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Carmelo Anthony’s New York Knicks – Throwback Thursday

Carmelo Anthonys New York Knicks

Carmelo Anthony’s New York Knicks – Throwback Thursday

Am „Throwback Thursday“ möchten wir euch von nun an jeden Donnerstag Teams aus der Vergangenheit vorstellen, die besonders in Erinnerung geblieben sind. Dabei geht es aber nicht zwangsläufig nur um die Teams, die sich am Ende auch die Championship-Ringe angesteckt haben, sondern auch um jene, die es versäumt haben, sich die Krone aufzusetzen. Diese Woche geht es um eine Big Market Franchise, die zumindest in diesem Jahrtausend diesem Namen nicht gerecht wurde: Die New York Knicks.

Die New York Knicks zurück in den Playoffs

Wir sind im Frühjahr des Jahres 2011 und die Knicks spielen eine eigentlich gar nicht mal so verkehrte Saison (28-26). Mit Amar’e Stoudemire haben sie endlich wieder einen Star nach Manhattan locken können, doch dieser eine Star scheint der Franchise nicht zu reichen. Zur Trade Deadline können sie per Trade Carmelo Anthony von den Denver Nuggets verpflichten. Super sollte man denken – aber so richtig super ist eigentlich gar nichts. Schauen wir uns den Trade einmal im Detail an:

New York tradet Eddy Curry, Anthony Randolph und Geld zu den Minnesota Timberwolves. Außerdem gehen mit Wilson Chandler, Raymond Felton, Danilo Gallinari und Timofey Mozgov gleich vier Spieler nach Denver, die fester Bestandteil der Rotation waren. Damit aber nicht genug, weil die Knicks neben ihrer halben Depth Chart noch einen 2012er 2nd Round Pick (späterer Pick: Quincy Miller), 2013er 2nd Round Pick (Romero Osby), 2014er 1st Round Pick (Dario Saric) und einen 2016er 1st Round Pick (Jamal Murray) für Melo, Renaldo Balkman, Chauncey Billups, Anthony Carter, Sheldon Williams und einen 1st Round Pick aus 2016 (Pick Swap: Jakob Pöltl) eintauschen. Aus Minnesota kommt außerdem noch Corey Brewer zu den Knicks.

Das muss man erst einmal sacken lassen, aber es lässt sich auf jeden Fall zusammenfassen, dass die Knicks nicht langfristig von diesem Trade profitiert haben. Coach D’Antoni (wer sonst) kann nun auf eine Big Three aus Amar’e Stoudemire, den er aus Phoenix kennt, Superstar Carmelo Anthony und den 34-jährigen Chauncey Billups zurückgreifen. Natürlich macht er sein Team mal wieder zu einem der besten offensiven Teams der Liga und auf der anderen Seite zu einem schwachen Team am defensiven Ende. Nach dem Trade kommt das uneingespielte Team auf eine Bilanz von 14 Siegen und 14 Niederlagen und beendet die reguläre Saison mit einer Bilanz von 42-40 auf dem sechsten Platz der Eastern Conference.

In den Playoffs gibt es eine wenig überraschende Niederlage in der ersten Runde gegen die Big Three aus Boston.

Roster wird immer älter

In der folgenden Offseason kommen mit Mike Bibby und Baron Davis zwei Veterans, um das klaffende Loch auf der eins zu stopfen. Außerdem wird das Team durch Scharfschütze Steve Novak und J.R. Smith verstärkt.

 

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Völlig unter dem Radar unterzeichnet auch ein gewisser Jeremy Lin einen Vertrag in New York und somit gehen die Knickerbocker mit einem deutlich gestärkten Kader in die verkürzte Lockout Saison. Amar’e und Melo sind während der Saison geplagt von Verletzungen, was letztendlich den Weg ebnet für das Märchen von Linsanity. Nach einem schwachen Start in die Saison gibt es durch Lin einen Push für die Playoffs im Februar. Der Hype verflacht mit der andauernden Saison und Coach Mike D’Antoni verlässt im März, wenige Woche vor dem Ende der Regular Season das Team. Assistant Coach Mike Woodson übernimmt und führt die Knicks mit einer stark verbesserten Defense in die Playoffs. Kurios: Tyson Chandler gewinnt in diesem Jahr den DPOY Award, wird aber nur in das 2nd Team All Defense gewählt. Im April brennt Anthony dann eine Clutch Performance für die Ewigkeit gegen die Chicago Bulls ab.

 

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In den anschließenden Playoffs ist für Anthony, Stoudemire, Chandler, Lin und Co gegen den späteren Champion aus Miami nichts zu holen. Sie verlieren ihre Serie mit vier zu eins.

Mit Jeremy Lin verlässt der absolute Publikumsliebling die Stadt und geht nach Houston. Die Knicks stellen in der Saison 2012/13 das älteste Team der Liga mit Spielern wie Jason Kidd (39), Kenyon Martin (35), Rookie Pablo Prigioni (35), Rasheed Wallace (38), Marcus Camby (38) und Kurt Thomas (40). Baron Davis verletzte sich in den Playoffs schwer und als Ersatz kommt Raymond Felton zurück, der in seinem ersten Stint in New York einen guten Eindruck hinterlassen hat. Mit J.R. Smith, Tyson Chandler, Iman Shumpert und Steve Novak werden wichtige Rollenspieler gehalten und mit Chris Copeland eine weitere Verstärkung in der Breite hinzugefügt. Mit dieser Truppe spielen die Knicks wohl die beste Saison der Ära Anthony. Sie beendet die Saison mit den meisten Siegen seit 1997 (54). Carmelo spielt außerdem das beste Jahr seiner Karriere, denn er wird mit fast 29 Punkten pro Partie (28,7) Scoring Champ bei einer True Shooting Quote von 56%. J.R. Smith spielt ebenfalls eine starke Spielzeit und wird 6th Man Of The Year. Das Team ist zwar alt und nicht wesentlich besser als andere Teams, doch ein Team voller gestandener Veteranen ist vor allem eins: „rock solid“.

 

Zum ersten Mal seit der Ankunft Anthonys schaffen sie es in die zweite Runde der Playoffs einzuziehen, nachdem sie die Celtics in der ersten Runde schlagen. In den Eastern Conference Semis, scheitern sie jedoch an den Pacers um Paul George, Roy Hibbert und David West.

 

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Das Desaster nimmt Formen an

Bis zum heutigen Tag würde dies die letzte Playoff Appereance bleiben der Knicks bleiben, denn ab der folgenden Saison 2013/14 geht es nur noch Berg ab für die Knicks. Mit Tim Hardaway Jr. wird zwar wenigstens ein passabler Rookie gedraftet, doch alle Spieler laufen der Form aus der Vergangenheit hinterher. Eine Ausnahme ist diese Performance von Melo:

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Außerdem macht Exekutive Steve Mills in der Offseason einige zweifelhafte Moves. Per Trade holt er Andrea Bargnani aus Toronto. Dafür schickt er Marcus Camby, Steve Novak, Quentin Richardson, den 2nd Round Pick für das kommende Jahr (Xavier Thames), den 1st Round Pick für das Jahr 2016 (Jakob Pöltl) und den 2nd Round Pick für das Jahr danach (Jonah Bolden) nach Kanada.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Mills holt mit Bargnani einen Big Man für das Spacing. Dieser machte aber im Jahr zuvor nur insgesamt 35 Spiele für die Raptors und erzielte in fast 29 Minuten Quoten von 43,6% 2PFG und 30,9% 3PFG. Dazu kommen nur schwache 3,7 Rebounds für einen 2,13m Big. Der Italiener bekommt darüber hinaus pro Jahr noch über 11 Millionen.

Als wäre das nicht schon genug holt Mills den 34-jährigen Metta World Peace der außer seinen Namensänderungen gar kein Thema mehr in der NBA ist und Beno Udrih. World Peace wird nach 29 Spielen gewaived und Udrih nach 31. Der Kern der Mannschaft besteht also aus Melo, Prigioni, Felton, Shumpert, Chandler, Bargnani, MWP und Hardaway Jr., welchen Knicks Fans willst du das verkaufen fragt man sich.

Um die Baustelle im Front Office scheint sich jedoch noch im Laufe der Saison gekümmert zu werden, denn die Knicks stellen mit Phil Jackson einen Hall Of Famer als Ersatz für Mills vor. Da bekommt man als Fan echte Hoffnung, dass das Front Office nun endlich fähige Spieler an die Seite von Carmelo stellt, um einen tiefen Playoff Run zu haben. Doch Jackson entpuppt sich als ein riesiger Plot-Twist, denn besser wird überhaupt nichts. Es bleibt festzuhalten das Carmelo nach seiner Karriere in die Hall Of Fame aufgenommen wird und insbesondere seine Zeit in New York in Erinnerung bleibt. Deshalb möchte ich für den Rest dieses Rückblicks das  nicht das seiner Zeit in New York nicht ihm widmen, sondern das katastrophale Management der Knicks mit und nach Phil Jackson rekapitulieren. Denn Anthony kann für den Misserfolg der Knicks nun wirklich gar nichts.

 

Phil Jackson entpuppt sich als Fehlgriff

In seiner ersten Offseason als Verantwortlicher feuert Jackson Coach Woodson und gibt seinem ehemaligen Point Guard bei den Lakers Derek Fisher das Ruder in die Hand. Danach schickt er die Starter Chandler und Felton nach Dallas für Jose Calderon, Samuel Dalembert, Wayne Ellington und Shane Larkin plus zwei 2nd Round Picks (Thanasis Antetekounmpo, Cleanthony Early) für die kommende Draft. Rebuild sollte man also meinen. Doch so richtig klappt es nicht mit dem Rebuild, denn die meisten Picks wurden ja vorher quasi ohne Gegenwert verscherbelt. Im kommenden Jahr unterschreibt Anthony einen neuen Vertrag über 5 Jahre und 124 Millionen. Der Franchise Player ist also auch für die Zukunft da, man muss ihm „nur noch“ Spieler an seine Seite stellen. Doch anstatt das zu tun, kommen Spieler wie Quincy Acy aus Sacremento, Langston Galloway, Travis Wear oder D.J. Mbenga. Einige Namen noch nie gehört? Geht mir genau so, die meisten werden auch im Laufe der Saison wieder gewaived.

Im Oktober 2014 tradet Phil Jackso mit Travis Outlaw einen Spieler nach Philadelphia, der nicht eine Minute im Trikot der Knicks auf dem Feld stand, den 2018er 2nd Round Pick (Isaac Bonga) und den 2nd Round Pick für das Jahr 2019 (Nicolas Claxton) für Annett Moultrie, der noch am selben Tag gewaived wird und einen Pick Swap für die zweite Runde.

Im Januar dann werden J.R. Smith und Iman Shumpert nach Cleveland verschifft, um später einen Titel zu gewinnen. Dafür kommen  Lou Amundsen, Alex Kirk, der direkt gewaived wird, einen 2019er 2nd Round Pick und Lance Thomas aus Oklahoma City nach New York.

Im Februar wird der dauerverletzte Amar’e Stoudemire gewaived und drei Tage später geht Prigioni per Trade nach Houston im Tausch für Alexey Shved, einen 2017er 2nd Round Pick (Ognjen Jaramaz) und einen 2019er 2nd Round Pick (Kyle Guy).

Bei der Draft 2015 pickt Jackson dann Kristaps Porzingis, was von den Fans mit Buhrufen quittiert wird. Dieser stellt sich im Lauf der Saison allerdings als Glücksgriff hinaus. Während der Draft tradet New York Tim Hardaway Jr. für den grade gedrafteten Jerian Grant nach Atlanta und um Willy Hernangomez zu bekommen, schickt Jackson einen 2020er und 2021er 2nd Round Pick nach Philly.

 

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Um Carmelo nicht zu vergraulen spielen die Knicks aber erneut nicht voll auf Rebuild durch die Draft, sondern holen mit Aaron Afflalo, Robin Lopez, Derrick Williams und Kyle O’Quinn einige mittelklasse Spieler und statten diese dann noch mit Verträgen über mehrere Jahre aus. Nach einer katastrophalen Saison 2015/16 wird Derek Fisher nach 54 Spielen (23-31) entlassen und Kurt Rambis übernimmt für den Rest der Saison (9-19).

Mit Jeff Hornacek kommt ein weiterer unerfahrener Head Coach. Außerdem gehen Calderon, Jerian Grant und Robin Lopez nach Chicago, um dafür Justin Holiday einen 2nd Round Pick für das Jahr 2017 (Damyean Dotson) und den chronisch verletzten Derrick Rose in den Madison Square Garden zu holen.

 

Carmelos Legacy in New York ist unbestritten

Man könnte an dieser Stelle dem Eindruck nach endlos weiter machen mit katastrophalen Moves, die das Front Office der Knicks verzapft haben, doch irgendwann tut es einfach zu sehr weh, sich als Fan dieser Franchise, dieses Management im Detail zu geben.

Man kann Carmelo Anthony für seinen Spielstil kritisieren und sagen, dass er ein Ballhog ist. Aber er ist in seinen Jahren in New York stets loyal geblieben und hat sich der Franchise verschrieben. Dass er die Knicks verlässt, ist folgerichtig und mit Hinblick auf das verkorkste Management nachvollziehbar. Hätte man sich nur ansatzweise bemüht auf den Erfolgen aufzubauen, wäre ein Einzug (wenigstens) in die ECFs auf jeden Fall möglich gewesen. Nichtsdestotrotz  kann man durch die Entwicklung in diesem Jahr hoffen, dass der langfristige Negativtrend der Vergangenheit endlich zu Ende ist.

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