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NBA German Watch Update Januar 1

NBA German Watch Januar Update 1

NBA German Watch Update Januar – Teil 1/2

In seiner monatlichen Kolumne für The Vibes Magazine nimmt Philip Wohlfarth aka „Phillie Fiffla“ die deutschen Akteure in der NBA unter die Lupe. Philip ist Host des Podcasts „NBA mit deutscher Brille“ und auf Instagram unter gleichem Namen zu finden. Der Mann weiß also, was bei Dennis Schröder, Maxi Kleber, Daniel Theis & Co. abgeht. In Teil 1 des NBA German Watch Januar Updates geht es um Isaac Bonga, Isiaha Hartenstein und Dennis Schröder. Zum zweiten Teil geht’s hier.

Isaac Bonga: Ein kleiner Fortschritt vor dem Dämpfer

Der Dezember war für Isaac, wie für viele NBA-Spieler, ziemlich wechselhaft. Vor allem war es die hartnäckige Hüftverletzung von OG Anunoby, die viele Minuten in der Raptors-Rotation freisetzte, doch auch die Big-Men-Rotation war durch die Ausfälle von Birch und Achiuwa ausgedünnt. Goran Dragic steht zwar nach wie vor auf der Gehaltsliste, aber mit ihm wurde zwischenzeitlich eine Vereinbarung getroffen, dass er erstmal gar nicht mehr für die Raptors spielen wird. Auch wenn Konkurrent Yuta Watanabe von seiner Verletzung zurückkehrte, hatte Bonga jetzt regelmäßig Spielanteile.

Von Ende November bis Mitte Dezember stand der Deutsche bei acht von zehn Spielen auf dem Parkett. Manchmal war es nur Garbage Time, aber er bekam auch einige relevante Minuten. Gegen Milwaukee machten die Raptors ein gutes Spiel, doch Barnes und Siakam hatten mit Foulproblemen zu kämpfen. Trainer Nick Nurse griff auf Bonga zurück, der in den 3 Minuten im dritten Viertel die Stellung hielt. Die Dinos gewannen das Spiel mit 97:93.

Gegen Oklahoma City durfte Izzy dann sogar über 13 Minuten aufs Feld. Vor dem frenetischen, heimischen Publikum traf er dann auch endlich seinen ersten Dreier der Saison und traf zudem seine beiden Freiwürfe. Außerdem verbuchte er noch einen Block und eine Vorlage. Unterm Korb vergab er jedoch leider weitere Chancen. Das Spiel ging auf dramatische Weise mit 109:110 verloren. Mitspieler und Rookie Justin Champagnie tippte zwar den Airball von Fred vanVleet mit dem Buzzer in den Korb, jedoch wurde sein erster Game-Winner zurückgepfiffen, da er wenige Milisekunden zu spät kam.

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Bei den Kantersiegen gegen Sacramento und Golden State bekam Isaac dann zum Schluss wenigstens einige Minuten Spielpraxis, in denen er sich mit ein paar guten Aktionen empfehlen konnte.

Auch wenn die Spielzeit insbesondere auf verschiedene Ausfälle zurückzuführen ist, kann man die Einsätze von Bonga als kleinen Fortschritt werten. Leider wurde dieser durch einen krassen Corona-Ausbruch gedämpft.

Innerhalb von einer Woche mussten drei Spiele abgesagt werden. Waren es zunächst die Gegner (Bulls und Magic), die nicht genügend gesunde Spieler zur Verfügung hatten, waren es kurz vor Weihnachten die Raptors selbst, die plötzlich mehr als zehn (!) Spieler im Health-Safety-Protokoll hatten.

Der geimpfte Bonga war bei diesen Ausfällen noch einsatzbereit, doch am Christmas-Day kam auch er ins Protokoll. Vermutlich hatte auch er einen positiven Test, doch da er bereits am 2. Januar wieder verfügbar war, kann man von einem maximal milden Verlauf ausgehen.

Gegen die New York Knicks kam er allerdings erstmal nicht zum Einsatz. Bonga muss nun wieder auf seine Chancen warten, da die Ausfallliste der Raptors ziemlich eingeschrumpft ist, und auch Konkurrenten wie Watanabe ihre Chancen nutzen konnte (u.a. 2 Double-Doubles).

Doch vielleicht bringt der Januar wieder „Izzy Efficiency“ zurück. Vor 2 Jahren hatte er im Wizards-Trikot einen extrem effizienten Monat aufgelegt (True-Shooting von 75.6% in 15 Spielen und 20.6 Minuten).

Isaiah Hartenstein: Die perfekte Rolle

War die Überschrift im letzten Beitrag zu Hartenstein noch mit einem Fragezeichen versehen, kann man jetzt wohl ein Ausrufezeichen hinter „Endlich seinen Platz gefunden“ setzen. Die darauffolgenden Wochen waren nämlich noch beeindruckender und seine Rolle scheint gefestigt, trotz der Rückkehr von Serge Ibaka und einem späteren Rückschlag.

Während Ibaka schwankende Leistungen zeigte, bestach Hartenstein weiter mit seiner beeindruckenden Effizienz und seiner vielfältigen Spielweise. Ob Punkte, Defensive oder Playmaking, irgendwie leistet der Deutsch-Amerikaner immer seinen Beitrag von der Bank.

Da gab es zum Beispiel die eindrucksvollen 4 Blocks beim Sieg gegen die Portland Trail Blazers, wo er das bosnische Biest Jusuf Nurkic gleich zweimal im vierten Viertel blockte. Oder als er beim Sieg gegen Meisterschaftsaspirant Phoenix seinen Karrierebestwert von 7 Assists einstellte. Auch beim nächsten Top-Team aus Utah spielte er gut und legte einen Saisonbestwert von 15 Punkten auf. Zudem macht er sich mit Aktionen wie im Stadtderby gegen die Lakers einen Namen. Isaiah dunkte eindrucksvoll gegen den „King“ persönlich, auch wenn der umgehend Rache nahm.

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Es lief also ziemlich gut bei Hartenstein. In neun Spielen im Dezember legte er bei durchschnittlich 5,3 Versuchen pro Spiel immer mindestens 50% Trefferquote auf. Über die Saison hinweg hat er eine Wurfquote von 66,2% und sein Net Rating ist mit 9,0 das mit Abstand beste im ganzen Team.

Ibaka musste hingegen zwischenzeitlich wieder von außen zuschauen. Erst war seine Herausnahme aus der Rotation leistungsbedingt, dann gab es eine Meldung über einen Kontakt zu einem positiven Corona-Fall. Die anschließenden Tests waren negativ, offiziell verpasste er das erste Spiel auch nur aus „persönlichen Gründen“. Später kam er dann trotzdem ins Health & Safety-Protokoll. Ganz durchsichtig war die Situation jedoch nicht und Ibaka selbst heizte Gerüchte über einen möglichen Trade an, indem er mit Zustimmung auf einen entsprechenden Tweet reagierte.

Es passierte aber erstmal nichts. Einen Bericht über einen positiven Test gab es nicht, und so konnte man darüber spekulieren, was an den Gerüchten dran war. Später sprach Ibaka zumindest über eine schwierige, neue Situation. Hartenstein profitierte zunächst jedoch von noch mehr Spielzeit (3x in Folge mehr als 20 Minuten), verletzte sich dann jedoch am 18. Dezember im Spiel gegen die Thunder am Knöchel. Beim Blockversuch gegen Shai Gilgeous-Alexander knickte er beim Aufkommen unglücklich um. Seitdem konnte Hartenstein nicht mehr spielen und Ex-Champion Ibaka übernahm wieder die Rolle des Backup-Centers.

Bald sollte Hartenstein aber wieder einsatzbereit sein und sicherlich auch wieder ordentlich Minuten sehen, denn die Clippers und Trainer Tyronn Lue haben in ihm einen perfekten Rollenspieler mit Potenzial gefunden. Hartenstein erfüllt seine Rolle bislang perfekt und dürfte selbst auch sehr glücklich mit dem bisherigen Saisonverlauf sein. Nun gilt es die bisher gezeigten Leistungen über die ganze Saison zu zeigen. Dazu gehört natürlich auch fit und gesund zu bleiben und kleinere Rückschläge wie eine Knöchelverletzung wegzustecken.

Dennis Schröder: Der heißeste Trade-Kandidat der Liga?

Der Dezember verlief bei den Boston Celtics wie die Wochen zuvor konstant inkonstant. Das Team von Dennis Schröder dümpelt bei einer Siegquote um die 50% rum, auf vielversprechende Leistungen folgen ernüchternde Niederlagen und so weiß man immer noch nicht, was die Celtics eigentlich leisten können, geschweige denn welche Identität dieses Team hat.

Muss dieser Kader nur zusammenfinden, fehlen 1 oder 2 Schlüsselspieler oder ist dieses ganze Konstrukt missraten und wird nur von den beiden Stars Tatum und Brown aufrechterhalten?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, doch eine Konstante gibt es vielleicht doch bei diesem Team: Der stetige Ausfall von Spielern und damit ständig wechselnde Rotationen. Schröders Einsatzstatistik ist dafür exemplarisch. Von 37 Spielen spielte er 30, davon 19 als Starter und 11 von der Bank. Eigentlich war er als Anführer der Bank vorgesehen, aber die ständigen Ausfälle lassen ihn immer wieder in die Starting Five rücken. Das Gute für Schröder an der Sache: Nach wie vor spielt er als Starter deutlich besser, als wenn er von der Bank kommt (Wurfquote 47,8% vs. 31,5%). Bei dem Kantersieg gegen Portland legte er Anfang Dezember sogar 31 Punkte und 8 Assists in 31 Minuten auf, und das nur eine Nacht, nachdem er in Utah 26 Punkte auflegte.

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Seine Rückkehr ins Staples Center verlief nicht so schön. Unter Buhrufen der Lakers-Fans erzielte er gerade mal zehn Punkte. Westbrook und die Lakers konnten sich also für die Niederlage in Boston rächen.

Im weiteren Verlauf des Monats hatte Schröder dann auch eher durchwachsene Leistungen abgeliefert, welche jedoch auch auf anhaltende Knöchelprobleme zurückzuführen sein könnten. Gegen Golden State und New York setzte er dann aus, doch die folgenden Spiele gegen Philadelphia und Cleveland musste er dann wohl notgedrungen auflaufen, da das Corona-Virus mehrere Celtics aus dem Spielbetrieb nahm. In den beiden Spielen traf Schröder nur 4 seiner 21 Würfe.

Am Christmas Day vor dem Spiel gegen die Milwaukee Bucks gab es dann auch einen positiven Corona-Test bei Schröder, sodass er sich dann wie die halbe Liga auch, im Health-and-Safety-Protokoll wiederfand. Schröder hatte nach eigenen Angaben aber nur einen milden Verlauf mit etwas Kopfweh und Fieber, sodass er nur vier Spiele aussetzen musste.

Im ersten Spiel im neuen Jahr konnte er gegen die Orlando Magic gleich wieder ran und legte beim 116-111-Sieg nach Verlängerung prompt 21 Punkte und 7 Assists auf. Insbesondere im 4. Viertel und in der Overtime konnte Schröder wichtige Punkte beisteuern. Den Rest erledigte Jaylen Brown mit seinen beeindruckenden 50 Punkten (Karrierebestleistung).

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Nach diesem Sieg stehen die Celtics bei einer Bilanz von 18 Siegen und 19 Niederlagen auf Platz 9 im Osten. Irgendwie verläuft die Saison der Kelten genauso verkorkst wie letzte Saison. Chancen auf einen Titel hat man wohl nicht und deswegen sehen viele Schröder als Trade-Kandidaten Nummer 1, nicht nur in Boston, sondern ligaweit.

Mit seinen starken individuellen Leistungen und dem relativ günstigen Vertrag (5,9 Mio $) ist er für viele Teams interessant, die dieses Jahr etwas erreichen wollen. Hinzu kommt, dass Schröders Zeit in Boston wahrscheinlich ohnehin spätestens im Sommer ein Ende findet.

Aufgrund seines Mid-Level-Exception-Vertrags halten die Celtics keine sogenannten Bird-Rights. Das bedeutet am Saisonende können sie ihm nur einen sehr limitierten Vertrag anbieten – Schröder möchte aber sicherlich deutlich mehr. Und deshalb sehen Experten wie Marc Stein (ESPN) Schröder als Hauptakteur auf dem Trade-Markt. Durch einen Trade könnten die Celtics zumindest einen langfristigen Baustein in Form eines passenden Rollenspielers oder eines Draft-Picks ergattern. Auch die Einsparung der Luxussteuer könnte in Boston angestrebt werden. Als wahrscheinlichste Ziele gelten Cleveland oder Dallas. Nach den Verletzungen von Rubio und Sexton, könnte Schröder Cleveland im Backcourt aushelfen, in Dallas sucht man sowieso schon länger einen weiteren Ballhandler.

Je näher die Trade-Deadline kommt, desto heißer wird die Situation um Schröder. Ob für die Celtics oder ein anderes Team: Wenn er dann auch noch so weiter spielt wie bislang, dürfte er im Sommer auch einen deutlich besseren Vertrag erhalten.

Zum zweiten Teil des NBA German Watch Updates im Januar mit Daniel Theis, Maxi Kleber & den Wagner-Brüdern geht es hier.

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