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Wohin fliegen die Hawks?

Wohin fliegen die Hawks?

Die Atlanta Hawks durchleben eine echte Achterbahnfahrt in dieser Saison. Vielversprechende Offseason, in der eine Menge Geld in die Hand genommen wurde, um endlich wieder Playoff Siege in Georgia feiern zu können. Zusätzlich kam mit Lloyd Pierce ein neuer Trainer, der unter seinen Kollegen einen guten Ruf genießt. Was sich passabel anhört, verlief zunächst äußerst holprig. Atlanta hat bis zum heutigen Tag noch große Verletzungssorgen und steht mit neuem Trainer auf Platz fünf im Osten. Wo kommen die Hawks her und in welche Richtung wird es für sie weitergehen?

Wilde Eastern Conference

Die Eastern Conference hat in dieser Saison einiges zu bieten. Vielleicht kann sie qualitativ mal wieder nicht mit dem Westen mithalten, dafür geht der Kampf um die begehrten Playoff Plätze in die heiße Phase. Außerdem liefert der Osten in diesem Jahr einige Geschichten, mit denen vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen war.

Nach der Teilnahme an den NBA Finals suchen die Miami Heat immer noch nach einem Rhythmus. Sie galten als sicherer Pick für das Heimrecht, zumindest in der ersten Runde. Heute stehen sie auf dem siebten Platz mit dem vierten Platz noch in Reichweite, aber wackelig, auch wegen COVID-19, ist ihre Saison dennoch.

Die Boston Celtics haben zwei der besten jungen Stars der Liga in Jaylen Brown und Jayson Tatum. Allerdings sieht sich das Team von Brad Stevens konstant berechtigter Kritik ausgesetzt.

Philadelphia, Brooklyn und Milwaukee werden ihrer Favoritenrolle gerecht und die beiden erstgenannten Mannschaften werden wohl den ersten Platz im Osten unter sich ausmachen, während Giannis Antetokounmpo sich wahrscheinlich mit dem dritten Platz zufriedengeben muss.

Und dann sind da noch die New York Knicks, die sich von der Lachnummer der Liga mit der Ankunft von Coach Tom Thibodeau zu einem der besten defensiven Teams der Liga und mittlerweile zu einem ernsthaften Playoff-Kandidaten entwickelt haben.

In diesem ganzen mehr oder weniger großen Chaos tummeln sich dann noch die Atlanta Hawks. Nach 36 Spielen, also der halben Saison, hatten sie einen Record von nur 16 Siegen und 20 Niederlagen.

Atlanta Hawks Are Bottoming Out With Seven-Game Losing Streak

Offseason Moves und Trainerwechsel

Wie bereits angesprochen ist die Saison der Hawks ein echtes auf und ab. Im Sommer verpflichtete man Rajon Rondo als Free Agent (der im Laufe für Lou Williams nach LA ging), Danilo Gallinari kam per Trade, Bogdan Bogdanovic landete nach dem Versagen der Bucks in Georgia und dazu gesellten sich noch Solomon Hill, der zuvor mit den Heat in den Finals stand und Kris Dunn aus Chicago. Mit dem jungen Kern um Trae Young, Kevin Huerter, Cam Reddish, De’Andre Hunter und John Collins sowie Center Clint Capela traute man den Hawks einiges zu.

Zwar verfügte Coach Pierce über eine, auf dem Papier, ansehnliche Depth Chart, allerdings konnte er nicht wirklich auf sie zurückgreifen. Seit Beginn der Spielzeit jagt eine Verletzung die nächste. Danilo Gallinari verpasste 12 Spiele von Dezember bis Januar und jetzt immerhin schon insgesamt 20 Spiele, Bogdan Bogdanovic fehlte seinerseits Anfang des Jahres und verpasste in dieser Saison bislang 25 Spiele, Tony Snell verpasste die ersten neun und bis heute 19 Spiele, Cam Reddish fehlt nun mehr oder weniger seit dem 23. Februar komplett, De’Andre Hunter startete gut in die Saison, allerdings stand er erst 20 Mal auf dem Parkett und auch John Collins fiel zuletzt für neun Spiele aus. Kris Dunn, der Trae defensiv den Rücken frei halten sollte, hat bislang noch gar kein Spiel für die Hawks gemacht. Hinzu kommt die jüngste Verletzung von Trae Young, der im Spiel gegen die Knicks umknickte. Die Diagnose stand bis zur Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht fest.

Eine alleinige Schuld für den missglückten Saisonstart der Hawks sollte also nicht allein bei Lloyd Pierce gesucht werden. Allerdings konnte er während seiner Zeit als Head Coach nicht auf Rückhalt aus dem Locker Room bauen, denn unter anderem Young, Reddish und Bogdanovic sprachen sich gegen ihren Trainer aus. Genauer nachlesen könnt ihr das Dilemma hier.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis das Engagement von Lloyd Pierce in Atlanta endete. Kurze Zeit vor dem All-Star Break feuerte GM Travis Schlenk seinen Head Coach und ersetzte ihn mit Assistant Coach Nate McMillan, der bereits Trainer-Stationen in Seattle, Portland und zuletzt für einige Jahre in Indiana vorzeigen kann.

Entwicklung unter McMillan

Direkt nach dem Trainerwechsel legten die Hawks prompt eine Acht Spiele lange Siegesserie hin. Seitdem der neue Head Coach am 1. März das Team um „Ice Trae“ übernahm, haben die Hawks die drittbeste Bilanz der NBA (18-7).

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Beim Offensiv Rating sprang man ligaweit von Platz zwölf auf den sechsten Rang. Die Offense läuft also deutlich geschmeidiger. Bogdan Bogdanovic sagte nach dem Trainerwechsel, die Hawks würden nun viel organisierter spielen, während die Offense unter Lloyd Pierce deutlich freier gewesen wäre.

Die Umstellungen scheinen zu fruchten, denn die Hawks spielen mittlerweile deutlich effizienteren Basketball. Ihr True Shooting ist mittlerweile auf Platz sieben angekommen, während sie zuvor auf Platz 18 lagen.

Ein weiterer Indikator dafür, dass ein Team sich stabilisiert hat, ist die Clutch Performance. In den letzten fünf Minuten eines Spiels mit einer Punktedifferenz von fünf oder weniger Punkten lagen die Hawks im Net Rating auf dem vorletzten Platz. Unter McMillan sind sie nun in der Top Ten (Platz 6). Das Team scheint deutlich gefestigt unter ihrem neuen Trainer, denn Crunchtime Minuten sind immer auch ein Charaktertest.

Die Leistungsträger

Im Grunde können die Verantwortlichen der Atlanta Hawks zufrieden sein mit den Leistungen ihrer Topverdiener, ob es jedoch für einen tiefen Postseason Run reicht, ist zu bezweifeln. Der einzige Makel ist nun einmal die eingeschränkte Verfügbarkeit durch die lange Liste der Verletzungen.

Trae Young

Trae Young ist weiterhin unangefochten der Go-to-Guy der Hawks. Mit 32,9% hat er die mit Abstand höchste Usage aller Spieler. Zwar sind seine Zahlen insgesamt im Vergleich zum Vorjahr etwas rückläufig, allerdings ist diese Entwicklung wohl mit der diesjährigen Breite des Kaders zu begründen. Er nimmt insgesamt weniger Würfe, als in der Vergangenheit. Sein True Shooting von 58,4% ist gut, aber keine Ligaelite. Young erzählt pro Partie 25,4 Punkte und verteilt 9,5 Assists, erlaubt sich dabei aber auch 4,3 Turnover. Offensiv ist er über jeden Zweifel erhaben, doch defensiv ist er weiterhin eine echte Schwachstelle. Sein Defensiv Rating von 116,1 ist das viertschlechteste aller Point Guards in der NBA.

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Clint Capela

Nachdem der Schweitzer weite Teile der vergangenen Saison aufgrund einer Verletzung verpasst hat, erlebt er bei den Hawks die beste Spielzeit seiner Karriere. Career Highs in Punkten (15,7), Rebounds (14,7) und Blocks (2,2) sprechen eine klare Sprache und somit ist Capela die große Konstante bei den verletzungsgebeutelten Hawks.

John Collins

Nach dem großen Wirbel um seine Extension erlebt Collins in dieser Saison als Starter auf der vier nicht die große Entwicklung. 18 Punkte, 7,6 Rebounds, 1 Block bei 37,7% 3P% bei 3,3 Versuchen pro Partie mit einem True Shooting von 63% sind ohne Wenn und Aber solide Zahlen, aber wohl nicht stark genug, um ihm einen neuen Vertrag in Atlanta zu bescheren.

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Bogdan Bogdanovic

Nachdem Bogdanovic im Sommer einen Vertrag für 4 Jahre und 72 Millionen Dollar unterschrieb, war die Hoffnung groß. Seine Knieverletzung limitierte ihn für eine geraume Zeit, aber die Spiele, in denen er dann auf dem Feld stand machen Bock auf mehr. 14,4 Punkte mit 41,7% Dreierquote bei fast sieben Versuchen pro Spiel sind vielversprechend und auch einer der Gründe, warum Milwaukee den Serben haben wollte. Zuletzt kam er immer besser in Schwung und wird nach seiner Zeit in Sacramento darauf brennen, endlich in den Playoffs zu stehen.

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Der Weg in die Playoffs

In den verbleibenden 14 Spielen brauchen die Falken jeden Sieg im Kampf um die Playoffs. Im Fernduell mit Boston, New York, Miami, Charlotte, Chicago und Indiana steht ihnen aber noch ein harter Gang bevor. Sie treffen noch im direkten Duell auf die Heat, die Bulls und die Pacers, als auch auf die Bucks. Außerdem erwartet sie ein back-to-back gegen Philadelphia, zwei Duelle mit Phoenix und ein Spiel gegen die Blazers, die sich um eine gute Ausgangslage bemühen. Also keineswegs Laufkundschaft auf dem Weg zur ersten Playoff Teilnahme seit der Saison 2016-17.

Ihre Entwicklung in dieser Saison ist bemerkenswert gut, doch die Geschehnisse rund um die großen Märkte der Eastern Conference überschatten diese. Die Hawks sind definitiv im Landeanflug auf die Postseason, ob sie dabei unter dem Radar der NBA Fans bleiben oder sie zu einem Zeitpunkt die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdient hätten, bleibt abzuwarten. Die erste Runde mit Heimrecht in der State Farm Arena auszutragen ist durchaus im Bereich des Machbaren und ein erster Schritt zurück in die Köpfe der NBA Fans.

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