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Dallas Mavericks – Top 10 Offense back?

Top 10 Offense back? Hardaway Jr., Doncic, Finney-Smith, Brunson und Porzingis beim Wurf

Dallas Mavericks – Top 10 Offense back?

Die Dallas Mavericks starteten vom Record her gut in die neue Saison, das Spiel sah aber nicht schön aus. Das hat sich seit dem letzten Artikel vor zwei Wochen geändert. Die Offensive läuft flüssiger, die Abstimmungen passen besser und ein seltenes Tier wurde wiedergesichtet. Reicht das für eine Top 10 Offense?

Der Vergleich

Nach den ersten neun Partien der Saison standen die Mavs auf Platz 22 im Offensiv-Rating, trafen gerade einmal 42,3% ihrer Würfe (26. Rang) und 30,9% ihrer Dreier (27.). In den letzten sechs Partien, bevor Luka Doncic zweimal gegen die Phoenix Suns und einmal gegen die LA Clippers ausschied, sah dies viel besser aus. Fast 47% bei der Field Goal-Percentage bedeuten Platz 6, bei der Dreierquote waren sie das zweitbeste Team und belegen in diesem Zeitraum auch Platz zwei im Offensiv-Rating. Nur die Warriors, um MVP-Anwärter Stephen Curry, war besser. Das klingt um einiges positiver. Aber woran lag das?

Ein Einhorn ist zurück

Einer der Erfolgsgaranten ist Kristaps Porzingis, der momentan sehr stark aufspielt. Sein Wurf fällt um einiges besser, er holt sich mehr Rebounds und stellt damit fast ein Double-Double aus Punkten und Abprallern auf. Oft konnte man in den letzten Partien sehen, dass er zu Beginn eines Angriffs in oder in der Nähe der Zone zu finden war, um nach einigen Sekunden hinter die Dreierlinie herauszupoppen. Viele (offene) Dreier waren die Folge.

Zu beobachten war auch, dass der Lette als Center mit vier Schützen viel besser aufgehoben ist, da die Mavericks dann vermehrt mit dem „Five out-System“ arbeiten, was bedeutet, dass fünf Spieler draußen am Perimeter stehen. Dadurch kann der Big Man in die Zone ziehen, den Pass annehmen und erfolgreich verwerten. Außerdem switchen die gegnerischen Mannschaften weniger, wenn nur KP auf dem Feld steht, als mit Dwight Powell. Dies ist ein Vorteil für das „Einhorn“, da er gegen kleinere Verteidiger keinen Vorteil generieren kann. Er arbeitet mit Powell auf dem Feld mehr im Post, was aber aufgrund seines hohen Körperschwerpunktes nicht zu seinen Stärken zählt.

Der Center, der fast 30% weniger auf der Fünf spielt als im Vorjahr, rollt auch häufiger ab als zu Saisonbeginn, wodurch sein Spiel aufgrund der eben bereits angesprochenen Stärke im Pick & Pop schwerer vorherzusehen und variabler ist.

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Bekannte Probleme bleiben bestehen

Problem Nummer eins ist, dass wir gerade zu Spielbeginn noch viele One-Man-Shows von Luka Doncic sehen, der sich warm werfen möchte. Dies nimmt den Spielfluss heraus und die Gegenspieler können sich vermehrt auf ihn konzentrieren. Viel „sinnloses Geballer“ (Zitat Jason Kidd) sind die Folge, wodurch die Feldwurfquote sinkt. Der erste Abschnitt ist bei den Texanern in dieser Kategorie im Schnitt das schlechteste Zeitfenster.

Problem Nummer zwei besteht darin, dass Dwight Powell und Kristaps Porzingis starten. Da Powell, der startende Center im Team, kein Spacing mitbringt, ist das „Five out“ nicht so effizient wie beispielsweise mit dem zwei Wochen ausgefallenen Maxi Kleber. Die Folge dessen ist, dass die Zone und damit die Driving Lane Doncic‘ oft zugestellt wird und der Franchisestar damit nicht zu seiner Stärke im Drive greifen kann. Dadurch muss der Slowene in der Midrange abstoppen und einen schweren Wurf nehmen. Er nimmt zwei Drives pro Spiel weniger als in der Vorsaison und so viele Midrange-Würfe wie noch nie in seiner jungen NBA-Karriere.

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Trotz eines 2,20 m großen Big Man schließen die Dallas Mavericks nur ein Viertel ihrer Angriffe innerhalb vier Feet ab (ca. 1,20 m). Nur ein Team ist hierin schlechter. Dies bedeutet, dass das Spiel wieder an den Perimeter herausgezogen wird, viele Dreier genommen werden müssen und genau das gespielt wird, was Jason Kidd nicht sehen will.

Ápropos Jason Kidd

Der neue Headcoach an der Seite von Doncic & Co. präsentiert sich während der Partien noch nicht von seiner besten Seite.

Er wirkt am Spielfeldrand oft etwas passiv. Der ehemalige Point Guard steckt seine Hände in die Hosentaschen, wodurch seine Körpersprache nicht für ihn spricht. Wenn man dies vergleicht mit gestandenen NBA-Coaches sieht er oft etwas hilflos aus. An diesem Punkt muss er noch arbeiten, da es auch wichtig ist, wie der Trainer wirkt. Die Haltung des Trainers an der Seitenlinie hat einen Einfluss auf die Spieler. Ob der Coach mit Händen in der Hosentasche da steht, oder die Brust rausnimmt und eine gerade Haltung aufweist, ist ein Aspekt, der nicht vergessen werden sollte.

Die Enttäuschungen der bisherigen Saison

Viel erhofft, wenig dabei rumgekommen. So kann man die bisherigen Saisonleistungen von Dwight Powell und Neuzugang Reggie Bullock beschreiben. Powell, der seit 2014 ein Maverick ist, sollte die Probleme auf der Fünf lösen und mit Porzingis ein starkes Big Man-Duo bilden. Viele Hoffnungen gab es auf Fan-Seite nicht, dass dies fruchtet. Die Trainer und das Team sahen dies aber anders – nicht ohne Grund startet er als Center. Wie aber bereits angesprochen, bringt diese Kombinationen keinen Mehrwert. Wenn die beiden Big Man zusammen auf dem Court stehen, stehen die Mavs im Net-Rating im negativen Bereich. Die Probleme liegen aber nicht nur offensiv, sondern auch defensiv.

Das Team spielt überwiegend in der 2-3-Zonenverteidigung mit dem Rim Protector am Perimeter und mit dem kleinen, beweglicheren Big in der Zone. Daraus resultiert, dass Powell oft unter dem Korb überfordert ist, Porzingis reinrotieren und helfen muss. Das Problem hierbei ist oft ein freier Mann am Perimeter.

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Beim Neuzugang Bullock läuft es in Dallas auch noch nicht. Einige sahen ihn vor der Saison starten, die meisten waren dafür ihn von der Bank zu bringen. Zweiteres geschieht auch, und das zurecht. Seine Leistungen sind für einen Starter nicht zufriedenstellend. Der 3&D-Spieler bringt momentan nur das ‚D‘ auf die Platte. Er trifft nicht einmal 30% seiner Dreierversuche. Momentan ist er nur für die Perimeter-Defense eine wirkliche Bereicherung. An seine starken Leistungen des vergangenen Jahres in New York kann er bisher nicht anknüpfen, zu instabil ist sein Spiel.

Einen Spieler sehen wir in dieser Kategorie selten, aber über ihn muss man auch sprechen. Luka Doncic ist nicht auf dem Niveau, das wir von ihm kennen. Der Slowene hadert ganz offensichtlich mit dem neuen Spielsystem. Er erzielt drei Punkte weniger und trifft knapp fünf Prozent schwächer als im Vorjahr. Dies resultiert vor allem daraus, dass er weniger Drives ausüben kann bzw. diese abstoppen und auf einen bei weiten schwierigereren Wurf zurückgreifen muss. Fit in die Saison startete er ebenfalls nicht. Zuletzt verpasste er wie zu Beginn erwähnt dreimal aufgrund von Knöchel- und Knieproblemen. Neuen Meldungen zufolge kann sich diese Zeitspanne noch vergrößern – die Mavs brauchen ihn aber dringlichst zurück.

Die Hoffnungsträger

Neben Kristaps Porzingis, über den eingangs viel geschrieben wurde, gibt es vier weitere Spieler die Hoffnung machen. Hardaway Jr., der zu Saisonbeginn noch sehr mit seinem Wurf haderte, kommt nun langsam mit dem neuen Ball und dem neuen Spielsystem besser zurecht. Profitieren tut er auch davon, dass Porzingis nun mehr Aufmerksamkeit bekommt. Er ist ein Grund dafür, warum die Texaner eine Top 10 Offense stellen sollte.

Maxi Kleber überzeugte vor seiner Verletzung ebenfalls, abzuwarten bleibt hier allerdings, wann und wie er zurückkommt.

Der beste Neuzugang im Team ist – wie vor zwei Wochen – Frank Ntilikina. Der Franzose trifft seinen Dreier sehr verlässlich und sorgt dadurch für Spacing.

Sein Bankpartner, Jalen Brunson, kann sich ebenfalls von seiner besten Seite zeigen. Brunson agiert als Sixth Man und als Starter, wenn Doncic ausfällt. Eine Stärke von ihm, die in dieser Spielzeit sehr zur Geltung kam, ist das Abstoppen beim Zug zum Korb. Der Guard schließt oft per Drive ab und kann dadurch einfach punkten – und das wissen seine Gegenspieler. Besonders wenn Brunson von einem unbeweglicheren Spieler verteidigt wird, stoppt er aber in der kurzen Midrange, sorgt damit für genügend Raum zum Wurf und schließt dann ab.

In dieser Spielzeit agierte er auch in vielen Possessions mit Doncic zusammen auf dem Feld. Stehen beide Playmaker auf der Platte, haben die Dallas Mavericks meist ein positives Net-Rating.

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Ist die Top 10 Offense zurück?

Die Top 10 Offense der vergangenen Jahre ist noch nicht komplett wieder da, die Richtung stimmt aber allemal. Wenn Porzingis seine Leistungen beibehalten kann, Doncic und Maxi nach ihrer Verletzungspause erfolgreich zurückkehren und eine Anpassung an der Center-Rotation angenommen wird, steht den Mavericks nichts mehr im Weg. Besonders der letzte Punkt muss schnellstmöglich in Angriff genommen werden. Powell und Porzingis funktionieren nicht zusammen, und mit Cauley-Stein als zweiter Center gewinnt man keine Spiele. Mit Moses Brown verfügen die Mavs über einen talentierten Big Man, der aber so gut wie gar nicht zum Einsatz kommt. Vielleicht muss man ihm einfach mehr Spielzeit geben?

Ja Morant- Vom Draft Prospect zum NBA Superstar

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