Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on linkedin

Season Preview Schröder & Kleber – Teil 1/3

Season Preview Dennis Schröder & Maxi Kleber

Season Preview Schröder & Kleber – Teil 1/3

Die 75. NBA Saison steht in den Startlöchern und wir können es alle kaum erwarten, das orangene Leder wieder durch die Reusen der NBA Hallen fliegen zu sehen. Passend zum Start der Saison hat sich Philip Wohlfarth in seiner monatlich erscheinenden Kolumne „German Watch“ die Aussichten der Deutschen für die Saison 2021/22 angeschaut. Los geht’s in Teil 1 mit Dennis Schröder von den Boston Celtics & Maxi Kleber von den Dallas Mavericks.

Dennis Schröder: Neustart als Sixth Man?

Schröders Vertragspoker im Rampenlicht

Er hätte einen ruhigen Sommer haben können, hätte er nur das Angebot über 4 Jahre und 84 Millionen Dollar zur Vertragsverlängerung der Los Angeles Lakers angenommen. Was folgte, machte nicht nur in Deutschland Schlagzeilen.

Schröder setzte bekanntermaßen auf sich selbst und verzockte sich. Das Ende der letzten Saison in L.A. lief nicht besonders gut (siehe Season Recap) und dann gab es auch noch Berichte über teaminterne Probleme. Unter anderem wurde von einer Fehde zwischen Kyle Kuzma und Dennis Schröder gesprochen.

Doch die Offseason der Lakers hätte so wahrscheinlich sowieso niemand prognostizieren können. In einem Blockbuster-Deal kam Russell Westbrook via Trade und plötzlich war Schröder in Los Angeles obsolet. Bei einer Vertragsverlängerung im März wäre er laut NBA-Regularien 6 Monate nicht tradebar gewesen. Doch die Realität sah so aus, dass er seinen Marktwert in der diesjährigen Free Agency offenbar klar überschätzt hat.

Um Schröder war es lange still, zu still. Über interessierte Teams gab es keine Berichte. Der Cap-Space der meisten Teams war nach wenigen Tagen verbraucht und der erhoffte dreistellige Millionen-Vertrag war theoretisch quasi unmöglich geworden. Vielmehr musste man sich Sorgen machen, dass Schröder überhaupt noch irgendwo unterkommt. Nach circa zwei Wochen konnte man dann endlich aufatmen. Die Boston Celtics verpflichteten Schröder immerhin für ein Jahr und 5,9 Millionen Dollar. Finanziell ist das natürlich deutlich unter seinem eigentlichen Marktwert, aber sportlich findet er in Boston eine sehr gute Situation vor und Rampenlicht gibt es im legendären TD Garden ebenfalls genug.

Dennis Schröder - Season Preview

Sind die Celtics Contender?

Die Boston Celtics haben ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Geplagt von Corona- und Verletzungsausfällen musste man sich über das Play-In-Tournament für die Playoffs qualifizieren, wo man sich in der ersten Runde den Brooklyn Nets geschlagen geben musste.

Coach Brad Stevens stieg ins Management auf und ersetze Celtics-Legende Danny Ainge als General Manager. Eine seiner ersten Handlungen war es Kemba Walker zu traden und dafür Al Horford zurück nach Boston zu holen. Als neuen Trainer verpflichtete Stevens den früheren NBA-Spieler Ime Udoka, der sich mit Anstellungen als Assistenztrainer (u.a. bei Team USA) bereits einen sehr guten Ruf bei Spielern wie Tatum, Brown und Smart erarbeitet hatte. Der Kader wurde stellenanweise angepasst. Neben dem Walker-Horford-Trade ersetzte Josh Richardson den nach New York abgewanderten Evan Fournier. Darüber hinaus wurde Enes Kanter zurück geholt und Juancho Hernangomez konnte via Trade akquiriert werden.

Die Augen sind aber natürlich auf das Duo Jayson Tatum und Jaylen Brown gerichtet. Die Frage ist, ob sie noch einen weiteren Schritt machen können und die Celtics somit zu einem Contender machen. Natürlich muss dafür auch der Rest des Teams funktionieren, also eben auch Dennis Schröder. Wie seine Rolle genau aussieht, ist noch unklar.

Erste Option von der Bank oder Starting Five?

In der Preseason ließ sich Coach Udoka noch nicht in die Karten schauen. So ist es noch offen, ob Schröder zur Anfangsformation gehören wird, oder die Bank anführen soll. Die Rolle als Sixth Man hätte durchaus seinen Reiz, da Schröder in OKC doch in dieser Rolle seine beste Saison spielte. Außerdem könnte die Bank von Boston Schröders Scoring und Erfahrung brauchen, da man sie durchaus immer noch als Schwachstelle der Celtics ausmachen kann.

Ob als Starter oder Sixth Man, Schröder wird sicherlich viele relevante Minuten sehen. Ein defensives Premium-Lineup mit Schröder, Smart, Brown, Tatum und je nach Matchup wahlweise Horford oder Robert Williams könnte auch ein starkes Crunch-Time-Lineup sein. Einiges wird natürlich auch von Schröders Dreierquote abhängen.

In L.A. kam er letzte Saison nur auf 33,5%. Es wird entscheidend sein diesen Wert zu verbessern. Damit erleichtert er sich nämlich die Drives zum Korb, da er die gegnerischen Verteidiger bei enger Defense mit seinem schnellen ersten Schritt hinter sich lassen kann. Außerdem würde dies mehr Spacing für seine Mitspieler Tatum und Co. generieren.

Man kann auf jeden Fall gespannt sein, ob Schröder seine Chance in Boston nutzen kann. Eigentlich spricht wenig dagegen. Auf seinem eigenen Youtube Kanal „DS17“ erfährt man, dass die Familie Schröder ihre Routinen geändert hat. Dennis möchte keine große Zeit mehr für seine Outfits verschwenden. Außerdem wurde die Ernährung angepasst. Wer weiß? Vielleicht hatte das ganze Vertrags-Fiasko sein Gutes und Schröder reift nochmal ein Stück an dieser Situation.

Nach einer starken Saison kann er nächstes Jahr immer noch einen dicken Vertrag unterschreiben. Die Bedingungen dafür sind in Boston alles andere als schlecht, er hat die Schlüssel dafür selbst in der Hand!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Maxi Kleber: Rehabilitierung oder Trade-Kandidat?

Unruhige Offseason in Dallas

Maxis letzte Saison hatte seine Höhen und Tiefen. Sein Dreier fiel sehr gut, aber unter dem Korb war er defensiv wie offensiv weniger präsent und neben seiner Corona-Erkrankung im Januar bremsten ihn zum Ende der Saison Achillessehnenprobleme aus (siehe Season Recap).

Nicht nur deswegen war Maxis Status in Dallas unsicher. Bei den Dallas Mavericks gab es einige Änderungen im Front Office. Zunächst war da die plötzliche Entlassung von Langzeit-GM Donnie Nelson und nur einen Tag später trat Coach Rick Carlisle zurück. Carlisle war 13 Jahre im Amt, Nelson sogar 24 Jahre. Immer mehr Unstimmigkeiten im Management kamen ans Licht. Problematisch schien auch die Rolle des „Schatten-GMs“ Bob Voulgaris, der dann im September ebenfalls gehen musste. Später wurde auch berichtet, dass Kristaps Porzingis unmittelbar nach der Saison einen Trade-Wunsch äußerte. Vielleicht war das auch der Stein, der alles ins Rollen brachte.

Bei der Besetzung der vakanten Stellen setzten die Mavericks auf viele bekannte Gesichter. Jason Kidd wurde zum neuen Head-Coach ernannt, JJ Barea wurde einer von etlichen neuen Assistenztrainern und Dirk Nowitzki bekam einen Job als Berater. Dass Luka Doncic der Eckpfeiler der Franchise bleibt, war natürlich außer Frage. Sehr glücklich und stolz präsentierte das neue Front Office die Vertragsverlängerung in Lukas Heimatland Slowenien. Doch auch Porzingis wurde in Lettland besucht und es gab offenbar gute Gespräche.

Bei all diesen Änderungen im Staff, sind jedoch größere Kaderveränderungen nicht unüblich. So musste auch Maxi um seine Zukunft in Dallas bangen. Die Chicago Bulls hatten sich Maxi im Austausch für Lauri Markannen gewünscht. Ob es an dem Trade-Asset Kleber oder an den hohen Gehaltsvorstellungen von Markannen scheiterte, ist ungewiss. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass diese Saison alles so bleibt, wie es ist.

Maxi wohl wieder von der Bank

Die Kaderveränderungen hielten sich in Grenzen. Josh Richardson und Nicolo Melli verließen das Team – Reggie Bullock, Sterling Brown und Moses Brown verstärkten das Team. Hinzu kommen die Verträgsverlängerungen von Tim Hardaway Jr. und den Big Men Boban Marjanovic und Willie Cauley-Stein (Team-Option). Die Konkurrenz ist also mindestens genauso groß wie in der vorigen Saison.

Viel hängt dabei natürlich davon ab, wie sich der 22-jährige Moses Brown integriert und entwickelt. Eines scheint aber schon vorneweg klar: Maxi, der letzte Saison überwiegend als Starter fungierte, wird diese Saison in der Regel von der Bank kommen. Jason Kidd legte sich bereits vor der Pre-Season fest und verkündete, dass Dwight Powell neben Kristaps Porzingis im Frontcourt auflaufen wird. In der Offensive soll Porzingis wieder mehr als Power Forward agieren. Daneben passt ein Dwight Powell als Center in der Starting Five ganz gut, da dieser überwiegend im Pick&Roll zum Korb abrollt und dies auch schon hocheffizient im Zusammenspiel mit Luka Doncic unter Beweis gestellt hat.

Dies war allerdings vor der schweren Verletzung von Powell, die ihn fast das gesamte Jahr 2020 außer Gefecht setzte. Zum Ende der vorigen Saison zeigte Powell sich stark verbessert und in der Preseason konnte man auch sehen, dass er in Sachen Athletik wieder der Alte zu sein scheint. Zahlreiche Alley-Oop-Anspiele von Luka Doncic konnte er hochprozentig und sehenswert verwandeln. Auch sein Dreier scheint verbessert. In Sachen Athletik steht Maxi ihm allerdings kaum nach. Offensichtlich hat er diese Offseason viel Zeit im Kraftraum verbracht, was die Frage aufwirft, welchen Maxi Kleber wir diese Saison sehen werden.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Der alte oder der neue Maxi?

Letzte Saison war Kleber nämlich als reiner 3-und-D-Spezialist tätig. Aufgrund der aufgebauten Muskelmasse hätte man vermuten können, dass Maxi offensiv wieder mehr in Ringnähe agiert. Sicherlich würde sich das auch so mancher Fan wünschen, der sich an Zeiten erinnert, in denen Maxi regelmäßig Pick and Rolls oder Off-Ball-Cuts per Dunk abschloss. Die Kaderstruktur und auch die ersten Preseason-Spiele deuten allerdings auf eine weitere Spezialisierung zum 3-und-D-Spieler hin. Aufgrund der vielen Center im Kader (Cauley-Stein, Marjanovic und Brown) wird sich Maxi wohl ohnehin offensiv eher an der Dreierlinie aufhalten.

In der Defensive könnte er jedoch gerade beim Rebounding von seinem erstarkten Body profitieren. Im Spiel gegen die Charlotte Hornets deutete er dies an und holte starke 8 Rebounds, bei denen er seinen Körper gut einsetzte. Maxis Defense ist sowieso der größte Mehrwert für die Dallas Mavericks. Er ist der einzige Spieler bei den Dallas Mavericks, der sowohl am Perimeter als auch unter dem Korb effektiv verteidigen kann.

Gepaart mit über 40% Dreierquote macht ihn dies aber auch für andere Teams sehr interessant. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie Maxi in der Bankrolle unter dem neuem Coach Kidd funktioniert. Wenn es gut klappt, kann man darauf hoffen, dass Maxi weiter neben Doncic das Mavs-Jersey tragen wird und die deutsche Tradition in Dallas fortführt. Falls es jedoch anhaltende Schwierigkeiten gibt, gäbe es auch aufgrund seines gut tradebaren Vertrags (knapp 18 Millionen $ bis 2023) interessante Optionen den Kader weiter zu optimieren. Das neue Front Office der Mavericks wird sich ohnehin stets nach potenziellen Trades umschauen, um Luka Doncic ein Championship-fähiges Team an die Seite zu stellen. Maxi wäre es zu wünschen, dass er weiter zu diesem Team gehört, denn vieles deutet darauf hin, dass er sich sehr wohl in Dallas fühlt.

 

Lust auf mehr NBA Content? Folge uns auf Twitter und Instagram!

Ähnliche Artikel

The Vibes Magazine NBA Podcast

neue Folge jeden Freitag