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German Watch (6/6) – Season Recap Maxi Kleber

Season Recap Maxi Kleber

German Watch (6/6) – Season Recap Maxi Kleber

In einer neuen NBA Offseason-Serie lässt unser Gastautor Philip Wohlfarth die Saison aus Sicht der deutschen NBA Spieler Revue passieren. Philip ist als Host des Podcasts „NBA mit deutscher Brille“ ein absoluter Experte, wenn es um die Geschehnisse rund um Schröder, Theis & Co. geht. Er wird in den nächsten Wochen ein Fazit hinter die Saison der einzelnen Spieler ziehen. 
In Teil sechs der Serie geht es um die Saison von Maxi Kleber.

Teil 1: Isaiah Hartesteins turbulente Saison
Teil 2: Isaac Bonga – Zweite Reihe im dritten Jahr
Teil3: Dennis Schröder – Große Chance verspielt?
Teil 4: Daniel Theis – Erfahrung im knallharten Business
Teil 5: Moritz Wagner – Achterbahnfahrt entlang der Ostküste

Maxi Kleber: Der nächste Schritt mit Hürden

In der Saison 19/20 hatte sich Maxi Kleber endgültig etabliert in Dallas. Die Dallas Mavericks hatten schon vorher auf ihn gesetzt und ihn mit einem 4-Jahresvertrag über knapp 36 Millionen Dollar ausgestattet. Maxi lieferte und mauserte sich mit seiner Defense und seinem konstanten Dreier zu einem der wichtigsten Rollenspieler der Mavericks. In der Bubble kam er jedoch leider nicht ganz so gut zurecht – bisher nicht gesehene Unkonzentriertheiten und Nachlässigkeiten konnte man feststellen. In der Playoff-Serie gegen die Los Angeles Clippers waren diese nicht mehr zu sehen, da verteidigte er Superstar Kawhi Leonard so gut wie es nur geht. Doch leider fiel sein Distanzwurf plötzlich überhaupt nicht mehr (3er: 5-26 für 19,2%), was vielleicht der Schlüssel zum Weiterkommen gewesen wäre.

Zuversicht zur neuen Saison

Maxi musste also in der darauffolgenden Saison gar nicht so viel anders machen. Von allem vielleicht etwas mehr und besser, und den Wurf noch etwas konstanter treffen, vor allem wenn es in den Playoffs darauf ankommt. Die Mavericks hatten an dem jungen, talentierten Kader nicht viel verändert. Nur die Defense sollte etwas besser werden, weswegen man u.a. Seth Curry für Josh Richardson eintauschte. Über die in der Vorsaison historisch effizienten Offensive um Luka Doncic und Kristaps Porzingis musste man sich nicht viele Sorgen machen.

Der Saisonstart lief nicht optimal, wobei das Startprogramm mit Kontrahenten wie Suns, Lakers und Clippers auch nicht gerade einfach war, und zudem auch Porzingis aufgrund einer Meniskuss-OP die ersten neun Spielen aussetzen musste. Aber sie hatten ja noch „Luka Magic“ und Maxi machte zuverlässig seinen Job, war meistens da, wo er gebraucht wurde. Dazu traf er auch in entscheidenden Situationen immer besser.

Grandios war das Spiel Anfang Januar gegen die Denver Nuggets, wo er im vierten Viertel alle seine drei Dreierversuche traf, eigentlich auch den Game-Winner, wenn der angehende MVP Jokic nicht in der letzten Sekunde noch den Ausgleich erzielt hätte. Doch die Mavericks gewannen das Spiel trotzdem, auch weil Maxi Kleber in der Overtime einen Block, einen Assist und wichtige Rebounds sammelte.

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Corona-Chaos zwischen Denver und Dallas

Nach dem Denver-Spiel gewann man auch das folgende Heimspiel gegen Orlando und stand nach 9 Spielen bei einer positiven Bilanz von 5-4. Doch ausgerechnet dieses Denver-Spiel sollte die Mavericks-Saison nachhaltig in einen negativen Strudel ziehen. Josh Richardson, Jalen Brunson und Dorian Finney-Smith durften aufgrund des Health-and-Safety-Protokolls nicht die Heimreise antreten. Später wurden sie alle positiv auf Corona getestet und mussten teilweise 2 Wochen Quarantäne in einem Hotel in Denver verbringen.

Doch das war nicht alles. Maxi spielte noch das Spiel gegen Orlando, doch er hatte sich wohl auch in Denver angesteckt. Maxi musste die nächsten 11 Spiele aussetzen und war laut eigener Aussagen auch „richtig krank“. Die Mavericks taten sich schwer in dieser Phase, verloren 8 dieser 11 Spiele, rutschten dann sogar auf den vorletzten Platz der Western Conference ab. Nachdem die letzte Saison und die Aussichten auf diese Saison so vielversprechend war, musste man nun um die Playoffs bangen. Viele schrieben die Mavericks schon ab.

Die Mavericks und Maxi finden zu ihrem Spiel

Anfang Februar konnten die Mavericks dann endlich das erste Mal auf alle Spieler zurückgreifen. Kleber war fortan neben Doncic, Richardson, Finney-Smith und Porzingis in der Starting Five gesetzt. Das Team fand immer besser zueinander und war nun auch wieder erfolgreich. Auch wenn nicht alle Spieler voll überzeugen konnten (insbesondere Porzingis und Richardson), stürmten die Mavs in der Tabelle nach vorne.

Luka Doncic verbesserte sich nochmal deutlich zur Vorsaison, Brunson avancierte zum 6th-Man-of-the-year-Kandidaten und auch Tim Hardaway Jr. zementierte seine Rolle als starker Sidekick auf dem Flügel. Das Team aus Dallas legte starke Siegesserien auf und Maxi Kleber war dabei wahnsinnig effizient.

Über die gesamte Saison gehörte er zu den effizientesten Dreipunktschützen der Liga, lag mit seiner Quote teils über 45% im Saisondurchschnitt. Dabei nahm er auch 4,2 Dreipunktwürfe pro Spiel, also auch nicht gerade wenig. In der Defense stand er seinen Mann und verteidigte dabei meist den stärksten Big Man oder auch Flügelspieler des Gegners. Bei den Freiwürfen wirft er über die ganze reguläre Saison bei 37 Versuchen nur dreimal daneben.

Allerdings muss man auch sagen, dass Maxi Kleber nicht ganz so dynamisch wirkt, wie in der Vorsaison. Das sieht man alleine schon an der eben erwähnten Anzahl von 37 genommen Freiwürfen (0,7 Freiwurfversuche pro Spiel, Vorsaison: 1,3). Maxi zieht fast gar nicht mehr zum Korb. Weder beim Pick and Roll, noch beim Fastbreak, geschweige denn bei anderen Off-Ball-Aktivitäten attackiert er den Korb. Außerdem gibt es keine Block-Parties (maximal 2 Blocks in einem Spiel) mehr und auch als Help-Defender hält er sich zurück.

Fraglich ist, ob es nur an internen Anweisungen liegt, oder ob Maxi einfach nicht ganz fit ist. Später spricht er davon, dass es ihm noch lange nach der Corona-Erkrankung an Spritzigkeit fehlte. Schlimm war das aber nicht, da er seine Rolle als 3-and-D-Spieler immer noch ziemlich gut ausfüllte. Außerdem gewannen die Mavs ja und erspielten sich eine Bilanz von 42-30, was am Ende sogar für Platz 5 und den ersten Division-Titel nach 11 Jahren reichte.

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Achillessehne bremst Maxi aus

Im Saisonendspurt um die Playoff-Platzierungen läuft es trotzdem nicht ganz rund. Zum einen gibt es da Probleme auf und neben dem Parkett mit Porzingis und zum anderen leisten die Mavericks sich teils miserable Auftritte, wie beispielsweise bei den drei Niederlagen gegen die Sacramento Kings.

Maxi hat hingegen seine ganz eigenen Probleme. Nach überragenden Wochen sind seine Wurfquoten eher schwach und nach der vierten Niederlage im fünften Spiel, kommt er gegen Detroit nur noch von der Bank. Im folgenden Spiel gegen die Lakers muss er ganz zuschauen. Trainer Carlisle begründete den Wechsel mit fehlender Energie der aktuellen Startaufstellung und dass er der Mannschaft irgendeinen Impuls geben musste.

Danach läuft es für die Mavericks und Maxi erstmal wieder etwas besser, teilweise startet er auch wieder, doch von den letzten acht Saisonspielen ist er nur bei sechs auf dem Parkett. Jetzt stellt sich heraus, dass Maxi mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen hat. Die eng getaktete Saison bringt Maxi, wie viele andere Spieler auch, ans Limit. Ausgerechnet zu den Playoffs, bei denen in der ersten Runde wieder die L.A. Clippers mit Kawhi Leonard und Paul George warten.

Erneut gegen die L.A. Clippers

Da läuft erstmal alles gut. Die Mavericks gewinnen mit einem brillanten Luka Doncic die ersten beiden Spiele. Insgesamt 10 Tage Pause scheinen Maxi auch gut getan zu haben. In den ersten drei Spielen trifft er insgesamt sieben seiner 11 Dreierversuche. Kawhi Leonard kann er nur wenig eindämmen, denn der spielt vielleicht mit den besten Basketball seiner Karriere.

Doch Maxi erfüllt wieder seine Rolle, verteidigt auch viel gegen Marcus Morris, der in den ersten beiden Spielen gar kein Land sieht. Vor allem gefällt auch die Körpersprache von Maxi, denn von Bad Boy Marcus Morris lässt er sich bei dessen Provokationsversuchen nicht rumschupsen oder verunsichern.

Die Clippers drehen diese Serie jedoch – fast schon legendär. Noch nie zuvor gewann jeweils die Auswärtsmannschaft die ersten sechs Spiele, nur das letzte Spiel sieben gewannen die Clippers dann in der eigenen Halle gegen müde Mavericks.

Auch Maxi Kleber schien müde. Die Achillessehnenprobleme waren wieder da. Vielleicht waren es auch Langzeitwirkungen oder fehlende Kondition nach der Covid-Erkrankung, die ihm den Saft für die letzten Spiele raubte. Der gebürtige Würzburger (ja, wie Dirk Nowitzki!) spielte in den Partien fünf und sechs nur noch knapp 20 Minuten, in Spiel sieben sogar nur 9 Minuten. Dabei traf er nur noch einen Wurf und konnte auch in der Defense keine großen Akzente mehr setzen.

Wieder musste man sich in der 1. Runde den Clippers geschlagen geben, wieder konnte Maxi nicht voll überzeugen. Die Voraussetzungen für ihn waren nicht gut und die Clippers spielten nach Anlaufschwierigkeiten auch eben wieder wie ein absoluter Titelfavorit.

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Fazit und Ausblick

Es war die wahrscheinlich bislang herausforderndste Saison für Maxi. Die Corona-Erkrankung, die Achillessehnenverletzung, gepaart mit dem engen Spielplan verhinderten, dass der 29-Jährige sein volles Potenzial abrufen konnte. Auch wenn nicht alles rund lief, hat er diese Saison trotzdem wieder gezeigt, wie wertvoll er für die Dallas Mavericks sein kann. Am Ende der Saison hatte er immer noch eine sehr gute Dreierquote von 41% (Vorsaison 37,3%) und gemeinsam auf dem Feld mit Starspieler Luka Doncic hatte er ein Net Rating von +7,2.

Sein aktueller Vertrag läuft noch bis 2023 und eine gute, erholsame Offseason sollte es Maxi ermöglichen, nächste Saison wieder in Topform zu spielen. Komplett fit kann er bestimmt auch wieder ein absoluter Unterschiedsspieler in der Defense sein.

Doch auch andere Teams haben mittlerweile den Wert von Maxi Kleber erkannt. Das macht ihm auch zu einem guten Trade-Asset, welches die Mavericks vielleicht nutzen könnten, um einen weiteren Starspieler zu verpflichten. Man weiß das Potenzial und die Stärken von Kleber allerdings gerade in Dallas gut einzuschätzen, auch wenn sich im Coaching Staff und Front Office vieles verändert hat. Daher wird er wahrscheinlich auch noch etwas länger in Dallas neben Luka Doncic spielen dürfen.

Was will man da noch mehr? Ok, etwas in den Playoffs reissen! Nächstes Jahr ist das wahrscheinlich wieder gut möglich! Denn sonst scheint sich Maxi auch sehr wohl zu fühlen in Big D, was man auch immer wieder in lustigen Videos sehen kann.

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Teil 1: Isaiah Hartensteins turbulente Saison 

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