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Dallas Mavericks: Sorgenkind Defensive

Sorgenkind Defensive: Maxi Kleber verteidigt Giannis Antetokounmpo, Jalen Brunson und Kristaps Porzingis verteidigen Ricky Rubio.

Dallas Mavericks: Sorgenkind Defensive

21, 18, 18, 16 und 13. Das sind die Platzierungen der Dallas Mavericks im ligaweiten Defensiv-Rating. Eine Top 10-Defense stellten sie zuletzt 2011/12, also vor 10 Spielzeiten! Am offensiven Ende brillieren die Texaner, beim Verteidigen schaffen sie es aber nicht konstant, dem Gegner das Leben schwer zu machen. Das liegt daran, dass die Mavs kaum defensiv starkes Personal im Kader haben.

Ein Blick auf die letzten zwei Saisons

2019/20 bildeten die Mavericks nur die 18.-beste Defensive und holten sich mit den Utah Jazz die wenigsten Steals in der Liga. Dies sollte durch die Verpflichtung von Josh Richardson besser werden – es kam aber anders. Man rutschte sogar auf Platz 21 im Defensiv-Rating ab, und bildete das alleinige Schlusslicht in Sachen Steals per Game – und das trotz Extra-Motivation in Form eines Gürtels, der nach jedem Sieg an den besten Verteidiger des Teams vergeben wurde.

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Das auf einen Spieler zu schieben wäre falsch, denn auch andere Akteure konnten nicht überzeugen. Finney-Smith, einer der Defensiv-Garanten im Roster, verschlechterte sein Rating um drei Punkte. Kristaps Porzingis, der für Ringschutz sorgen sollte, sogar um sechs – und war damit der schlechteste Mav, der mehr als zehn Minuten im Schnitt bestritt. Nicht umsonst sagte Paul George während des Aufeinandertreffens in der ersten Playoff-Runde, dass die Texaner keine Rim Protection besitzen.

Porzingis wurde dementsprechend in dieser Saison auf die Vier beordert – mit Dwight Powell auf der Fünf.

Wer verteidigt wo?

Die Guardverteidigung:

Mit dem eben bereits angesprochenen Josh Richardson und dem im Sommer vergangenen Jahres via Draft aquirierten Josh Green wollten die Dallas Mavericks sich genau in diesem Bereich verbessern. Richardson konnte seine Erwartungen überhaupt nicht erfüllen und ist nach einer Saison in Boston, und Rookie Josh Green durfte kaum Spielpraxis sammeln. Für die Guardverteidigung wurden dafür in dieser Offseason Reggie Bullock und Sterling Brown nach Big D – nur eine Abkürzung der Stadt, nicht bezogen auf die Defensive –  geholt. Bullock verteidigte bei den New York Knicks den besten Spieler des gegnerischen Teams und legte ein Defensiv-Rating von 107,2 auf. Der Shooting Guard Sterling Brown ist wie Bullock ein 3&D-Guy. Defensiv soll er bei den Mavericks vor allem Jalen Brunson unterstützen, der seine Kernkompetenzen eher in der Offensive besitzt.

Per Free Agency konnte GM Nico Harrison den Franzosen Frank Ntilikina nach Dallas holen. Der Ex-Knick wurde für die Guard-Defensive geholt und mit einem kleinen Contract ausgestattet. Ob er viel Einsatzzeit sehen wird, müssen wir abwarten. Ein Starter ist er nicht, und hinter Sterling Brown muss er sich ebenfalls anstellen. In New York konnte er aber an diesem Ende des Spielfelds sein Können bereits unter Beweis stellen.

Das Problem ist: Alle drei Neuzugänge kommen nur von der Bank, wodurch sich in der Starting Five keine Guardverteidigung eingeschlichen hat. Mit Doncic und Hardaway Jr. haben sie in diesem Part zwei Spieler, die die Verteidigung nicht als ihre Stärke bezeichnen dürfen. Besonders wenn Spieler à la Trae Young, Stephen Curry & Co. auf der anderen Seite stehen, haben die beiden ein Problem. Hinzu kommt, dass beide offensiv sehr viel Last tragen müssen, und sich defensiv dann eher ein klein wenig zurücklehnen, als wirklich zu agieren. Dies klappt gegen schwache Guards, aber nicht gegen Starspieler – und auf diese trifft man in den Playoffs nun einmal.

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Die Perimeter-Verteidigung

Für den Perimeter hat das Team von Mark Cuban zwei sehr gute Defender. Einer davon, Reggie Bullock, wurde eben bereits erwähnt. Dieser könnte, falls beispielsweise Hardaway Jr. ausfällt, in die Starting Five rutschen und dann die Guardverteidigung übernehmen und würde mit Finney-Smith ein starkes Duo bilden. Von der Bank kommend muss er sich aber um die Perimeter-Verteidigung kümmern – und dort wird er gebraucht. Stellt man ihn in die Startformation, wäre das Bank Lineup defensiv einfach viel zu anfällig.

Bei den Startern liegt diese Verantwortung in Dorian Finney-Smith, der seit 2016 im Mavs-Jersey aufläuft. Er hat sich in den letzten Spielzeiten zum besten Abwehrspieler seines Teams entwickelt und verteidigt oft den stärksten Gegenspieler. Er ist flink auf den Beiden, weiß, wie er seinen Gegner vor sich hält und die defensiven Abläufe beherrscht er wie aus dem Effeff. Aus der Starting Five ist er nicht mehr wegzudenken, zu groß ist sein Input.

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Die Perimeter-Verteidigung ist im Mavs-Roster also das kleinste Problem. Da gibt es besonders in einem Bereich noch mehr Handlungsbedarf:

Die Zonen-Verteidigung

Unter dem Korb sollen Kristaps Porzingis und der Deutsche Maxi Kleber für Aufsehen sorgen. Ersterer machte dies letzte Saison – aber eher negativ. Der Lette lieferte seine schwächste NBA-Saison in Sachen Block- und Steal-Percentage ab, war der schlechteste Defender im Team und bot mit seinen 2,20m keinen Ringschutz. Beim Rebounden war er oft zu zögerlich und kam einen Schritt zu spät, wodurch der gegnerische Big Man viele Second Chance Points sammeln konnte. In den Playoffs wurde Boban Marjanovic in der 2-1-2-Verteidigung sein Kollege für die Zone. In der Theorie stark, in der Praxis nicht. Porzingis wurde oft von seinen Gegenspielern auf den Perimeter rausgezogen – um diesen dann an ihm vorbeiziehen zu sehen.

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Der zweite im Bunde hatte letzte Spielzeit zu Jahresbeginn erst mit seiner Corona-Infektion und am Ende der Saison mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen. Dadurch konnte er physisch nicht so stark auftreten, wie man es von ihm gewohnt war. Kräftigere Big Man konnten ihn wegdrücken, Kleber konnte seine Stärke beim Ausboxen nicht komplett ausspielen und damit den schwachen Porzingis nicht unterstützen.

In der Offseason wurde an der Zonenverteidigung nicht gearbeitet, obwohl dies dringend nötig gewesen wäre. Dafür wurde jetzt Dwight Powell unter den Korb gestellt – und damit werden viele Fragen aufgeworfen.

Powell unter dem Korb – Wie soll das funktionieren?

Seit dem Media Day kurz vor Saisonbeginn diesen Jahres war klar, dass Kristaps Porzingis als Power Forward und Dwight Powell als Center aufläuft. Offensiv klingt es im ersten Moment nicht schlecht – defensiv dagegen schon. Besonders, wenn der 12cm kleinere Powell auch defensiv auf der Fünf agieren soll.
Wie man im Auftakt-Spiel gegen die Atlanta Hawks sehen konnte, funktionierte dies nur selten. Der physisch stärkere Clint Capela, der sich mit einem Double-Double belohnte, konnte Powell leicht zur Seite schieben, den ein oder anderen Rebound klauen und leicht Räume für seine Mitspieler kreieren. Porzingis verteidigte am Perimeter John Collins, der ohne großartig gestört zu werden abschließen und somit seine Würfe hochprozentig treffen konnte. Zu schnell war der Hawk, zu langsam der Maverick.

Hätten Porzingis und Powell geswitcht, wäre und ist es weiterhin die beste Möglichkeit mit dieser Startformation. Powell ist von seiner Körperstatur defensiv auf dem Perimeter besser aufgestellt als Porzingis – und dieser besser unter dem Korb.

Jason Kidd und sein Coaching Staff sollten also in Erwägung ziehen – und auch durchführen – dass die beiden defensiv die Positionen tauschen. Porzingis ist im Ligavergleich für die Fünf defensiv nicht der beste Ansprechpartner, dafür gibt es zu viele Big Mans wie beispielsweise Anthony Davis, Clint Capela, Nikola Jokic und Joel Embiid. Momentan ist er aber die beste Möglichkeit und der einzig sinnvolle Spieler für den defensiven Center im Kader der Dallas Mavericks.

Fazit

Die Dallas Mavericks müssen sich in der Defensive breiter aufstellen und mehr Möglichkeiten in Form von starken Verteidigern haben. Mit Bullock und Sterling Brown sind sie diese Offseason in die richtige Richtung gegangen – aber eben nur für die Bank. Besonders in der Starting Five benötigen sie einen Big Man, der Porzingis unterstützt, wenn der Gegner am Ball ist und selber Akzente setzt. Von einer Top 10-Defense sind die Texaner noch weit entfernt – um ein ernsthafter Contender zu werden, müssen sie sich aber wieder steigern.

Season Preview Schröder & Kleber – Teil 1/3

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