas schwächer war, hat er über die Saison immer noch einen starken Wert von 39%. In den letzten Spielen hat er dafür mit mehr Punkten unmittelbar am Ring auf sich aufmerksam gemacht. Insbesondere das Zusammenspiel mit Luka Doncic läuft wieder deutlich besser. Die daraus resultierenden athletischen Alley-Oop-Dunks sind absolut sehenswert. Insgesamt trat Maxi in der Offensive aber variabler auf, nutze Größenvorteile unter dem Korb und ließ auch den Ball gut laufen. Im Rematch und Sieg in Overtime gegen die Clippers verteilte er sechs Assists (5 davon im 4. Viertel), womit er einen weiteren Karrierebestwert erzielte. Jüngst lobte ihn Coach Kidd als sehr intelligenten Spieler mit einer großartigen Persönlichkeit, der alle Positionen verteidigen kann und den Mavericks in den vergangenen Wochen sehr gefehlt hatte. Man kann sich daher fragen, ob Maxi demnächst auch von Anfang an ran darf. Powell, Cauley-Stein und zuletzt auch Moses Brown konnten als Starter nicht überzeugen. Kidd setzte vor der Saison auf Powell als Center, damit Porzingis mehr von außen agieren kann. Gerade Maxis gezeigte Fähigkeit auch am Ring zu punkten, könnte ein Schlüssel für die Startaufstellung sein. Defensiv ist er ohnehin variabel genug. Ob von Anfang an oder von der Bank, Maxi hat auf jeden Fall wieder gezeigt, wie wertvoll er für die Mavericks ist und wird daher wohl auch weiterhin viele Minuten sehen.

Daniel Theis: Harte Zeiten in Houston!

Als Theis den für seine Verhältnisse hochdotierten Vertrag in Houston unterschrieben hatte, wusste er, dass er künftig öfters als Verlierer vom Parkett gehen würde. Dass er nach sechszehn Spielen nur einmal als Sieger in die Kabine gehen würde, hätte er aber wohl nicht erwartet. In einem Interview stellte er mittlerweile klar, was seine Beweggründe für den Wechsel nach Houston waren. Insbesondere ging es ihm darum sich und seine Familie finanziell abzusichern. Dafür nahm er die Rolle als Veteran an, indem er vor allem als Mentor für den talentierten Big Man Alperen Sengün fungieren sollte. In den ersten Wochen der Saison funktionierte aber fast gar nichts bei den Rockets. Bislang habe sie die meisten Ballverluste (18,5) und die zweitschlechteste Offensive der Liga (Offensive Rating: 100,0). Auch bei der Dreierquote sind sie ligaweit mit nur 32,9% auf Platz 24. Dabei sind diese Werte in den letzten 3 Spielen noch stark verbessert worden, weil es plötzlich drei Siege in Folge gab, in denen die Rockets die Chicago Bulls, die Charlotte Hornets und nun auch die Oklahoma City Thunder schlugen. Gegen Chicago und Charlotte warfen sie dabei sogar knapp 47% von außen, und das sogar bei hohem Volumen.

Also wieder alles gut für Daniel in Houston? Nun wird er sich sicher über die Siege seiner Mannschaft freuen, allerdings wird seine Freude sicherlich etwas getrübt sein, da er selbst nicht direkt dazu beigetragen hat. Nach der langen Niederlagenserie probierte Coach Stephen Silas ein paar Dinge aus, und mit der Herausnahme von Theis begannen die Rockets plötzlich zu gewinnen. Theis kam nicht von der Bank, sondern war gleich ganz raus aus der Rotation. Christian Wood übernahm die Center-Position und insgesamt traten die Rockets mit Porter Jr., Gordon, Tate und Garisson Matthews (als Ersatz für den verletzten Rookie Jalen Green) deutlich kleiner auf. Lag es also nur an Theis? Sicherlich lag es nicht allein an Theis, allerdings konnte der Deutsche bislang auch nicht wirklich überzeugen. Seine komplette Statline ist bei nur geringfügig weniger Minuten schlechter als in den vorigen Jahren (s. Tabelle).

Theis Minuten Punkte Rebounds Assists Blocks FG%
20/21 24,6 9,6 5,5 1,7 0,9 54,1
21/22 23,3 8,6 4,7 0,7 0,5 48,5

Weder beim Rebounding noch in seiner Paradedisziplin Defense konnte er große Akzente setzen. In der Offensive funktioniert das Zusammenspiel mit Wood und den jungen Guards nicht wirklich. Wood und Theis nehmen sich oft den Platz weg und der schwankende 3er von Theis hilft beim Spacing auch nicht. Zu selten gab es Ausrufezeichen des Deutschen wie gegen die Dallas Mavericks (15 Punkte, 10 Rebounds) oder die Denver Nuggets, bei dem er neben effizienten 18 Punkten auch noch Nikola Jokic erfolgreich eindämmte. Wann wir Theis das nächste Mal so spielen sehen können bleibt unklar. Mit seinem langfristigen Vertrag wird er allerdings nicht ewig auf der Bank schmoren, zumal die NBA sowieso ein schnelllebiges Geschäft ist. Auch in dieser Situation wird er Vorbild für die jungen Spieler sein, die auch jetzt zu ihm hinaufschauen werden. Theis ist Vollprofi und Teamplayer und wird da sein, wenn er wieder gebraucht wird. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass die Rockets sich potenzielle Trades anhören, allerdings kann er mit seinem erst kürzlich abgeschlossenen Vertrag erst nach dem 15. Dezember getradet werden. Theis hat seinen Wert in der NBA bereits bewiesen und könnte auch bei anderen Teams auf Interesse stoßen, die Verstärkung in der Defensive suchen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Houston entwickelt – um seine finanzielle Sicherheit muss sich Theis dabei allerdings keine Sorgen machen.

Isaiah Hartenstein: Endlich seinen Platz gefunden?

Der Sommer zog sich lange beim 23-jährigen Deutsch-Amerikaner. Obwohl einige Teams Interesse zeigten, musste er sich erst durch das Trainingscamp der L.A. Clippers beißen, um einen garantierten Vertrag zu erringen. Doch manchmal zahlt sich harte Arbeit aus – so scheint es bei Hartenstein auch zu sein. Nachdem er in den letzten Jahren weder in Houston noch in Denver glücklich wurde und in Cleveland nach dem Draft von Evan Mobley keine Perspektive sah, könnte er in Los Angeles endlich eine Heimat gefunden haben. Zumindest kann man nach 21 Spielen eine erste sehr positive Zwischenbilanz ziehen. Hartenstein hat eine feste Rolle im Kader, spielte bis auf den Season-Opener gegen Golden State jedes Spiel und beeindruckt dabei Fans, Mitspieler und vor allem auch seinen Coach Tyronn Lue. Die Zahlen lesen sich hervorragend: Im Schnitt kommt der Big Man auf 7,2 Punkte, 5 Rebounds, 1,5 Assists und 1,1 Blocks in gerade mal 15,7 Minuten Spielzeit. Dabei trifft er effiziente 64,5% seiner Würfe und auf 100 Ballbesitze gerechnet, erzielen die Clippers 11,4 Punkte mehr als der Gegner, wenn Hartenstein auf dem Feld ist (Net Rating). Doch nicht nur die Zahlen sind gut. Schaut man sich ein Spiel oder Highlights der Clippers an, fällt Hartenstein mit seiner Vielseitigkeit regelmäßig positiv auf. Vor allem sind dabei seine messerscharfen Pässe zu nennen, die seine Mitspieler zu schätzen und in Punkte umzuwandeln wissen. Seine Mitspieler revanchieren sich daher gerne mit guten Vorlagen ihrerseits. Immer wieder finden Sie ihn in guter Position nah am Ring. Ob mit einem Lob- oder sogenannten Pocket-Pass, Hartenstein verwandelt entweder elegant oder mit Wucht. Die Chemie mit den Rollenspielern Eric Bledsoe, Luke Kennard oder Terrance Mann ist dabei wirklich verblüffend.

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Doch nicht nur am offensiven Ende zeigt Hartenstein gute Leistungen, auch in der Defense zeigt er sich stark verbessert. Am Korb verteidigt er ziemlich ordentlich und ist dabei auch nicht mehr ganz so foul-anfällig. Zudem liefert er auch am eigenen Korb einige Highlight-Plays. Besonders der Block gegen Minnesotas Jaden McDaniels war sehenswert. Abgerundet hat Isaiah das Play mit der Mutombo-Geste „Not in my house“. Verbessern kann er sich hingegen bei der Verteidigung gegen schnelle Guards. Da hat er nach wie vor große Probleme effektiv zu verteidigen. Doch insgesamt muss man sagen, dass sich Hartenstein perfekt bei den Clippers eingefunden hat. Er scheint sehr gut in das Team reinzupassen und kann so all seine Stärken optimal ausspielen. Sein Rebounding ist klasse und sein gutes Händchen bei den Floatern hat er auch wieder gefunden. Hartenstein konnte seine Minuten bislang also nahezu optimal nutzen, doch automatisch gesetzt ist er dadurch noch nicht beim Borderline-Contender aus L.A.. Musste sich Veteran Serge Ibaka zu Saisonbeginn noch von seiner Rücken-Operation erholen, stößt er jetzt wieder zurück in die Rotation. Verfügbare Minuten im Frontcourt werden also eher weniger, doch Hartenstein scheint sich nachhaltig empfohlen zu haben. Coach Lue probiert derzeit einige Dinge aus. Eine Rotation zwischen Zubac, Ibaka und Hartenstein scheint denkbar. Gegen Detroit durften Ibaka und Hartenstein gleichzeitig auflaufen, gegen Golden State hingegen spielte Ibaka die erste und Hartenstein die zweite Halbzeit. Sicher ist aber wohl, wenn Hartenstein weiter diese Leistungen zeigt, wird er auch weiterhin regelmäßig spielen. Möglicherweise kann er sich auch in die mittel- bis langfristigen Planungen bei den Clippers spielen und so für einen längerfristigen Vertrag empfehlen. Eine längere Station bei einem Team wäre ihm nach den ersten wechselhaften Karrierejahren auf jeden Fall zu wünschen.

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