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German Watch (3/6) – Season Recap Dennis Schröder

Season Recap - Dennis Schröder

German Watch (3/6) – Season Recap Dennis Schröder

In einer neuen NBA Offseason-Serie lässt unser Gastautor Philip Wohlfarth die Saison aus Sicht der deutschen NBA Spieler Revue passieren. Philip ist als Host des Podcasts „NBA mit deutscher Brille“ ein absoluter Experte, wenn es um die Geschehnisse rund um Schröder, Theis & Co. geht. Er wird in den nächsten Wochen ein Fazit hinter die Saison der einzelnen Spieler ziehen. 
Nachdem in Teil 1  & Teil 2 der Serie Isaiah Hartenstein  & Isaac Bonga im Fokus standen, schaut Philip heute auf die Saison von Isaac Bonga.

Teil 1: Isaiah Hartesteins turbulente Saison
Teil 2: Isaac Bonga – Zweite Reihe im dritten Jahr
Teil 4: Daniel Theis – Erfahrung im knallharten Business
Teil 5: Moritz Wagner – Achterbahnfahrt entlang der Ostküste
Teil 6: Maxi Kleber – Der nächste Schritt mit Hürden

Dennis Schröder: Große Chance verspielt?

Schröder hatte in der Vorsaison in Oklahoma City extrem auf sich aufmerksam gemacht. An der Seite von Chris Paul entwickelte er sich einen riesigen Schritt weiter, spielte eine überragende Saison und musste sich beim Award zum „Sixth Man of the year“ nur knapp seinem zukünftigen Mitspieler Montrezl Harrell geschlagen geben. Die Thunder hatten allerdings schon vorher den Umbruch eingeleitet und verschifften Schröder zu den Lakers, wo er die Superstars LeBron James und Anthony Davis als dritte Option unterstützen sollte.

Tolle Voraussetzungen beim Titelverteidiger

Bereits Anfang 2020 versuchten die Lakers Schröder nach Tinseltown zu lotsen. Schröder betonte seine ganze Karriere lang, dass es ihm wichtig sei irgendwann um den NBA-Titel zu spielen. Dies auch noch bei einer der traditionsreichsten Franchises der NBA zu tun, im glamourösen Los Angeles, wo Stars und Sternchen wie Jack Nicholson, Snoop Dogg oder Rihanna regelmäßig im Publikum sitzen…was will man mehr?

„Starten!“, betonte Dennis in deutschen Medien. Diese Information fand auch den Weg nach Los Angeles, wobei er dies sicherlich auch intern deutlich gemacht hat. Trotz der guten Leistungen in der Vorsaison und damit guten Standings war dies nicht unbedingt selbstverständlich, denn die Rolle als Scorer von der Bank hatte er in OKC nahezu optimal erfüllt und die „2-Man-Combo“ mit Harrell von der Bank hätte seinen Reiz gehabt!

Doch auch dieser Wunsch sollte für Dennis in Erfüllung gehen! Die Vorrausetzungen für Dennis könnten also besser nicht sein als zweiter Deutscher nach Dirk Nowitzki die Larry O’Brien Trophy bald in den Händen zu halten.

Guter Saisonstart, Gute Stimmung

Auch wenn das erste Spiel gegen den Stadtrivalen L.A. Clippers verloren ging, hatten die Lakers einen sehr starken Saisonstart. Sie gewannen ihre ersten zehn Auswärtsspiele und lagen Mitte Februar mit einer Bilanz von 22 Siegen und 7 Niederlagen nur knapp hinter dem erstplatzierten Überraschungsteam aus Utah. Die Lakers rollten durch die Saison, teils schienen sie unterfordert. LeBron James wurde als MVP gehandelt, die Rollenspieler funktionierten und die Defense war elitär (Defensive Rating im Januar: 104,4).

Die durch James und Davis erzeugten Freiräume sollte Schröder insbesondere mit seinem in OKC deutlich verbesserten Catch-and-Shoot-Dreier nutzen. Diese Würfe traf er leider nicht so gut (Schröders 3er-Quote bis zum All-Star-Game: 31,7%), doch das war der einzige Wermutstropfen.

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Sonst lief es nämlich super. Seine Drives, sein Mid-range-Game und das Zusammenspiel mit seinen Big Men Anthony Davis und Montrezl Harrell funktionierte sehr gut. Noch wichtiger war jedoch seine Defense und sein Hustle, den man in der Art und Weise von Dennis noch nicht gesehen hatte. Dennis the Menace erwies sich als Kettenhund! Er brachte die gegnerischen Point Guards zum Verzweifeln, flog übers Parkett und schnappte sich die freien Bälle und erarbeitete sich so den Respekt von Mitspielern, Trainerstab, Fans und der Presse. Die Stimmung war super, Schröder hatte viel Spaß als Laker, was man nicht nur an der legendären Wette mit King James persönlich sehen konnte (s. Video unten), sondern auch bei etlichen Highlight-Plays (s. Video oben).

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Plötzlich mehrere Probleme

Keiner hatte Zweifel daran, dass die Lakers um den Titel mitspielen würden. Doch dann kam ein Problem nach dem Anderen: Für die Lakers und auch für Schröder persönlich. Es sind so viele Probleme, dass man diese hier nur anreißen kann. Zunächst musste Schröder ins Health-and-Safety-Protokoll, weil er Kontakt zu einer Corona-positiven Person hatte. Schröder kritisierte die Liga aufgrund des strikten Vorgehens. Prompt verloren die Lakers vier Spiele in Folge.

Gleichzeitig viel dann auch noch Anthony Davis mit einer hartnäckigen Wadenzerrung insgesamt über zwei Monate aus. Die Lakers taten sich schwer in dieser Zeit, verloren mehr Spiele als sie gewannen. Schröder stand mehr in der Verantwortung, konnte hin und wieder glänzen und auch Spiele mitentscheiden, vielleicht aber etwas zu inkonstant.

Dazu verpflichtete man auf dem Buyout-Markt Andre Drummond. Starting Center Marc Gasol musste auf die Bank und war beleidigt, mit der Presse sprach er erstmal nicht mehr. Drummond konnte nie überzeugen.

Auf dem Court hatte Schröder dann noch eine Auseinandersetzung mit Kyrie Irving, als er angeblich das „N-Wort“ aussprach. Dazu gab es nach der Saison noch einen Bericht von Jordan Schultz (ESPN), dass Schröder und Kuzma die ganze Saison über ihre Probleme miteinander gehabt hätten.

Die Sache mit der Vertragsverlängerung

Im März lehnte Schröder erneut (im Dezember gab es schon mal ein Angebot) eine Vertragsverlängerung der Lakers ab. Sie boten ihm einen Vierjahresvertrag über 84 Millionen US-Dollar an. Details zu dem Vertrag sind allerdings nicht bekannt. Fehlende Garantien könnten zum Beispiel seine Entscheidung beeinflusst haben, aber vielleicht sah Schröder seinen Marktwert auch einfach höher.

Für viele schien diese Ablehnung irrational. Doch Schröder tickt nicht wie ein Otto-Normal-Verbraucher. Schröder setzte auf sich selbst, setzte auf starke Playoffs. In der Verhandlung zur Teilnahme am Olympia-Qualifikationsturnier kam dann später heraus, dass er einen Vertrag über 100-120 Millionen ergattern möchte.

Enttäuschendes Saisonende

Als dann auch noch LeBron James mehrere Wochen mit einer Knöchelverletzung ausfiel, waren plötzlich die Playoffs in Gefahr. Jetzt war Dennis Schröder die erste Option bei den Lakers. Dennis hätte in dieser Zeit ganz groß aufzocken können. Seine Leistungen in dieser Zeit waren solide, das Team anführen konnte er nur selten, aber das war ja auch nicht seine eigentliche Rolle und ohne die beiden Superstars war es eben auch nicht einfach. Wie viele Teams können den Ausfall ihrer zwei besten Spieler schon länger gut kompensieren? Alles war aber auch nicht schlecht. Großartig war beispielsweise Schröders Leistung gegen die Utah Jazz, wo er die Lakers erst in die Overtime rettete und in dieser noch zwei wunderbare Vorlagen ablieferte.

Insgesamt strauchelten die Lakers aber aus den festen Playoff-Platzierungen. Immerhin konnten sie die letzten fünf Saisonspiele gewinnen und sich so immerhin auf Platz 7 und damit ins Play-In- Turnier retten. Schröder konnte davon nur die letzten zwei Spiele bestreiten, da er sich Anfang Mai wieder im Corona-Protokoll befand. Zu einer Zeit wo die NBA das Corona-Problem vor allem auch durch eine große Impfkampagne im Griff hatte, verstrickte sich Schröder zudem noch in widersprüchliche Aussagen. Einerseits sagte er mit Sonnenbrille vermummt, dass er kein Corona hatte, andererseits sagte er, dass es nun nicht mehr bekommen könne.

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Sie mussten die Lakers also ins Play-In-Tournament, wo sie die Golden State Warriors besiegen konnten.

In der 1. Runde traf man auf die Phoenix Suns, gegen die man nach der Auftaktniederlage Spiel 2 und 3 gewinnen konnten. Schröder spielte ordentlich in diesen ersten 3 Partien. Die von ihm erhoffte Effizienz war da (Feldwürfe: 19-34, 3er: 4-10). Die Lakers und Schröder schienen die Kurve gekriegt zu haben, doch dann verletzte sich Anthony Davis in Spiel 4 erneut und die Lakers konnten den Ausfall abermals nicht kompensieren.

In Spiel 5 wurden sie abgeschlachtet. Im Team muss es Unstimmigkeiten gegeben haben. Lebron James verließ 5 Minuten vor Spielende die Bank. Schröder traf keinen seiner 9 Würfe, beendete das Spiel mit 0 Punkten und konnte in Abwesenheit von AD eben wieder nicht in die Bresche springen. Man könnte meinen, dass er nach dem Corona-Ausfall kurz vor den Playoffs auch noch nicht richtig fit war. Zudem war LeBron offensichtlich auch noch angeschlagen und konnte nicht Unmenschliches vollbringen und so mussten die Lakers nach sechs Spielen enttäuschend die Segel streichen.

Fazit und Ausblick

Enttäuschend – sicherlich auch für Dennis Schröder. Nun wird er Free Agent, das erste Mal in seiner Karriere. Seine Zukunft ist ungewiss. Vollkommen überzeugen konnte er in dieser Saison nicht, dazu gab es zu viele Störfeuer.

Dennoch hat er gezeigt, dass er offensiv und defensiv ein wertvoller Spieler für dieses Lakers-Team sein kann. Seinen Dreipunktwurf findet er bestimmt wieder und man darf nicht vergessen, dass die Lakers in der Hochform mit ihm unschlagbar schienen. Der toughe Spielplan hat dem dann doch alternden Lebron und dem verletzungsanfälligen Davis Probleme bereitet.

Stichwort Problem: Das Thema Kuzma könnte sich erledigen, da die Lakers aktiv nach Trade-Möglichkeiten für den Flügelspieler suchen.

Schröder sucht hingegen einen guten langfristigen Vertrag. Die Lakers wollen ihn nicht überbezahlen, kriegen aufgrund ihrer Salary-Cap Situation aber nur sehr schwer gute Alternativen auf der Point-Guard-Position. Auf der anderen Seite können Teams wie die NY Knicks, die Chicago Bulls oder die Dallas Mavericks einem Spieler wie Schröder ein gutes Gehalt und eine gute Rolle bieten. Insbesondere New York könnte eine interessante Option sein. In den Big Apple würde Schröder neben und auf dem Parkett gut reinpassen. Seine gezeigte Kettenhund-Mentalität würde gut in das defensiv-orientierte System von Tom Thibodeau passen.

Doch bei den Lakers passt es ja eigentlich auch. Es wird eine spannende Offseason für Dennis Schröder und seine Fans.

German Watch Serie

Teil 1: Isaiah Hartensteins turbulente Saison 

Teil 2: Isaac Bonga – Zweite Reihe im dritten Jahr

Teil 4: Daniel Theis – Erfahrung im knallharten Business

Teil 5: Moritz Wagner – Achterbahnfahrt entlang der Ostküste

Teil 6: Maxi Kleber – Der nächste Schritt mit Hürden

 

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